Kontinuitätsmanagement
Kontinuitätsmanagement, betriebliches
Der Begriff bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre Konzepte, Planungen und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der betrieblichen Kontinuität, abgekürzt auch als "BKM". Herleitung aus dem (engl.) business continuity planning.
Das BKM bezeichnet zusammenfassend eine Managementmethode, die anhand eines Lebenszyklus-Modells die Fortführung der Geschäftstätigkeit unter Krisenbedingungen oder zumindest unvorhersehbar erschwerten Bedingungen absichert. Es besteht eine enge Verwandtschaft mit dem Risikomanagement. In den deutschsprachigen Ländern wird das BKM bisweilen als verwandt mit der Informationssicherheit, der IT-Notfallplanung und dem Facilities Management angesehen. Verbindungen bestehen auch zum Gedankengut der corporate governance.
Histor. nachgewiesen ist der militärische Ursprung in der chin. Lit. (Sun Tzu, um 500 v. Chr., vgl. kommentierte Übersetzung "The Art of War", Hrsg. Lionel Giles, The British Museum 1910), später bei deutschsprachigen Militärtheoretikern wie Clausewitz. Die fortdauernde Planung, Umsetzung und der erfolgreiche Abschluß eigener Pläne trotz Feindeinwirkung und Störung wurde mit Einsetzen der industriellen Revolution auf das betriebliche Geschehen übertragen.
Kennzeichnend für den Übergang von der militärischen Begrifflichkeit zur zivilen Nutzung sind u. a. (USA) civil defence, homeland security, (D) Zivilverteidigung, Katastrophenschutz. Die Entwicklung des BKM erfolgte ab ca. 1950 vornehmlich in den USA, jedoch unter Nutzung der Grundlagen aus Europa. Ab ca. 1980 veränderte sich die Wahrnehmung in Richtung der Informationstechnologie, deren zunehmende Bedeutung im Unternehmen zu einem besonderen Risikofaktor wurde. Nachgewiesen ist hier die Gleichsetzung des Begriffs mit dem Unterbegriff "IT Disaster Recovery", dtsch. "IT-Notfallplanung".
In der jüngeren Vergangenheit wurde der Begriff des BKM erneut auf den Gesamtbetrieb erweitert, u. a. durch Gesetzgebung wie den (USA) Sarbanes-Oxley Act 2002 und den (GB) Civil Contingencies Act 2004. Implizit ist das BKM u. a. nach (D) Kontroll- und Transparenzgesetz 1998, (D, A) Kodizes für Corporate Governance. Ergänzend erfolgt die Beschreibung des BKM durch mehrere Normen und Industriestandards, beispielsweise (international) ISO 17799, (USA) NFPA 1600, (AU, NZ) BCM Better Practice Guidelines, (GB) BS 7799: 2002 (2), (A) ÖNORM A 7799 und ISO 17799, Veröffentlichungen des Basler Ausschusses hinsichtlich der Zweiten Basler Eigenkapitalverordnung.
Methode und Rahmen des BKM sind im sog. "Good Practice Guide" veröffentlicht, der durch das (GB) Business Continuity Institute herausgegeben wird. Zentrale Kompetenzen für Praktiker sind in den (GB, USA) "Joint Standards" geregelt, die gemeinsam durch das Business Continuity Institute und das Disaster Recovery Institute International herausgegeben werden.
Kategorie:Management
