Kontrabass
350px|thumb|Kontrabass aus verschiedenen Blickwinkeln
Der Kontrabass ist das tiefste und größte Streichinstrument und hat ein weites Einsatzgebiet vom modernen Sinfonieorchester bis in den Jazz. Als Bassinstrument bildet sein Spiel die Basis für die Melodieinstrumente.
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Aufbau
Der Kontrabass hat sowohl bauliche Eigenschaften der Geigenfamilie als auch der Gambenfamilie. Aus der Geigenfamilie hat der Kontrabass die F-förmigen Schalllöcher (F-Löcher), die Anzahl der Saiten und das bundlose Griffbrett, von den Gamben die meistens abfallenden Schultern und den oft flachen, zum Hals hin abknickenden Boden übernommen. Italienische Modelle entsprechen stärker der Geigenform. Ein Vorgänger des Kontrabasses war der Violone aus der Familie der Gamben. Der Violone hatte sechs Saiten und war wie die Gamben mit Bünden versehen.
Die vier Saiten des Kontrabasses sind in Quarten (‚E-‚A-D-G) gestimmt. Im Orchester werden auch Kontrabässe mit einer fünften Saite verwendet – diese ist entweder eine Quarte oder große Terz tiefer als die E-Saite gestimmt. Seltener sind Kontrabässe, bei denen über einen Hebelmechanismus (C-Maschine) die schwingende Länge der E-Saite in den Wirbelkasten hinein verlängert werden kann, um Töne bis zum Kontra-C spielen zu können. Für den Kontrabass als Soloinstrument werden häufig so genannte Solosaiten verwendet, dabei ist jede Saite einen Ganzton höher gestimmt (‚Fis-‚H-E-A), was durch die höhere Spannung und die etwas dünnere Bauart einen helleren Klang zur Folge hat.
Geschichte
In der Zeit der Wiener Klassik war der fünfsaitige Kontrabass in der so genannten Terz-Quart- oder Wiener Solostimmung ‚F-‚A-D-Fis-A verbreitet. Zahlreiche Konzerte wurden für den so gestimmten Kontrabass geschrieben, unter anderem von Carl Ditters von Dittersdorf, Johann Matthias Sperger, Johann Baptist Vanhal. Auch Joseph Haydn schrieb ein Kontrabass-Konzert, welches aber bis heute verschollen ist. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb 1791 die Arie "Per questa bella mano" KV 612 für Bass und obligaten Kontrabass, bei deren Uraufführung im Schikanederschen Theater Friedrich Pischelberger den Kontrabass spielte. Die Musikwissenschaft ist sich jedoch uneins, ob es sich bei diesem Stück nur um einen musikalischen Witz handelt.
Im 19. Jahrhundert gab es in französischen Orchestern auch vergrößerte Bauformen des Kontrabasses (bis zu 4 Meter hoch), die eine größere Klangfülle erzeugen sollten, die 3-saitigen Oktobässe. Diese Instrumente mussten von zwei Spielern bedient werden.
Spielweise
In der klassischen Musik wird der Kontrabass vorwiegend gestrichen. Der Bogen wird entweder wie bei der Geige mit Obergriff gehalten (Italien, Frankreich, England, teilweise USA), oder wie bei der Gambe mit Untergriff (Österreich, Deutschland).
Im Jazz wird das Instument der Regel gezupft ("gepizzt" von italienisch pizzicato).
Im Bereich der Unterhaltungsmusik entwickelte sich die Slap-Technik ("to slap" engl. = schlagen) seit den 1910er-Jahren zu einer speziellen Spielweise des Kontrabasses. Da durch die Einführung elektrisch verstärkter Gitarren der Bass selbst in kleinen Besetzungen kaum noch zu hören war, versuchten die Bassisten die Lautstärke Ihres Instrumentes zu erhöhen:
- durch das Schlagen auf die Saiten im unteren Teil des Griffbrettes oder
- durch das Anreißen der Saiten, die dann auf das Griffbrett zurückschlagen.
Beide Spielweisen erzeugen das bekannte perkussive Klicken, dass den Rhytmus der Musik zusätzlich hervorhebt. Die Kombination aus Anreißen und Schlagen wird Double genannt. Die triolische Variante schlagen- anreißen- anreißen bezeichnet man als Triple. Ausserdem gibt es noch den Shuffel aus anreißen- Pause- schlagen, und den 16tel Slap mit anreißen- Pause- Schlagen- Schlagen Besonders verbreitet ist diese Technik im Rock'n'Roll, Rockabilly und Psychobilly. Der wohl beeindruckendste Slap-Bass-Spieler der heutigen Zeit dürfte Lee Rocker von den Stray Cats sein. Trotz seiner unglaublichen Geschwindigkeiten, intoniert er für einen Rockabilly-Bassisten sehr sauber und singt zudem noch.
Der Kontrabass wird im Sitzen auf speziellen Hochstühlen oder im Stehen gespielt. Zur Anpassung an die Körpergröße des Bassisten dient der höhenverstellbare Stachel als Standfuß des Instruments.
Literatur
Focht, Josef: Der Wiener Kontrabass. Spieltechnik und Aufführungspraxis, Musik und Instrumente. Tutzing: Schneider 1999, ISBN 3-7952-0990-0
Planyavsky, Alfred: Geschichte des Kontrabasses, 2. Aufl., Tutzing: Schneider 1984, ISBN 3-7952-0426-7
Warnecke, Friedrich: Ad Infinitum. Der Kontrabass. Seine Geschichte und seine Zukunft. Probleme und deren Lösung zur Hebung des Kontrabaßspiels, Reprint, Leipzig: edition intervalle 2005, ISBN 3-938601-00-0
Siehe auch
Weblinks
- Gesellschaft der Bassisten in Deutschland
- PAK-BW (Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass Baden-Württemberg)
- PAK Bayern (Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass im VBSM e.V.)
Kategorie:Streichinstrument
