Kostroma
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel befasst sich mit der russischen Stadt, weitere Bedeutungen unter Kostroma (Begriffsklärung) |
Die russische Stadt Kostroma (russisch Кострома) ist ein Wahrzeichen Russlands mit 267.300 Einwohnern (Stand 2004); davon rund 10.000 Studenten. Die Stadt liegt 350 km nordöstlich von Moskau und ist Teil der Städte der touristischen Route Goldener Ring. Sie ist die Hauptstadt der Oblast Kostroma. Die geographischen Koordinaten sind: 57,77° Nord, 40,93° Ost.
Am Zusammenfluss der Wolga und des Flusses Kostroma gelegen, ist die Stadt nur fünf Jahre jünger als Moskau. Sie wurde (ebenso wie Moskau) vom russischen Fürsten Juri Dolgoruki 1152 gegründet. thumb|Die Handelsreihen in Kostroma
| Inhaltsverzeichnis |
Sehenswürdigkeiten
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt gehören die historischen Handelsreihen (erbaut 1789–1793), langgestreckte Gebäude mit Innenhof, in denen die Kaufleute Ihre Waren anboten, und das Ipatios-Kloster. thumb|Das Ipatioskloster am Zusammenfluss von Kostroma und Wolga In diesem Kloster hielt sich Michail Romanow auf, als ihn im Januar 1613 die Nachricht erreichte, dass er vom Moskauer Sobor zum Zaren gewählt wurde. Als Michail war er der erste Zar der Romanow-Dynastie, die bis zur Oktoberrevolution den Zaren stellte. Im Kloster befindet sich ein Palais des 17. Jahrhunderts, das Romanow-Palais. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster im Zuge des aufkommenden Historismus vom Architekten Konstantin Thon,der auch die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau errichtete, umgebaut und erweitert, durch das Erzbischöfliche Palais und den Bau der Crysanthos-und Darja-Tor-Kirche sowie den Glockenturm. Das klassizistische Handelszentrum besteht aus den Mehlreihen von 1789-1793 über dem Grundriss eines großen Rechtecks, den Schönen Reihen, die zusammen ein schönes frühklassizistisches Ensemble darstellen, der Feuerwachturm von 1823 (siehe Foto), die Hauptwache, das Gerichtsgebäude,haus des General Borschtschow, die Gouvernementsverwaltung, erbaut 1806-1808 von Adrian Sacharow, der auch die Admiralität in St. Petersburg errichtete, die Ölreihen, die Tabakreihen von 1819, deren Entwurf von Wassili Petrowitsch Stassow stammt, die Pfefferkuchenreihen, die Fischreihen, die Erlöser-Kirche in den "Reihen" mit ihrem klassizistischen Glockenturm, die Christi-Verklärungs-Kirche, ein eigentümlich gedrungenes Ensemle von 1685, die Elias-Kirche, das Kunstmuseum, das Haus der Adelsversammlung und das Kloster zu Christi Erscheinen mit der Kathedrale des Erscheinens Christi aus den Jahren 1559-1565 mit Erweiterungen aus dem 19. Jahrhundert. Dies alles macht das klassizistische Zentrum der Stadt zu einem der auf der Welt wenigen rein klassizistischen erhaltenen Ensemle, die gesamte Altstadt ist aber ein Sammelsurium aus nahezu allen Kunstrichtungen der Architektur. Neben dem Kloster befindet sich ein Freilichtmuseum für Holzbaukunst mit historischen Holzhäusern und Holzkirchen typisch russischer Bauart. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Feuerwache und die Christi-Auferstehungs-Kathedrale im Walde, ein schönes Beispiel für den außergewöhnlichen Reichtum an Zierformen im russischen Kirchenbau des 17.Jahrhunderts (siehe Foto).
Kostroma blieb von Kriegszerstörungen weitgehend verschont und feierte im Jahr 2002 sein 850-jähriges Stadtjubiläum. Nach einem Großbrand wurde der Stadtkern von Zarin Katharina II. (Katharina die Große) in einer charakeristischen fächerförmigen Struktur wiederaufgebaut.
thumb|left|Die Feuerwache von Kostroma im Stadtzentrum
Berühmte Personen aus Kostroma
Zu Michail Romanow siehe oben. Der Regisseur Andrei Tarkowski wurde in Kostroma geboren, der Schriftsteller Alexander Solschenizyn leistete seinen Militärdienst in Kostroma. Der islamische Denker Said Nursi aus der Türkei war hier von 1916 bis 1918 als Kriegsgefangener interniert.
In der Stadt vorhandene weiterführende Bildungseinrichtungen
- Filiale der Militäruniversität für biologischen, chemischen und Strahlenschutz
- Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Kostroma
- Staatliche N.-A.-Nekrassow-Universität Kostroma
- Staatliche Pädagogische Universität Kostroma
- Staatliche Technologische Universität Kostroma
- Universität Kostroma
In Kostroma unterhält das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ein Aus- und Weiterbildungszentrum (externer Link)] im Rahmen einer Regionenpartnerschaft.
Die Hauptindustrien Kostromas sind die Textilindustrie (Flachsverarbeitung), Leichtindustrie, Automobilzulieferung, Holzverarbeitung und Landwirtschaft, die von dem wenig industriell erschlossenen Hinterland der Oblast profitieren. Eine der wichtigsten Mineralwasserquellen Russlands befindet sich in der Oblast Kostroma. Im etwa 70 Kilometer entfernten Krasnoje-na-Wolge befindet sich ein Juwelierkombinat.
Partnerschaften
- Aachen, Deutschland
- Durham, Großbritannien
- Durham, USA
- Dole, Frankreich
- Sveti Stefan, Montenegro
- Samokow, Bulgarien
- Huninka, Finnland
- Die Region Kostroma unterhält eine Regionenpartnerschaft mit dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Weblinks
- http://www.kostroma.ru
- Kostroma (Englisch)
- Kostroma.net (Russisch)
- Partnerschaftsverein Aachen-Kostroma
- Aus- und Weiterbildungszentrum des Landes NRW in Kostroma
- Russland Support Center NRW
- http://old.kostroma.net
