Kongregationalismus

Der Kongregationalismus ist eine Form der christlichen Gemeindeverfassung, in der die Autonomie der einzelnen Kirchengemeinde oberste Priorität hat. Nach diesem System sind die Täuferbewegung, die Pfingstbewegung, die Baptistengemeinden und die eigentlichen kongregationalistischen Kirchen organisiert. Kongregationalistische Gemeindeverfassungen müssen vom Presbyterianismus, in dem die Gemeinde von Ältesten geführt wird, und vom Episkopalismus unterschieden werden, wo dies durch ein hierarchisches Bischofssystem geschieht.

Geschichte

Der Kongregationalismus entstand ursprünglich innerhalb der Anglikanischen Kirche durch Einflüsse der reformierten Tradition Johannes Calvins und Ulrich Zwinglis. Innerhalb der puritanischen Bewegung im England des 16. und 17. Jahrhunderts wurden Gemeinde- und Kirchenverfassung zu zentralen Streitpunkten. Während die Presbyterianer Schottlands die bischöfliche Hierarchie durch ein System kirchlicher Instanzen ersetzten, die in ihrer Gesamtheit eine Nationalkirche, die Church of Scotland, bildeten, gerieten die Kongregationalisten mit ihrer Forderung nach Gemeindeautonomie in Konflikt mit der Anglikanischen Kirche und somit mit der Krone. Viele von ihnen gingen ins holländische Exil oder wanderten nach Nordamerika aus, während kleinere Gruppen in Großbritannien verblieben.

Kongregationalistische Kirchen

Die meisten Zusammenschlüsse kongregationalistischer Gemeinden haben sich im 20. Jahrhundert mit anderen protestantischen Kirchen vereinigt, in denen die einzelnen Gemeinden aber weiterhin sehr große Autonomie besitzen:

Weiterhin eine selbstständige Kirche ist The Union of Welsh Independents (Undeb Annibynwyr Cymru) in Wales mit etwa 35.000 Mitgliedern.

See also: Kongregationalismus, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, 1925, 1972, 1975, 1977, 1981, 20. Jahrhundert, 2000