Kommunistische Partei Frankreichs
Die Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) ist eine linke politische Partei in Frankreich. Die französische Abkürzung ist PCF, für Parti Communiste Français. Die Partei wurde im Jahre 1920 gegründet.
Die früher ihren Transmissionsriemen darstellende Massengewerkschaft CGT, die in Deutschland durch Eisenbahnstreiks bekannt wurde, hat sich inzwischen von der PCF gelöst.
Der Vorsitzende der KPF, Robert Hue, war mehrfach Präsidentschaftskandidat.
Im Unterschied zur deutschen DKP war die KPF an Regierungen beteiligt, z.B. nach dem Wahlsieg Francois Mitterrands 1981. Dies geht mit einem vergleichsweise weniger radikalen Kurs einher.
In Frankreich gibt es weitere kommunistische Parteien wie die Ligue Communiste Revolutionaire. Diese sind meist trotzkistisch orientiert und können bei Parlamentswahlen mit zusammen über 5 % rechnen.
Zur Geschichte der KPF siehe unter Kommunistische Partei, die dortigen Unterartikel
- Kommunistische Partei#Frankreich (von 1920 bis ca. 1946/47)
- Kommunistische Partei#Frankreich (bis zur Gegenwart) (von 1948 bis 2002)
Weblinks
Kommunistische Partei Österreichs (Österreich) |
Strana demokratického socialismu (Tschechien) |
Eesti Vasakpartei (Estland) |
Parti communiste français (Frankreich) |
Partei des Demokratischen Sozialismus (Deutschland) |
ΣΥΝΑΣΠΙΣΜΟΣ (Griechenland) |
Munkáspárt (Ungarn) |
Partito della Rifondazione Comunista (Italien) |
Bloco de Esquerda (Portugal) |
Partidul Alianta Socialista (Rumänien) |
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Izquierda Unida (Spanien) |
Partido Comunista de España (Spanien) |
Esquerra Unida i Alternativa (Spanien) |
Partei der Arbeit der Schweiz (Schweiz)
Parteien mit Beobachterstatus
Déi Lénk (Luxemburg) |
Aνορθωτικό κόμμα Eργαζόμενου Λοού (Zypern) |
Stránky Komunistické strany Čech a Moravy (Tschechien) |
Enhedslisten - De Rød-Grønne (Dänemark) |
Deutsche Kommunistische Partei (Deutschland) |
Suomen Kommunistinen Puolue (Finnland) |
Partito dei Comunisti Italiani (Italien) |
Komunistická strana Slovenska (Slovakei) |
Özgürlük ve Dayanisma Partisi (Türkei)
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’’’Parti Communiste Francais’’’
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Die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) ist eine linke Gruppierung gegründet im Jahre 1920 beim Parteitag von Tours nach dem Auseinanderbrechen der SFIO. Offizielles Organ der Partei war lange Zeit die Zeitung Humanité, die trotzdem ihre strukturelle Unabhängigkeit bewahrte. Der Sitz der Partei befindet sich Place du Colonel Fabien in Paris in einem Betonbau des berühmten, brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer.
Inhaltsverzeichnis 1 Parteigeschichte 2 Die Zeit Stalins 3 Aktuelle Situation 4 Präsidentschaftskandidaten 5 Verbundene Artikel und Links
Parteigeschichte
Als Erben der Pariser Kommune von 1871, wächst die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF), neben der Italiens, zur bedeutendsten Partei dieser Ausrichtung in den westlichen Demokratien an.
Ihr politisches Gewicht geht vorwiegend zulasten sozialdemokratischer Strömungen, die während des gesamten 20. Jahrhunderts keine Regierung ohne die Unterstützung der Kommunisten bilden und in Frankreich erst spät eine politische Bedeutung erlangen, die der demokratischer, linksgerichteter Parteien anderer europäischer Staaten entspricht.
Die Anfänge: Innerhalb der SFIO sind 1914 die Reaktionen auf die Allianz mit Poincaré bei Ausbruch des Krieges geteilt. Im Rahmen des Krieges steigern sich die Spannungen 1917, zu Meutereien und Streiks in Frankreich, zur Oktoberrevolution in Russland. Im März 1919 gründet Lenin die 3. Kommunistische Internationale, bekannter unter der Bezeichnung Komintern), die zu einem Bruch innerhalb der französischen Bewegung führt. Auf einem Parteitag in Straßburg Februar 1920 wird beschlossen zunächst die Organisation der 2. Internationalen zu verlassen. Beim anschließenden Parteitag in Tours im Dezember des gleichen Jahres, spricht sich die Mehrheit der Vertreter unter dem Einfluss von Charles Rappoport für eine Anbindung an die Komintern aus und gründet die SFIC (Section Francaise de l’Internationale Communiste), die 1922 zur Kommunistischen Partei Frankreichs (Parti Communiste – Section Francaise de l’Internationale Communiste) wird.
Der Einfluss der Internationalen Kommunistischen Bewegung: Die Anfänge der Partei werden von heftigen Querelen innerhalb der Bewegung begleiten, die noch im gleichen Jahr im Ausschluss zahlreicher Mitglieder und Führungspersönlichkeiten münden, weil sie als opportunistisch betrachtet werden. Nach einem ersten Wahlerfolg 1924, sinkt die Popularität der Partei infolge der Stalinisierung und erreicht 1932 einen Tiefpunkt (25.000 Mitglieder und miserable Wahlergebnisse). Maurice Thorez, ihr Generalsekretär ab 1930, erklärt sich zum ersten stalinistischen Führer. Damit wird auch Frankreichs Kommunistische Partei vom antimarxistischen Mythos des unfehlbaren Führers, am Beispiel Stalins in Russland, erfasst. In der Folgezeit wandelt sich die Kommunistische Partei Frankreichs zum Handlanger der Anweisungen der Staatsbürokratie der Sowjetunion. Auch an der Parteibasis macht sich diese Veränderung der politischen Ausrichtung bemerkbar. Nach und nach wird die Mittelklasse (Lehrpersonal, Journalisten, Ärzte…) als Anhänger durch junge Arbeiter ersetzt.
Mit der Anbindung an die Komintern akzeptiert die Partei 21 Bedingungen, die ihr erlauben sich in sämtliche Angelegenheiten ihrer Mitglieder einzumischen. Die Bewegung um Moskau wird nicht zögerlich auf dieses Mittel zurückgreifen, um über die Umsetzung seiner Direktiven zu wachen und wird über Mittelsmänner, wie Eugen Fried, die gesamte Verwaltung, Organisation und Politik der Partei beeinflussen. Die Bindung an die sowjetische Partei nimmt auch eine wirtschaftliche Dimension an, als die PCF ab 1950 jährlich mehrere Millionen Francs an Zahlungseingängen von dieser verbucht.
Antifaschismus und Front Populaire: Der Kampf gegen den Faschismus, aus dem Helden der Widerstandsbewegungen hervorgingen, wie Gabriel Pétri oder Guy Môquet, bildet wahrscheinlich das glorreichste Kapitel der Parteigeschichte. Dennoch blieben die Positionen der Partei in dieser Frage nicht immer eindeutig. Ursprünglich, als sich die Machtergreifung Mussolinis, dann Hitlers anbahnt, wird der Faschismus als ultimative Form des Kapitalismus angesehen. Die Kommunistischen Partisanen dieser Zeit sahen allerdings selbst in den Sozialisten Verräter (unter dem Einfluss der Unterdrückung des Spartakismus durch die Sozialdemokraten in Deutschland), eine Denkströmung, wie sie heutzutage noch von einigen radikal linken Gruppierungen, wie Lutte Ouvrière vertreten wird. Gegen diese Politik stellte sich Jacques Doriot, Generalsekretär der Kommunistischen Jugend, wurde im Juni 1934 dafür aber aus der Partei ausgeschlossen. Auch bekannt für die spätere Gründung einer Bewegung, die sich durch ihre Unterstützung des faschistischen Regimes und antikommunistische Ausrichtung geradezu auszeichnete, was wahrscheinlich mit dieser Erfahrung in Zusammenhang zu bringen ist.
Ironischerweise wird seine Beurteilung der Situation von Stalin, der auf die Verherrlichung Hitlers mit Besorgnis reagiert, übernommen und der Parteitag, der den Ausschluss von Doriot besiegelt, wird sogar um einen Tag verlängert, um es Maurice Thorez zu ermöglichen, die neue Politik einer einheitlichen Vorgehensweise vorzustellen, die auf eine Einigung der linken Strömungen abzielt und eine radikale Wende der Anweisungen aus dem Kreml darstellt.
Als Folge stellt sich eine patriotische Ausrichtung der Bewegung ein, die in einem Zusammenschluss mit der SFIO und dem Parti Radical unter der Bezeichnung Front Populaire mündet und es den Parteien ermöglicht bei den Wahlen 1936 den Sieg davonzutragen. Bei den darauf folgenden Gemeinderatswahlen gelang es den Kommunisten mehrere Arbeiterstädte, insbesondere in den Pariser Vororten, von ihrer Politik zu überzeugen. Dank einer stärkeren gesellschaftlichen, als politischen Ausrichtung ihrer Arbeit in diesen Gemeinden war es der Kommunistischen Partei Frankreichs möglich, sich die Loyalität dieser Bastionen ihrer Macht, unter der Bezeichnung Ceinture Rouge bekannt, bis in die 80er Jahre zu bewahren.
Dem spontanen Generalstreik 1936 gegenüber ablehnend eingestellt, unterstützt die PCF, immer noch unter der Führung von Thorez, in der Folge, die neue Regierung, ohne an ihr beteiligt zu sein, setzt sich aber für ein Eingreifen im spanischen Bürgerkrieg zugunsten der republikanischen Regierung ein.
Im Oktober 1938 widersetzten sich die Kommunisten als einzige Partei dem Abkommen von München, das die Annexion der Tschechoslowakei besiegeln sollte, und von dem die Sowjetunion bewusst ausgeschlossen blieb. Infolgedessen kam es bei der Nachricht der Unterzeichnung eines Paktes zwischen Deutschland und der Sowjetunion mit geheimen Klauseln, welche die Aufteilung Polens und weiterer Teile Osteuropas vorsahen, zum Schock. In Fortführung ihrer patriotischen Politik sprach sich die Partei zunächst für einen Krieg gegen Deutschland aus, erhielt aber bald strikte, gegenteilige Anweisungen aus Moskau, unter dem Hinweis der Krieg richte sich nicht mehr gegen den Faschismus, sondern sei ein Kampf der Imperialisten untereinander. Trotz zahlreicher Parteiaustritte passte die Führung ihre Politik an die neue Linie an und wurde dafür von der Regierung mit einem Verbot belegt.
In den Untergrund gedrängt und in Abwesenheit ihrer bedeutendsten Führer, die als Soldaten mobilisiert worden waren oder sich in die Sowjetunion zurückgezogen hatten, durchlebten die Partisanen der Partei ein Phase der Orientierungslosigkeit.
Als Frankreich 1940 schließlich von deutschen Truppen besetzt wird, bitten die Kommunisten das neue Regime um eine erneute Zulassung ihres Parteiorgans Humanité, ohne sich dadurch davon abhalten zu lassen sich mit Persönlichkeiten, wie Guy Môquet in Paris, aber auch Eusebio Ferrari in der Region Nord und zahlreichen anderen, aktiv in die Widerstandsbewegung einzubringen.
Auf den Angriff Hitlers auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 reagieren die Partisanen der Kommunistischen Partei innerhalb der Widerstandsbewegung, indem sie zum bewaffneten Kampf übergehen.
Die goldene Nachkriegszeit: 1944 beteiligt sich die Kommunistische Partei Frankreichs an der Seite der Gaullisten an der Befreiungsbewegung. Das Engagement der französischen Kommunisten innerhalb der Widerstandsbewegung, der Mut der sowjetischen Soldaten und letztendlich der Sieg der Sowjetunion und der Alliierten, lassen die Zwiespältigkeit der Kommunistischen Führer in Vergessenheit geraten und 1945 das Prestige der Bewegung als Dank für das patriotische Engagement ihrer Anhänger wieder steigen, so dass sie in die Regierung nationaler Einheit aufgenommen werden. Aus den Parlamentswahlen 1946 geht die Kommunistische Partei mit 28,8% der Wählerstimmen als stärkste Partei hervor. Mit der Anbindung der Gewerkschaft CGT an die sowjetischen Kommunisten 1945 verstärkt sich der Einfluss der Partei auf das Arbeitermilieu. Auf dieser Grundlage entwickelt sich eine kommunistische Gegenkultur, die darauf abzielt die Bevölkerung in allen ihren Lebensbereichen zu erfassen und infolgedessen beispielsweise die Gründung von Zentren für Kollektivurlaub durch kommunistische Gemeinden mit sich bringt. In diese Epoche fällt ebenfalls das Wirken von Arbeiterpriestern, die Katholiken für die Ideologie der Partei empfänglich machen.
Auch die Anzahl von Künstlern und Intellektuellen, die am Beispiel von Henri Wallon, Paul Eluard, Jean-Paul Sartre oder auch Pablo Picasso und Louis Aragon der Partei nahe stehen, ist aufschlussreich.
Zu dieser Zeit ist die Kommunistische Partei voll in die Regierungsarbeit eingebunden und der Kampf ihrer Gegner beschränkt sich auf einige wenige rechtsradikale Gruppierungen, die völlig am Rande der Gesellschaft stehen.
Der Kalte Krieg: Mit dem Marshall-Plan und dem Beginn des Kalten Krieges 1947 sieht sich die Kommunistische Partei Frankreichs gegenüber den Sozialisten in eine Oppositionsrolle gedrängt, schneidet aber dennoch in der Wählergunst etwas besser ab. Organisationen, wie die Friedensbewegung ermöglichen ihren Sympathisanten sich gegen den Amerikanischen Imperialismus und seine französischen Handlanger stark zu machen. In der Nachfolge des Kampfes gegen das Regime der Nationalsozialisten bleibt die Partei eine patriotische Bewegung. In diesem Rahmen sieht die Partei im Antiamerikanismus einen Schutz vor einer neuen Form des Imperialismus und die Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. An dieser Quelle schürt sich noch die heutige antiamerikanistisch ausgerichtete Bewegung.
Die Zeit Stalins Bis zur Mitte der 50er Jahre unterstützte die Kommunistische Partei das Regime Stalins stetig und bedingungslos.
Entstalinisierung: Als Stalin am 5. März 1953 stirbt, bilden die Veröffentlichung des Berichts von Chrustchow und die Unterdrückung der Revolution in Ungarn durch sowjetische Truppen den Beginn der Äußerung von Zweifeln an der Rechtfertigung seiner Politik, die für viele Partisanen mit heftigen Auseinandersetzungen verbunden sein sollte. Anfangs, um das Jahr 1956, stößt die Kommunistische Partei Frankreichs auf Schwierigkeiten dem Stalinismus eine Absage zu erteilen und der neuen Linie friedlicher Koexistenz, die von Chrustchow vorgegeben wird, zu folgen.
Leitende Persönlichkeiten der Partei, wie Thorez und Duclos, weigern sich mit Chrustchows Bericht auseinanderzusetzen und verbreiten innerhalb der Partei diesbezüglich Lügen. Nach dem Tod von Thorez 1964, übernimmt schließlich Waldeck Rochet die Führung der Partei. Als militante Orthodoxe marxistisch-leninistischer Ausrichtung, wie Jacques Jurquet und Marcel Juliot sich der Entstalinisierung verweigern und offen für eine Unterstützung der Politik der Volksrepublik China eintreten, resultiert dieses Auftreten im April in ihrem Ausschluss aus der Partei. So kommt es auf Initiative dieser Kreise im September zur Gründung einer ersten Maoistischen Organisation: die Fédération des Cercles Marxistes-Léninistes de France (FCML). Effektiv bleibt die PCF aber noch lange Zeit mit dem Stalinismus, seinen Strukturen und Praktiken (steile Hierarchien, Parteiausschlüsse, reaktionärer Charakter der Parteiführung) verwurzelt. Von den Ereignissen im Mai 68 eher verstört, widersetzt sich die Kommunistische Partei Frankreichs zunächst der Streikbewegung der Studenten und kritisiert die Besetzung der Universitäten. Selbst als Beschäftigte sich dem Streik anschließen, spricht die Kommunistische Bewegung den Generalstreiks jedes revolutionäre Potential ab und weigert sich an der Versammlung im Stadion von Charléty teilzunehmen. Diese Empfehlung leitet sie auch an die Gewerkschaft CGT weiter. Im Sommer 1968 äußert Waldeck Rochet Kritik an der Unterdrückung des Prager Frühlings. Insgesamt sehen die 70er Jahre tendenziell eine Schwächung des Ansehens der Partei in der Bevölkerung. Dennoch schneidet Jacques Duclos bei den Präsidentschaftswahlen 1969 mit 21,5% der Wählerstimmen im ersten Wahlgang ausgezeichnet ab. 1972 kommt es zur Unterzeichnung eines gemeinsamen Programms mit der Sozialistischen Partei, in der Hoffnung sich damit mehr Gehör in der Bevölkerung zu verschaffen. Die Vorteile aus der Allianz machen sich allerdings nur einseitig zugunsten der Sozialisten bemerkbar und das gemeinsame Programm wird 1978 aufgegeben. Die Veröffentlichung von Alexander Solchenitzyns Archipel des Goulags 1974 zieht fatale Folgen für das Ansehen der Partei in der Öffentlichkeit nach sich.
Zwar distanziert sich die PCF 1976 von der Linie nach sowjetischem Vorbild und schlägt eine stärker sozialdemokratisch geprägte Richtung ein. Dennoch kommt es infolge von Ereignissen, wie der öffentlichen Befürwortung der Invasion Afghanistans durch sowjetische Truppen durch Georges Marchais 1979, endgültig zum Bruch mit den Künstlern und Intellektuellen, die der Bewegung traditionell nahe standen.
Aktuelle Situation Die 80er Jahre: 1981 ist die Kommunistische Partei an der Regierung von Pierre Mauroy beteiligt, mit Charles Fiterman als Verkehrsminister, Anicet Le Pors als Minister für Öffentlichen Dienst, Jack Ralite als Gesundheitsminister und Marcel Rigout als Bildungsminister. Von Juni 1982 bis März 1983 führt Jacques Delors als Finanzminister einen wirtschaftlichen Härtekurs ein, nachdem sich drei Mal in Folge Abwertungen der Währung als notwendig erwiesen hatten und zu Milliardenverlusten an Kapital und einer Explosion der Arbeitslosigkeit geführt hatten. Auf diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Sozialisten zu verstehen, nicht an ihren wirtschaftlichen und sozialen Reformen festzuhalten, in der Angst die französische Wirtschaft innerhalb Europas in die Isolierung zu treiben. Als Ergebnis beschließen die Kommunisten 1984 die Regierung zu verlassen, um gegen diese neue, liberale Ausrichtung der Sozialistischen Partei zu protestieren. Die Kritik der Kommunistischen Partei bleibt allerdings undefinierbar und ohne konkrete Projekte, begleitet von tief greifenden, internen Spaltungen der Bewegung und, als Ergebnis, einer neuen Phase von Auflösungserscheinungen.
Auflösungserscheinungen in den 90ern: 1994 ist es an der Reihe von Robert Hue als Nachfolger von Georges Marchais den Platz an der Parteispitze einzunehmen. Trotz eines stetigen Rückgangs in der Wählergunst in den 70er und 80er Jahren und dem Scheitern der Revolution nach sowjetischem Vorbild, die in dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung der ehemaligen Ostblockstaaten mündet, bleibt der Einfluss des PCF dennoch nicht zu vernachlässigen.
Seine Bemühungen richten sich im Rahmen einer strategischen Allianz, der Gauche Plurielle, auf eine stärkere Orientierung in Richtung Sozialdemokratie. Daraufhin gelingt es der Partei 1997 wieder einige Persönlichkeiten in die Regierung einzubringen, genauer: Jean-Claude Gayssot als Verkehrs- und Wohnungsminister, Marie-George Buffet als Ministerin für Sport, sowie Michelle Demessine als Staatssekretärin im Ministerium für Tourismus. Die Neuorientierung bedeutet aber auch heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Partei. Auf dem 31. Parteitag im Oktober 2001 wird Robert Hue als Parteisekretär von Marie-George Buffet abgelöst. Die katastrophalen Ergebnisse bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002 bringen die Partei finanziell in eine extrem prekäre Situation, aber die Ausgabe von Obligationen ermöglicht es schon bald das Defizit zu überwinden. Zudem sehen die folgenden Wahlen eine Erholung in der Gunst der Öffentlichkeit. Auf dem politischen Spektrum der radikalen Linken sieht sich die Kommunistische Partei der Konkurrenz von Parteien, wie Lutte Ouvrière und der Ligue Communiste Révolutionnaire, ausgesetzt, ohne dass es ihr möglich ist, auf dem Gebiet der gemäßigteren Linken, der Sozialistischen Partei, Stimmen abzuringen. Paradoxerweise wird zudem ihre Rolle als Protestpartei von einer rechtsextremen Partei übernommen, dem Front National, der seinen eigenen Aussagen nach, einen Teil seiner Anhänger aus den Kreisen der Arbeiterklasse und ehemaliger Kommunisten schöpft, was wiederum von der PCF strikt bestritten wird. Innerparteilich zeichnet sich die PCF durch eine Vielfalt an Meinungen und Denkströmungen aus, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.
Die Kommunistische Partei Frankreichs aktuell: Nach katastrophalen Ergebnissen bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002, steigt die Popularität der Partei in der Bevölkerung zu den Regional- und Europawahlen 2004 wieder leicht an. Unter dem Einfluss von Marie-George Buffet macht sich eine Öffnung der Bewegung bemerkbar, indem bei den Regionalwahlen 2004 auch Kandidaten aus dem Milieu der Globalisierungsgegner und der Verbandsarbeit in die Listen aufgenommen werden.
Gleichzeitig kommt es, zwecks Koordinierung der Aktivitäten der Gegner des Kapitalismus, im Mai 2004 bei einer Tagung in Rom zur Gründung einer Europäischen Linken, aktuell unter der Führung von Fausto Bertinotti. Sei bemerkt, dass die Kommunistische Partei mit 135.000 eingetragenen Mitgliedern in dieser Hinsicht stärkste Partei Frankreichs bleibt. Im Rahmen der Kampagne der Verfassungsgegner im Vorfeld des Referendums 2005 nimmt die Kommunistische Partei eine bedeutende Rolle ein und sieht ihre Zukunft in einem radikaleren linken Forum, als die Bewegung der Sozialisten, aus Sozialisten, Trotzkisten der LCR und Globalisierungsgegnern.
Aktuelle Strömungen innerhalb der Partei Die im Folgenden beschriebenen Strömungen existieren nicht in offizieller Form, entsprechende politische Strömungen und Gruppierungen innerhalb der Partei sind dennoch spürbar. Mit dem Parteiapparat verbundene Strömungen: - Die Anhänger der Linie von Marie-George Buffet (Buffistes) – leiten die Partei und verteidigen das Prinzip einer Allianz mit der Sozialistischen Partei (PS), aber auch mit diversen Globalisierungsgegnern und sozialen Bewegungen - Die Anhänger der Linie von Robert Hue (Huistes) – verteidigen das Prinzip der Allianz mit der Sozialistischen Partei (PS) im Rahmen der Gauche Plurielle - Die Befürworter einer Erneuerung, Patrick Braouezec und Roger Martelli verbunden, kritische Anhänger der Parteiführung unter Buffet, setzen sich für einen losen Zusammenschluss des PCF mit sozialen Bewegungen ein und für eine Öffnung der Listen der Partei für deren Anhänger Diese drei ersten Gruppierungen bilden die Mehrheit innerhalb der Partei. - Die ehemaligen Anhänger der Linie von Georges Marchais (Marchaisiens) – sie verteidigen das Prinzip einer Autonomie der Partei im Verhältnis zur Sozialistischen Partei (PS), befürworten dabei aber einen neuen Zusammenschluss der Linken, um wieder ein Gleichgewicht innerhalb der Allianz zugunsten der Kommunistischen Partei herzustellen
- Die Orthodoxen der Regionalorganisation des Départements Pas-de-Calais - Die Kommunistische Linke hinter Jean-Jacques Karmann, die zunächst in Opposition zur Parteiführung stand, sich mit der Zeit aber der Linie der Parteimehrheit annäherte
Präsidentschaftskandidaten Vor 1958 wurde der Präsident von den Abgeordneten und Senatoren der Nationalversammlung gewählt (III. Republik), später vom Parlament (IV. Republik). Am 21. Dezember übernahm eine Delegation von 80.000 Wahlmännern diese Funktion. Mit den Reformen des Staatsapparates zur V. Republik im Jahre 1962 wurden Präsidentschaftswahlen per unmittelbarer und allgemeiner Abstimmung eingeführt. 1924: Zéphyrin Camelinat, 84 Jahre, Abgeordneter 1931: Marcel Cachin, 61 Jahre, Abgeordneter 1932: Marcel Cachin, 62 Jahre, Abgeordneter 1939: Marcel Cachin, 69 Jahre, Senator 1953: Marcel Cachin, 84 Jahre, Ältester Abgeordneter 1958: Georges Marrane, 70 Jahre, Senator und Bürgermeister von Ivry-sur-Seine 1965: Unterstützung der Kandidatur von Francois Mitterand, als Mitglied der Kommission zur Reform der Staatsorgane 1969: Jacques Duclos, 72 Jahre, Senator (mit 21,27% der Wählerstimmen hervorstechendstes Ergebnis) 1974: Unterstützung der Kandidatur von Francois Mitterand 1981: Georges Marchais, 60 Jahre, Abgeordneter 1988: André Lajoinie, Abgeordneter von Allier 1995: Robert Hue, 48 Jahre, Bürgermeister 2002: Robert Hue, 55 Jahre, Abgeordneter für das Département Val-d’Oise, Europaabgeordneter
Verbundene Artikel und Links
Kommunistische Presse
http://www.humanite.presse.fr/
http://www.regards.fr
http://www.economie-politique.org/
http://www.laterre.fr
http://www.lamarseillaise.fr/
http://pcahebdo.com
http://www.libertehebdo.com
http://le.manifeste.free.fr
Kommunistischen Senatsmitglieder http://www.groupe-crc.org/ Kommunistische Fraktion in der Nationalversammlung http://www.groupe-communiste.assemblee-nationale.fr/
Offizielle Web-Seite des PCF http://www.pcf.fr Web-Seite der Parteijugend des PCF http://www.jeunes-communistes.org Vereinigte Linke Europas http://www.european-left.org/
Übernommen von http://fr.wikipedia.org/wiki/Parti_communiste_francais
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