Schelf
thumb|300px|Schema des Meeresbodens
Der Schelf (auch Kontinentalschelf, Kontinentalsockel) ist die Bezeichnung für den küstennahen Meeresboden bis zu 200 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Begriff wurde im Jahre 1907 vom deutschen Geographen Otto Krümmel aus dem Englischen ("shelf") übernommen.
Der Schelfbereich ist Bestandteil der Festlandsmasse, er besteht somit aus kontinentaler Kruste. Auf dem Sockel lagern sich typische (neritische) Schelfsedimente ab, insbesondere kommt es zur chemischen und biologischen Fällung von Karbonaten ("carbonat factory"). Abgesehen von Perioden eines eiszeitlich bedingten weltweiten Meerestiefstandes (marine Regression) ist der Schelf von einem flachen Schelfmeer (Epikontinentalmeer) bedeckt. Je nach Neigung des Meeresboden kann der Schelf ein schmaler Saum oder ein breiter Gürtel sein. Mit 1500 km hat der Sibirische Schelf die größte Ausdehnung, im globalen Durchschnitt ist ein Schelfbereich etwa 74 km breit.
Landwärts wird der Sockel durch die Küste Litoral begrenzt, seewärts ist es die Schelfkante, eine Linie, ab der sich die Neigung des Meeresbodens deutlich verstärkt, die den Schelfbereich abschließt. Dahinter folgt der Kontinentalabhang, der den Übergang zur Tiefsee bildet.
Das biologisch hochproduktive flache Schelfmeer ist die "Kinderstube" vieler Fischarten und insgesamt sehr reich an verschiedenen Tier- und Pflanzenarten.
