Komodowaran

Komodowaran
none|300px|KomodowaranKomodowaran (Varanus komodoensis)
Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Warane (Varanus)
Art: Komodowaran (V. komodoensis)

Der Komodowaran oder Komododrache (Varanus komodoensis) ist eine Echse in der Familie der Warane (Varanidae).

Der Komodowaran kommt nur auf einigen zu Indonesien gehörenden Inseln vor (Komodo (1700 Tiere), Rinca (1300), Gili Motang (100) und Flores (etwa 2000)).

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild

Der imposante Komodowaran lässt die meisten heute lebenden Echsen wie Zwerge erscheinen. Er wird bis zu 3 Meter lang und annähernd 140 kg (einige Quellen sprechen sogar von bis zu 250 kg) schwer. Er hat einen schweren graubraunen bis olivgrünen Körper, einen langen, dicken Schwanz und gut entwickelte Gliedmaßen mit klauenartigen Nägeln. Die Zähne sind groß und spitz, die Zunge ist gegabelt und kann schnell aus dem Maul herausgestreckt und wieder eingezogen werden. Trotz seiner Größe ist er ein guter Kletterer, der sich sowohl auf dem Land wie auch im Wasser, in dessen Nähe er oft lebt, schnell fortbewegen kann. Das erreichbare Alter wird auf 30 bis 50 Jahre geschätzt. Komodowarane haben einen äußerst unangenehmen Eigengeruch.

Lebensweise

Diese größte lebende Echse ist agil, besitzt ausgezeichnete Sinne, und gilt als eines der intelligentesten Reptilien. Sie lebt in den Wäldern und Buschländern der Inseln und ernährt sich dort vor allem von Aas, schlägt aber durchaus auch lebende Beute bis hin zur Größe eines Schweines. Selbst vor einem Büffel schreckt das Tier zuweilen nicht zurück. Die Taktik auf der Jagd ist folgende: Der Waran versucht ein Opfer so nah herankommen zu lassen, dass ihm eine Bisswunde zugefügt werden kann. Da sich im Maul des Waranes ein giftiger Bakterienschleim befindet, wird diese Wunde gleichzeitig infiziert, so dass der Waran nun nur noch das Opfer solange verfolgen muss, bis es an der Vergiftung zugrunde geht. Angriffe auf den Menschen sind selten; allerdings sind Bisswunden durch Komodowarane auch durch die moderne Medizin nur selten heilbar, so dass infizierte Gliedmaßen oft amputiert werden müssen. thumb|250px|left|Komodo-Warane im Tierpark Bochum

Fortpflanzung

Komodowarane paaren sich zwischen Mai und August; die Eiablage erfolgt im September. Das Weibchen legt jeweils etwa 15 Eier, die es im Boden vergräbt. Nach der Fürsorge für das Nest werden die Jungtiere (100 g schwer, 40 cm lang) sich selber überlassen, und oft sogar als Beute gefressen. Überlebende Jungtiere wachsen innerhalb fünf bis sieben Jahren auf eine Länge von etwa 1,50 Meter und sind auch dann erst geschlechtsreif. Bis zu diesem Zeitpunkt leben die Jungtiere ausschließlich auf Bäumen, die ihre älteren Artgenossen auf Grund ihres größeren Gewichtes nicht erklettern können. Damit sind sie gut gegen kannibalistische Überfälle gewappnet.

Erste wissenschaftliche Beschreibung

Die erste wissenschaftliche Beschreibung des Komodowarans stammt aus dem Jahre 1912 von Peter Ouwens, dem Leiter des zoologischen Museums von Bogor auf Java. Bereits in den Jahren zuvor hatten die stattlichen Echsen das Interesse niederländischer Perlentaucher und Soldaten erweckt. Wegen seiner Ähnlichkeit zum "Drachen" dachte man einige Zeit, der Komodowaran könne Feuer speien.

Zum Schutz des Komodowarans wurde 1980 der Komodo-Nationalpark gegründet.

See also: Komodowaran, 1912, 1980, Aas