Kotau

thumb|Kotau vor einer chinesischen Behörde Mit Kotau (chin.; Kurzzeichen: 磕头 / Langzeichen: 磕頭 / Pinyin: kētóu) bezeichnet man den ehrerbietigen Gruß im Kaiserreich China, bestehend aus Niederwerfen auf den Boden, wobei man diesen mehrmals mit dem Kopf berührt (dem Kaiser gegenüber dreimaliges Niederwerfen mit je dreimaligem Aufschlagen der Stirn). Der Begriff Kotau wird sprachlich als Umschreibung für Unterwerfung, Nachgeben benutzt.

Die Frage des Kotau war keineswegs der einzige Stein des Anstoßes, mit dem das chinesische Zeremoniell europäischen Gesandten gegenüber aufwartete. Aber durch den Kotau seines Gesandten wurde die untergeordnete Stellung eines europäischen Potentaten aufgezeigt, weil dieser dann von chinesischer Seite offiziell zum Tributbringer erklärt wurde.

Bei Martin de Radas Gesandtschaft sollten die Spanier vor dem Gouverneur von Fujian auf die Knie fallen. Das löste heftige Diskussionen innerhalb der Delegation aus: Die Soldaten fühlten sich an die Prostrationen erinnert und wollten sich mit Blick auf die Würde ihres Fürsten der Zeremonie nicht unterwerfen. Die Missionare jedoch plädierten dafür, da sie den Erfolg der Mission gefährdet glaubten. Mit dem Argumente, diese Form der Verehrung enthalte keine Beleidigung Gottes, konnten sie sich schließlich durchsetzen.

Im Falle der Macartney-Mission 1793 verweigerte ihr Leiter indes den Kotau vor dem chinesischen Kaiser Qianlong und begnügte sich mit einem einfachen Kniefall. Diese aus Sicht des Monarchen mangelnde Respektsbezeugung mag durchaus zum Scheitern des Unternehmens beigetragen haben.

Siehe auch: Proskynese

See also: Kotau, Chinesische Sprache, Fujian, George Macartney, Gruß, Kaiser, Kaiserreich China, Kurzzeichen, Langzeichen, Macartney-Mission