Korrumpierungseffekt

Der Korrumpierungseffekt bezeichnet die Verdrängung von primärer (intrischer) durch sekundäre (extrinsische) Motivation. Daher spricht man oft auch vom Verdrängungseffekt. Im Englischen ist der Effekt als Overjustification-Effect (etwa: Überrechtfertigungseffekt) bekannt.

Bem (1967) leitete diesen Effekt aus seiner Selbstwahrnehmungstheorie ab. Der Effekt lässt sich demnach in etwa so erklären: Die Person nimmt wahr, dass sie für eine Tätigkeit, die sie ohnehin schon gerne ausgeübt hat, eine Belohnung erhält. Daraus resultiert eine kognitive Neubewertung der Tätigkeit. Die Person denkt sich gewissermaßen, dass sie die Tätigkeit doch nicht so gerne tut, denn sie wurde ja dafür belohnt.

Deci (1971) bestätigte den Korrumpierungseffekt experimentell, weiter empirische Belege folgten. Diese Forschungen wurden, insbesondere von verhaltensanalytischer Seite, vielfach kritisiert, so dass die tatsächliche Existenz dieses Effekts fraglich ist. Jedoch besteht Konsens dahingehend, dass die intrinsischen Motivation keinesfalls in jedem Fall durch "externe" Belohnungen untergraben wird. Uneinigkeit besteht nur über die Bedingungen, unter denen der Korrumpierungseffekt (wenn er überhaupt existiert) auftreten kann.

Literatur

Weblinks

See also: Korrumpierungseffekt, Intrinsische Motivation, Motivation