Korrektheit und Wahrheit
Die Korrektheit und Wahrheit bezeichnet zwei unabdingbare Qualitäten von Schlussfolgerungen, wenn diese nicht nur den Regeln der formalen Logik, sondern auch der Realität entsprechen.
Beispiel:
- Alle Staaten der Europäischen Union sind souverän
- Frankreich ist ein Staat der Europäischen Union
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- Frankreich ist souverän
Dieser Schluss ist logisch korrekt. Im vorliegenden Fall verläuft die Schlussfolgerung nach der ersten Figur (Barbara (Logik)) des einfachen kategorischen Syllogismus. Dieser Schluss ist aber auch wahr; die Pämissen sind wahr, und daher ist auch der Schlusssatz wahr: Frankreich ist souverän.
Es kann aber auch vorkommen, daß ein Schluss der logischen Form nach korrekt, der Schlusssatz jedoch falsch ist.
Beispiel:
- Alle Mineralien sind chemische Elemente
- Pyrit ist ein Mineral
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- Pyrit ist ein chemisches Element
Die logische Form dieses Schlusses ist korrekt; es ist aber ebenfalls die erste Figur des einfachen kategorischen Syllogismus. Der Schlusssatz ist jedoch falsch, denn Pyrit ist ein zusammengesetzter Stoff mit der Formel FeS2.
Dieser falsche Schlusssatz ergab sich, weil die erste Prämisse falsch ist. Minerale sind keine chemischen Elemente. Eine Ableitung kann danach trotz der Falschheit einer Prämisse korrekt sein. Bei der Konstruktion einer derartigen Unabhängigkeit von Korrektheit und Wahrheit trennt man die Form vom Inhalt.
Die logische Korrektheit ist eine Korrekheit der Form nach, und die logische Form ist in hohem Maße unabhängig vom konkreten Inhalt des jeweiligen Schlusses.
Merke:
- Jeder wahre Schluss muss logisch korrekt sein
Das ist aber noch nicht hinreichend, um sagen zu können, daß ein der Form nach korrekter Schluss auch wahr ist.
Wahr wird ein Schluss erst, wenn
- seine Prämissen und der Schlusssatz den Objekten und Erscheinungen der Realität entsprechen und
- die Prämissen und der Schlusssatz nach den Regeln und Gesetzen der Logik miteinander verknüpft sind
Wenn hier zwischen formaler Korrektheit und der inhaltlichen Wahrheit unterschieden wird, so dürfen diese nicht metaphysisch voneinander getrennt werden. Die Korrektheit des Denkens ist letzten Endes aus der Wahrheit der Erkenntnis abgeleitet und nicht Selbstzweck, sondern nur eine der notwendigen Bedingungen einer auf das Erkennen und Umgestalten der objektiven Realität gerichteten Denktätigkeit.
siehe auch: korrektes Schließen, Wahrheit
