Kraton
right|400px|thumb|Kratone und Tafeln der Erde (lila) Als Kraton bezeichnet man in der Geologie sehr alte Festlandskerne von Kontinentalschollen. Neben Kratonen bestehen Kontinentalplatten auch aus jüngerem, meist verfaltetem Gestein, das beispielsweise bei der Kollision mit anderen Platten entstanden ist, wie ehemaliger hochgehobener Ozeanboden, angeschweißte Teile anderer Kontinentalplatten oder Vulkanketten, die aus Subduktionszonen emporgestiegen sind.
Kratone dagegen haben nach dem Präkambrium oder seit Beginn des Paläozoikums keine tektonische Umformung wie Faltung, Aufwölbung o.ä. mehr erfahren, sind also mindestens eine Milliarde Jahre unverändert geblieben. In den Kratonen tritt meistens das kristalline Grundgebirge als Festlandsschild zu Tage, sehr alte Kruste, schon im Präkambrium durch vermutlich tektonische Vorgänge intensiv verfaltet, in großen Tiefen metamorph umgewandelt und meist schon stark erodiert.
Häufig sind die Schilde mit ebenfalls in jüngerer Zeit nicht mehr verformten Sedimenten bedeckt. Hier spricht man von Tafeln oder Plattformen. Die Sedimente können aber diskordant aufliegen. Diskordant heißt, zwischen Schild und Bedeckung besteht eine Sedimentlücke. Also muss dieser Teil des Kraton einmal Land gewesen sein, was zur Erosion bestimmter Schichten geführt hat und kann wieder von Meer überflutet gewesen sein, woher die Sedimente stammen.
Ein Kraton kann also in jüngerer Zeit insgesamt gehoben oder gesenkt worden sein. Da die Kruste der Kratone sehr starr ist, werden sie bei tektonischer Beanspruchung nicht gefaltet, sondern sie zerbrechen.
Manche Kratone dokumentieren auch zum Stillstand gekommene Grabenbrüche mit Riftbildung, wobei dann in diesem Graben mächtige Sedimentschichten abgelagert wurden und teilweise auch sehr große Mengen an Lava zu Tage traten.
