Konvergenz (Biologie)

Unter Konvergenz oder konvergenter Evolution versteht man die unabhängige, aber ähnliche Entwicklung von Körpermerkmalen bei verschiedenen Arten aufgrund ähnlicher Bedingungen. Allgemein formuliert: die allgemeine Beziehung zwischen phylogenetischen Entwicklungslinien, unabhängig davon, ob es sich bei den Merkmalen der sich entwickelnden Gruppen von Merkmalsträgern um homologe oder nichthomologe Merkmale handelt. Am interessantesten sind Divergenzen von homologen und Konvergenzen von nichthomologen Merkmalen.

In der Biologie sind zumindest drei voneinader abweichende Bedeutungen des Begriffs "Konvergenz" üblich:


So entwickelten sich zum Beispiel für die hohe Laufgeschwindigkeit von Pferden und Straußen wenige, aber kräftige Zehen stärker, während die übrigen Zehen sich zurückbildeten (der Pferdehuf ist der verstärkte Mittelfinger, Strauße haben nur zwei Zehen, während Vögel im Allgemeinen vier Zehen besitzen).

Ein weiteres Beispiel für Konvergenz ist die Stromlinienform des Körpers bei Fischen, Delphinen, Pinguinen und in gewissem, wenn auch wesentlich geringerem Maße beim Flusspferd.

Auch bei der typischen platten Körperform der Tierläuse und deren stechend-saugenden Mundwerkzeuge geht man heute von einer konvergenten Entwicklung aus: diese Parasiten haben sich im Laufe der Evolution unabhängig voneinander aus zwei unterschiedlichen nicht-parasitischen Vorfahren entwickelt.

Ebenso finden sich Raubtiere unter echten Säugetieren wie unter australischen Beuteltieren; die großen Raubbeuteltiere (Beutelwolf) wurden allerdings ausgerottet, weswegen es bei den Beuteltieren heute nur noch marderähnliche Arten (die Beutelteufel) gibt.

Konvergenz bezieht sich nur auf die ähnliche äußere Erscheinungsform, nicht auf eine genetische Verwandtschaft.

Siehe auch:


See also: Konvergenz (Biologie), Afrikanischer Strauß, Analogie, Analogie (Biologie), Art (Biologie), Beutelsäuger, Beutelteufel, Beutelwolf, Delfine, Evolution