Königreich Burgund

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt das Königreich Burgund, das als Nachfolgestaat des Karolingerreiches von 877/88 bis 1033 existierte. Weitere Erläuterungen des Namens siehe Burgund (Begriffsklärung).

Das Königreich Burgund war ein Produkt der karolingischen Reichsteilungen. Es entstand aus denjenigen Teilen des früheren karolingischen Reichsteils Burgund, die bei der Teilung des Frankenreichs 843 (Vertrag von Verdun) an das Mittelreich Lothars I. fielen (also ganz Burgund außer der späteren Bourgogne, die an das Westfrankenreich fiel).

Das Königreich Burgund entstand in drei Etappen:

Inhaltsverzeichnis

Karolingische Reichsteilungen

Regionale Reichsgründungen

Niederburgund umfasste grob gesagt die heutige französischen Regionen Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d'Azur, Hochburgund die spätere Freigrafschaft Burgund, die Westschweiz, Basel, das Wallis, Aosta und Teile der Zentralschweiz. Die spätere Bourgogne gehörte weder zu Hoch- noch zu Niederburgund, sondern zum Westfrankenreich. Fraxinetum in der Provence wurde 889 islamisch.

Niederburgund

Hochburgund

Königreich Arelat

Unter Adelheid und Konrad wuchsen die beiden Burgund unter deusacher Hegemonie zusammen. Seither bestand ein einheitliches Königreich Burgund unter Konrad. Das unter den Welfen vereinte Burgund wurde nach der bedeutendsten Stadt Niederburgunds Arles auch Königreich Arelat genannt.

975 Ende der islamischen Herrschaft in der Provence.

1033 fiel das Reich dann im Erbgang an den fränkischen Kaiser Konrad II.. Fortan existierte es als Reichsgut mit formeller Selbständigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.

Territoriale Absplitterungen und Ende

In der Stauferzeit (ab Mitte 12. Jhdt.) wurden die Territorien von Avignon und das Valentinois (Valence) unter den Grafen von Toulouse sowie Savoyen faktisch selbständige Territorien innerhalb Burgunds.

Das Rektorat für die Kaiser übten in den verbliebenen Gebieten die Herzöge von Zähringen aus. Unter ihnen wurden zahlreiche Städte gegründet (unter anderem Bern). Die Bistümer von Basel, Sitten, Lausanne und Genf wurden zunehmend selbständig.

1246 fiel die Grafschaft Provence an das französische Haus Anjou und schied damit ebenfalls de facto aus dem Königreich Burgund aus.

Die Niederlage der Staufer gegen die Anjous nutzte Frankreich zu einer weiteren Gebietskorrektur: Auch das Tal rechts der Rhône zwischen Valence und Avignon (die Ardeche) wurde französisch. Basel, Lausanne und Besançon werden freie Reichsstädte.

1309 siedeln die Päpste auf französischen Druck hin nach Avignon um.

1349 wird auch die Dauphiné französisch.

1384 gewinnt Herzog Philipp der Kühne von Burgund (also der französischen Bourgogne) die Herrschaft über die Freigrafschaft Burgund. Damit ist die territoriale Einheit des Königreichs Burgund endgültig zerstört, und aus der Vereinigung von Herzogtum Burgund (französisch) und Freigrafschaft Burgund (deutsch) entsteht ein neues Burgund.

Weblinks

Siehe auch: Liste der Herrscher von Burgund

http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D6620.html Historisches Lexikon der Schweiz

Burgund, Königreich

See also: Königreich Burgund, 899, 901, 905, 922, 933, 938, 947, 950