Konstruktivistische Didaktik
Die Konstruktivistische Didaktik will im Gegensatz zu gängigen 'Eintrichterungstheorien' das Lernen als einen Prozess der Selbstorganisation von Wissen verstehen, das sich auf der Basis der Wirklichkeits- und Sinnkonstruktion jedes einzelnen Lernerindividuums vollzieht und damit relativ, individuell und unvorhersagbar ist.
Als Lehrer kann man lediglich möglichst reichhaltige, multimodale, interessante und kommunikationsorientierte Umgebungen schaffen, welche die subjektiven Erfahrungsbereiche ansprechen und gleichzeitig neue 'Rätsel' beinhalten, die pragmatisch, interaktiv und kreativ zur Selbstorientierung einladen. Die Kunst des Lehrens besteht darin, zwischen der ursprünglichen Wirklichkeitskonstruktion des Lerners und derjenigen, die wissenschaftlich und gesellschaftlich gerade als konsensfähig gilt, eine Kette von optimalen Diskrepanzen vorzusehen, die von den Lernern als Erwartungswiderspruch erlebt und durch Versuch und Irrtum produktiv überwunden werden.
Literatur
- Müller, Klaus (Hrsg.) (1996): Konstruktivismus. Lehren. Lernen. Ästhetische Prozesse. Neuwied. Luchterhand.
- Meixner, Johanna/Müller, Klaus (Hrsg.)(2001): Konstruktivistische Schulpraxis. Beispiele für den Unterricht. Neuwied. Luchterhand.
