Koralle
thumb|300px|Korallen im durchlichteten Flachwasserbereich. Nur dort sind die symbiontischen Algen zur Photosynthese in der Lage Korallen (v. griech.: korállion) gehören zur Klasse der Blumentiere (Anthozoa) im Stamm der Nesseltiere (Ausnahme: Feuerkorallen gehören zur Klasse der Hydrozoa).
Sie kommen ausschließlich im Meer vor, insbesondere im Tropengürtel. Sie leben meist sesshaft (sessil) in Kolonien. Im Hinblick auf die Wuchsform unterscheidet man zwischen Weichkorallen und Steinkorallen (Hartkorallen), wobei letztere durch Einlagerungen von Kalk Skelette bilden, durch die Korallenbänke oder ein Korallenriff entstehen, da totes Skelettmaterial fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert wird. Korallenskelette bestehen zum größten Teil aus Kalk, den die Korallentiere aus ihrer Fußscheibe oder ihrem Ektoderm absondern, um der Kolonie Stütze zu verleihen. Die Einzelskelette sind in der Regel pflanzenartig verzweigt und an den Zweigenden, den Wachstumsspitzen, sitzen oft farbenprächtige Polypen, die den Eindruck verstärken, man hätte es mit unterseeischen Blütenpflanzen zu tun.
Wie bei den meisten sesshaften Meerestieren handelt es sich auch bei Korallen um Filtrierer, d.h. sie ernähren sich auch durch das Herausfiltern von Mikroplankton, Nährstoffen und Spurenelementen aus dem strömungsreichen Meerwasser. Viele der Korallen, die in Nähe der Wasseroberfläche leben, ernähren sich jedoch nicht alleine durch Filtrieren von Plankton, sondern auch (oder sogar zum grösseren Teil) durch eingelagerte Symbiosealgen, sogenannte Zooxanthellen, welche auch für die intensiven Farben im lebendigen Gewebe der Koralle verantwortlich sind. Diese einzelligen Algen sind mit ihrem pflanzlichen Photosynthese-Stoffwechsel nahtlos in den Nährstoffhaushalt der Koralle eingebunden. Je nach vorhandenem Plankton kann auch die Grösse der Korallenpolypen sehr unterschiedlich sein, deshalb unterscheidet man zwischen grosspolypigen (LPS - Large Polype Sclerantinia) und kleinpolypigen (Small Polype Sclerantinia), wobei die Polypengrösse von Millimeter-Bruchteilen bis zu mehreren Zentimetern variiert. Diese Algen sind jedoch sehr temperaturempfindlich. Erwärmt sich das Wasser zu stark, beginnen sie Giftstoffe zu produzieren und werden daraufhin von den Korallen abgestoßen. Diesen Vorgang nennt man Korallenbleiche, er hat in den letzten Jahren viele farbenprächtige Tauchreviere zerstört.
Neben den riffbildenden Steinkorallen der Tropen findet man auch Tiefseekorallen, welche sich ausschliesslich durch die Filtration von Plankton ernähren. Sie sind in Meerestiefen von 40 bis zu 6.300 m nachgewiesen; in der Hauptsache kommen sie in Tiefen zwischen 200 und 1.000 m vor. Ebenso wie ihre oberflächennahen Verwandten bieten auch sie einer vielfältigen Tierwelt Lebensraum. Durch Tiefseefischerei (Schlepp- und Grundnetzfischerei) sind Tiefseekorallen bedroht; ein negativer Einfluss von Bohrplattformen zur Erdöl- oder Erdgasförderung in der Umgebung von Tiefseekorallenriffen wird nicht ausgeschlossen. Transkontinentale Unterwasserkabel zur Telekommunikation stellen ebenfalls eine Bedrohung dar. Auch als Schmuck sind die Korallen sehr beliebt. Als Halskette halten am meisten die Roten Korallen, auch Schatz des Meeres genannt, her.
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Begriffe
Tiefseekoralle
Tiefseekorallen, auch Filtrierer, sind Korallen, die in großer Tiefe leben und keine Zooxantellen besitzen. Diese produzieren für die Koralle wichtige Nährstoffe die sie zum Leben brauchen. Da diese aber ohne Licht keine Nahrung produzieren können, haben sich diese Arten von Korallen auf den Fang von Kleinstlebewesen spezialisiert und sind somit auch ohne Licht überlebensfähig. Man nennt sie auch "Filtrierer", da sie systematisch das sie umströmende Wasser "durchkämmen" um fressbares zu fangen.
Arten die sich hauptsächlich von Kleinstlebewesen ernähren sind u.a.:
- Steinkorallen (Tubastrea) mit der Sonnenkoralle (Tubastrea coccina)
- Gorgonien (Gorgonia)
- Weichkorallen (Alcyonaria)
- manche Anemonenarten
Wachstumsspitze
Wachstumsspitzen nennt man die meist weißen Enden an Ästen von Steinkorallen. Durch diese weißen Stellen kann man sehen, dass die Koralle wächst.
Kategorie:Wirbellose
Kategorie:Schmuckstein
