Ideenfindung
Unter Ideenfindung oder einer Kreativitätstechnik versteht man im allgemeinen das gezielte Erzeugen neuer Ideen zum zwecke einer Problemlösung. Insbesondere im Bereich der Wirtschaft wird der Begriff benutzt im Rahmen von Innovations-Workshops oder Innovations-Projekten.
Es sind Methoden, die geeignet sind, Probleme zu präzisieren, die Ideenfindung und den Ideenfluss Einzelner oder von Gruppen zu beschleunigen, die Suchrichtung zu erweitern und gedankliche Blockaden aufzulösen. Bei schlecht strukturierten, offenen Problemen ist die Zahl und Art der möglichen Lösungen nicht vorgegeben; jedes Ergebnis des Lösungsprozesses ist nur eine relativ optimale Lösung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Mit der Anwendung von Kreativitätstechniken wird die Kreativität angeregt, um völlig neue, noch nicht realisierte Lösungen zu finden.
Umgangssprachlich wird zwar die Bezeichnung „Ideenfindung“ benutzt, der Schwerpunkt liegt aber eher auf dem Generieren von neuen Ideen, als im Suchen/Finden von (schon vorhandenen) Ideen (Ideengenerierung) Im Gegensatz zum eher zufälligen „Geistesblitz“ versteht man unter Ideenfindung das gezielte Erzeugen von Ideen zu einem definierten Zeitpunkt.
Für die Ideenfindung wurden zahlreiche Ideenfindungs-Methoden entwickelt. Diese Methoden sind keine Algorithmen, die zu einem „richtigen“ Ergebnis führen (wie z.B. 3. Wurzel aus 9) sondern Heuristiken, d.h. Verfahrensschritte, die sich in der Praxis als zielführend erwiesen haben und bei jeder Anwendung wieder unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Ideenfindungs-Methoden eignen sich nur für Probleme, bei denen der Lösungsweg noch unbekannt ist sogenannte „schlechtstrukturierte“ Probleme), nicht für Probleme, für die es einen bekannten Lösungsweg gibt (sogenannte „wohlstrukturierte“ Probleme).
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Einzelne Methoden
Die bekannteste ist das Brainstorming, das in den 1950er Jahren in den USA von Osborne entwickelt wurde und seither als Inbegriff der Ideenfindung verstanden wird.
Qualität und Quantität der Ideen sind abhängig von der Aufgabe, der angewandten Methode, den Teilnehmern und insbesondere von deren innerer Einstellung. Die Ergebnisse sind vorher nicht bekannt. Die Qualität wird gesteigert, wenn die Teilnehmer kreative Denkstrategien anwenden.
Es gibt öffentliche und firmeninterne Seminare, die diese Methoden trainieren.
Methoden
Allgemeiner Aufbau
Die Methoden liefern in der Regel erste Grundideen, die dann zu Ideenkonzepten weiterentwickelt und konkretisiert werden müssen und danach zur Realisierung ausgewählt werden (Bewertungs- Verfahren und Auswahlstrategien). Es gibt zwei Arten von Methoden: die einen liefern in kurzer Zeit sehr viele Ideen (in 30 Minuten 100 – 400 Einzelideen), die anderen in gleicher Zeit 10 – 50 Ideen.
Allgemeiner Vorteil der Gruppe
Die meisten Methoden sind als Gruppen-Methoden bekannt, können aber in der Regel auch von Einzelpersonen angewandt werden. Zur Ideenfindung in diesem Sinne werden in der Regel Gruppen von 7 – 14 Teilnehmern gebildet, die eine solche Methode anwenden. Je nach Methode dauert eine solche Ideen-Findungs-Sitzung zwischen 30 Minuten und einer Stunde.Die Gruppe hat den Vorteil, dass nicht nur eine große Zahl, sondern auch eine höhere Diversität von Lösungsideen zu erreichen ist. Die Gruppen-Zusammensetzung sollte daher möglichst heterogen sein. Damit die Gruppe effektiv arbeiten kann, ist für die Ideenfindung meist ein Moderator erforderlich, der die Methode kennt und die Teilnehmer entsprechend anleitet.
Kreativitätsmethoden
Die Kreativitätsmethoden lassen sich in intuitive und diskursive Methoden aufteilen.
Intuitve Methoden
Intuitive Methoden fördern Gedankenassoziationen bei der Suche nach neuen Ideen. Sie sind auf Aktivierung des Unbewussten ausgelegt; Wissen, an das man sonst nicht denkt. Diese Methoden sollen helfen, eingefahrene Denkgleise zu verlassen. Sie aktivieren das Potenzial ganzer Gruppen und legen eine breite Basis, bevor mit diskursiven Methoden weitergearbeitet wird. Am bekanntesten ist wohl das in der Gruppe durchgeführte Brainstorming, welches in einer Vielzahl von Varianten praktiziert wird. Die schriftliche Form Brainwriting hat wiederum viele Ableger nachgezogen. Ein anderer Strang der intuitiven Methoden arbeitet mit Analogie- und Verfremdungsmethoden, indem Lösungen eines Bereichs entsprechende Ideen für einen anderen Bereich liefern sollen, wie die Bionik.
Diskursive Methoden
Diskursive Methoden führen den Prozess der Lösungssuche systematisch und bewusst in einzelnen, logisch ablaufenden Schritten durch (diskursiv = von Begriff zu Begriff logisch fortschreitend). Diskursive Methoden beschreiben ein Problem vollständig, indem es analytisch in kleinste Einheiten aufgespaltet wird, wie beim Morphologischer Kasten, dessen Kriterien und Ausprägungen ein Problem eindeutig, vollständig und überschneidungsfrei (engl. Merkwort MECE: mutually exclusive, completely exhaustive) beschreiben soll. Ebenso die Relevanzbaumanalyse, die von Ast zu Ast präziser wird.
Kreativitätsansätze
Daneben haben sich gesamte Kreativitätsansätze entwickelt, welche intuitive und diskursive Elemente vereinen:
- Denkhüte von De Bono oder Sechs Hüte
- Wertsanalyse (Value Analysis, ISO genormte Funktionenanalyse)
- Walt-Disney-Methode mit drei Rollen
- TRIZ ein russisches System (siehe [1])
Kreativitäts-Gurus und -Organisationen
- Alexander Osborn
- Tony Buzan, Erfinder der Mind-Map
- Edward de Bono, Erfinder der Denkhüte
- Ishikawa Kaoru, Erfinder des Ursache-Wirkungsdiagramms
- Battelle-Institut, Frankfurt am Main
- Ideo, amerikanische Design- und Kreativitätsberater
Weblinks
- Toolbox mit vielen beschriebenen Kreativitätsmethoden
- Methodensammlung Kreatives Schreiben
- Internetseite mit vielen Informationen und einem kostenlosesn Magazin zum Thema TRIZ
Siehe auch: Kreativität, Die vier Phasen des kreativen Prozesses
Kategorie:Pädagogische Methode/Lehre
Kategorie:Denken
Kategorie:Betriebswirtschaftslehre
Kategorie:Planung und Organisation
Weblinks
- http://www.dirlewanger-idee.de/papers_innovation.htm - Ideenfindung für Innovation neu inszeniert
Siehe auch: Innovation
