Krankenkasse

Als Krankenkassen oder Krankenversicherer bezeichnet man Träger der Krankenversicherung. Sie sind Teil des Gesundheitssystems und der Sozialversicherung.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland sind gesetzliche Krankenkassen (d. h. solche, die eine Gesetzliche Krankenversicherung anbieten) Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung.

Man unterscheidet zwischen folgenden Kassenarten:

Die Differenzierung ist historisch bedingt und hat angesichts des in den 1990er Jahren eingeführten Krankenkassenwahlrechts mittlerweile kaum noch Bedeutung.

Für Krankenkassen gilt das Gebot der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen ist in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig. Sie reduzierte sich seit 1991 um rund 75 Prozent. 1991 gab es noch mehr als 1.200 Kassen. Im Jahr 2005 gibt es 267 gesetzliche Krankenkassen, davon 210 Betriebskrankenkassen. Im Jahr 2004 verschwanden 20 Kassen vom Markt und fusionierten mit anderen Kassen. Betroffen waren dabei vor allem Betriebskrankenkassen (BKK).

Neben den gesetzlichen gibt es private Krankenversicherungen, d. h. solche, die die Private Krankenversicherung anbieten. Diese führen jedoch in der Regel die Bezeichnung Krankenversicherung.

Schweiz

Siehe auch: Gesundheitswesen Schweiz

Grundsatz

Krankenkassen sind juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, die keinen Erwerbszweck verfolgen, hauptsächlich die soziale Krankenversicherung betreiben und vom Eidgenössischen Departement des Innern anerkannt sind.

Gesetzlich sind die Krankenkassen in Art. 13 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung geregelt (Krankenversicherungsgesetz).

Organisationsformen

Die Krankenkassen haben sich als Verein, Stiftung, Genossenschaft oder Aktiengesellschaft mit nicht-wirtschaftlichem Zweck zu organisieren.

Aufsichtsbehörden

Institutionell werden die Krankenkassen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) beaufsichtigt.

Haupt- und Nebenaufgaben

Die Krankenkassen betreiben zur Hauptsache die soziale Krankenversicherung. Es steht den Krankenkassen jedoch frei, neben der sozialen Krankenversicherung auch Zusatzversicherungen (z.B. bevorzugte Behandlung, höhrer Spitalkomfort, zahnmedizinische Leistungen, komplementärmedizinische Leistungen) anzubieten; ebenso können sie in eingem gewissen Rahmen weitere Versicherungsarten (z.B. Sterbegelder und Invalidätsentschädigungen) betreiben. Schließlich dürfen Krankenkassen mit einem bestimmten Mindestbestand an Versicherten auch eine Rückversicherung durchführen.

Anerkennungsvoraussetzungen

Eine Krankenkasse muss insbesondere die soziale Krankenversicherung nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit durchführen und die Gleichbehandlung der Versicherten zu gewährleisten; sie darf die Mittel der sozialen Krankenversicherung nur zu deren Zwecken verwenden. Sie hat über eine Organisation und eine Geschäftsführung zu verfügen, welche die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften gewährleisten. Sie muss jederzeit in der Lage sein, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Sie hat eine Einzeltaggeldversicherung nach dem Krankenversicherungsgesetz durchzuführen und ihren Sitz in der Schweiz zu haben. Schließlich hat sie die soziale Krankenversicherung auch den versicherungspflichtigen Personen anzubieten, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft, in Island oder in Norwegen wohnen (sofern sie vom Bundesrat nicht von dieser Verpflichtung befreit ist).

Gemeinsame Einrichtung

Wird ein Versicherer zahlungsunfähig, so werden dessen Verpflichtungen von der Gemeinsamen Einrichtung übernommen, die als Stiftung von allen Versicherern gemeinsam betrieben wird.

Anzahl

Insgesamt sind in der Schweiz rund 90 Versicherer zugelassen, die aber teilweise nur regional tätig sind.

Weitere Seiten

Siehe auch: http://www.bag.admin.ch/kv/grundlag/d/index.htm (Bundesamt für Gesundheit) und http://www.santesuisse.ch (Schweizerischer Verband der Krankenversicherer) oder http://www.krankenversicherung.ch

Österreich

In Österreich sind die Träger der Krankenversicherungen die jeweils zuständige Krankenkasse: Es sind dies:

Alle Krankenkassen sind im Hauptverband der Sozialversicherungsträger zusammengefasst. Durch die seit 1. Januar 2005 geltende Chefarztpflicht ergaben sich strukturell-organisatorische Veränderungen des Krankenkassensystems in Österreich.

siehe auch:

Gesundheitswesen, Gesundheitswesen Schweiz, Krankenversicherung, Sozialversicherung, Unfallversicherung, Krankenschein, Krankenversicherungskarte, Auslandskrankenschein, Health Maintenance Organization,


Kategorie:Gesundheitswesen Kategorie:Sozialstaat

See also: Krankenkasse, Allgemeine Ortskrankenkasse, Auslandskrankenschein, BKK, Bundesknappschaft, Chefarztpflicht, Eisenbahn, Forstwirtschaft, Gebietskrankenkasse, Gesetzliche Krankenversicherung