Kooperative Gesamtschule

Die Kooperative Gesamtschule ist eine in mehreren deutschen Bundesländern existierende Schulform.

Der Unterricht an einer KGS wird in den Schuljahrgängen 5 bis 10 schulzweigspezifisch und schulzweigübergreifend erteilt. In Deutsch, erster Fremdsprache, Mathematik und in der Regel in Naturwissenschaften wird schulzweigspezifischer Unterricht, in Sport und in der Regel in den Fächern des Fachbereichs musisch-kulturelle Bildung schulzweigübergreifender Unterricht durchgeführt. In den anderen Fächern ggf. einschließlich der Naturwissenschaften kann der Unterricht schulzweigspezifisch oder schulzweigübergreifend nach Entscheidung der Gesamtkonferenz der Schule erteilt werden. Diesem Beschluss müssen der Schulelternrats sowie der Schülerrats zustimmen:

Der Hauptschulzweig, der Realschulzweig und der Gymnasialzweig bilden die drei Säulen dieser Schulform. Sie entsprechen im dreigliedrigen Schulwesen der Hauptschule, Realschule und dem Gymnasium und haben vieles mit ihnen gemeinsam:

In einer KGS werden Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten teilweise gemeinsam (schulzweigübergreifend) unterrichtet. In der überwiegenden Zahl der Fächer findet dagegen der Unterricht in den einzelnen Schulzweigen getrennt statt. Der schulzweigübergreifende Unterricht macht etwa 25 bis 50% des gesamten Unterrichts aus, der schulzweigbezogene Unterricht 50 bis 75%.

Die Vermittlung von gemeinsamen Lernerfahrungen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ist ein besonderes Ziel des schulzweigübergreifenden Unterrichts an einer Kooperativen Gesamtschule. Die Fähigkeit mit Menschen unterschiedlicher geistiger, praktischer, musischer oder sozialer Begabungen und Kompetenzen zusammenarbeiten zu können, ist eine der Schlüsselqualifikationen für das heutigen Berufsleben.

Der schulzweigübergreifende Unterricht und das gemeinsame Schulleben an einer Kooperativen Gesamtschule trägt dazu bei, Verständnis füreinander zu gewinnen und Toleranz zu erzeugen. Die gemeinsame Unterbringung in einem Schulgebäude, gemeinsame Pausen und viele außerunterrichtlichte gemeinsame Veranstaltungen bauen Vorurteile ab und helfen eigene Stärken und Schwächen zu erkennen.

Der Unterricht in den drei Schulzweigen ist aufeinander abgestimmt. Es gibt in der Regel für jedes Fach jeweils nur eine Fachkonferenz, an der Fachlehrer und Fachlehrerinnen aller drei Schulzweige teilnehmen. Hier werden die Unterrichtsinhalte, Anforderungsmaßstäbe, Grundsätze der Leistungsbewertung, die Einführung von Lehrbüchern und vieles mehr zwischen dem Hauptschulzweig, dem Realschulzweig und dem Gymnasialzweig abgestimmt. Hierdurch soll die Möglichkeit offen gehalten werden, die Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler entsprechend dem Leistungsvermögen zu korrigieren.

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