Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung

Die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (KPEV) war die Behörde, welche die Preußischen Staatseisenbahnen bis zum Jahre 1920 leitete. Durch Übernahme verschiedener Privatbahnen im Staate Preußen durch den Staat ab etwa der 1880er Jahre erreichte die KPEV bis zum Ende des ersten Weltkrieges ein Streckennetz von fast 37.500 km. Damit war die KPEV die größte Länderbahn die 1920 in die Deutsche Reichsbahn aufging.

Geschichte

Im Gegensatz zu allen größeren Staaten des Deutschen Bundes, die schon in der Frühzeit des Eisenbahnbaues versuchten, durch eigene Finanzmittel das neue Verkehrsmittel zu fördern, hatte es das Königreich Preußen privaten Unternehmern überlassen, das Land durch Schienenwege zu erschließen. Nur dort, wo keine Privatbahnen entstanden waren, ergriff der Staat mit seinen beschränkten finanziellen Mitteln selbst die Initiative. Im übrigen sicherte sich der Staat durch gesetzliche Regelungen die Möglichkeit, die Tätigkeit der Privatgesellschaften zu beeinflussen und sich ihren Ankauf vorzubehalten. Trotz dieser Haltung der preußischen Regierung, wuchs das Eisenbahnnetz in dem weitaus größten Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes relativ schneller als in anderen Teilen Deutschlands.

Die Geschichte der Staatsbahnen in Preußen läßt sich in drei Abschnitte einteilen, in denen manchmal unterschiedliche politische Zielsetzungen vorherrschten.

In den Jahren nach 1847 kam es zum Bau von drei Staatsbahnstrecken,

Auch einige Privatgesellschaften, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren, wurden angekauft. Zu nennen sind

Durch den Krieg von 1866 erwarb Preußen eine Reihe von Territorien, in denen sich staatliche Bahnen befanden, die nun dem neuen Eigentümer zufielen. Mit den Staatsbahnen von Frankfurt, Hannover, Kurhessen, Nassau und Schleswig-Holstein wuchs das staatliche Eisenbahnnetz in Preußen um 1069 km.

In der Zeit nach 1877 führte der Zusammenbruch zahlreicher Aktiengesellschaften, die in der "Gründerzeit" entstanden waren, zu einer Zurückhaltung privater Kapitalgeber beim Eisenbahnbau. Das war der endgültige Durchbruch des Staatsbahnprinzips. Der Staat erwarb bis zum Jahre 1904 private Bahnstrecken in einer Länge von 15.575 Kilometern. Diese Politik beruhte auch auf militärischen Überlegungen; denn man erwartete von einer einheitlichen Staatsbahn - nach Bismarcks Vorstellung sogar einer Reichseisenbahn - im Kriegsfall bessere Leistungen als von einer Vielzahl von Privatgesellschaften.

Schon im Jahre 1890 war die KPEV mit einem Streckennetz von mehr als 23.000 km Länge die größte Staatseisenbahn weltweit, sowohl was die Länge des Streckennetzes als auch der zurückgelegten Kilometer anging.

Ab 1. August 1897 bestand eine Betriebsgemeinschaft mit den Staatseisenbahnen des Großherzogtums Hessen, die als Vereinigte Preußische und Hessische Staatseisenbahnen bezeichnet wurde.

Das Eisenbahnnetz der KPEV besaß v.a. eine Ausrichtung in Ost-West-Richtung mit dem Zentrum Berlin. Hier liefen die Strecken sternförmig zusammen und endeten in verschiedenen Kopfbahnhöfen wie dem Görlitzer Bahnhof (heute ein Parkgelände), dem Anhalter Bahnhof (heute nur noch S-Bahn-Tunnelbahnhof), dem Schlesischen Bahnhof (heute Ostbahnhof), dem eigentlichen Ostbahnhof am Küstriner Platz, dem Stettiner Bahnhof (später Nordbahnhof, heute nur noch S-Bahn-Tunnelbahnhof), dem Lehrter Bahnhof (heute Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof), dem Potsdamer Bahnhof (heute Tunnelbahnhof Potsdamer Platz) und einer Vielzahl anderer.

Im Fernverkehr waren die wichtigsten Strecken der KPEV die von Berlin aus verlaufende Preußische Ostbahn an die russische Grenze, die Lehrter Bahn von Berlin nach Lehrte bei Hannover mit Fortsetzung ins Ruhrgebiet, die Strecke von Berlin ins oberschlesische Kohlerevier und die Strecke von Berlin nach Hamburg.

Durch den Vertrag von Versailles 1919 musste die Preußische Staatsbahn 4558 km abtreten an Polen (4115 km), Danzig (145 km), Belgien (129 km), das Memelgebiet (137 km) und die Tschechoslowakei (31 km), 1920 nochmals an Dänemark (250 km) und durch die Abtrennung des Saarlandes (298 km).


1920 ging die KPEV zusammen mit den anderen deutschen Länderbahnen in der Reichseisenbahn, der späteren Deutschen Reichsbahn auf.

Verwaltungsdirektionen der KPEV


Kategorie:Ehemalige Bahngesellschaft

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