Meerrettich
| Meerrettich | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| none|300px|MeerrettichMeerrettich (A. rusticana) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
Meerrettich (in Bayern und Österreich Kren) (Armoracia rusticana / Cochlearia armoracia) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
Die Wurzel der Meerrettich-Pflanze wird als Gemüse bzw. Gewürz verwendet. Die Meerrettich-Wurzel ist im rohen Zustand geruchlos. Wird diese jedoch geschnitten oder gerieben, verströmt sie einen stechenden und tränenreizenden Geruch. Verantwortlich für diesen ist Allylisothiocyanat, das sich bei Zellverletzung enzymatisch aus Sinigrin bildet.
| Inhaltsverzeichnis |
Herkunft des Wortes Meerrettich
Das Wort Meerrettich hat nichts mit "Meer" zu tun wie heute oft angenommen wird. Vielmehr wurde Meerrettich früher wohl gerne an Pferde verfüttert und daher leitet sich der Begriff Meerrettich von dem alten deutschen Wort "Mähre" ab. Analog dazu heißt der Meerrettich in den angelsächsischen Ländern noch heute "horse-radish" also wörtlich übersetzt "Pferderettich".
Geschichte des Meerrettich
Meerrettich war schon in der Antike bekannt. Auf einem pompejanischen Wandgemälde kann man die Pflanze noch heute bewundern, und Cato befasste sich in seinen Abhandlungen zum Ackerbau ausführlich mit dieser Pflanze. In Deutschland soll der Meerrettich erst seit dem Mittelalter angebaut worden sein. Der Engländer John Gerard berichtet in „The Herball, or Generall Historie of Plantes“ (1597), dass sich „der gestampfte und mit etwas Essig verrührte Meerrettich bei den Deutschen für Saucen zu Fischgerichten und bei Speisen, die wir mit Senf essen“, allgemeiner Beliebheit erfreue. Vor der leichten Erhältlichkeit von Pfeffer waren Meerrettich und Senf die einzigen scharfen Gewürze der deutschen Küche und fanden entsprechend viel Anwendung.
Japanischer Meerrettich, auch Wasabi genannt, ist vom Aroma her von europäischem Meerrettich kaum zu unterscheiden, aber von grüner Farbe und im Geschmack etwas stärker. (näheres siehe dort)
Meerrettich wird heute zu Tafelspitz, Tellerfleisch, Beiried, zu Schinken und Frankfurter Würstchen oder Wiener Würstchen serviert.
Inhaltsstoffe
Meerrettich enthält folgende Inhaltsstoffe: Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor, ätherische Öle wie das Senföl, das antibiotisch wirkt. Der Vitamin C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 177,9 mg/100 g Frischgewicht.
Heilkunde
Der Meerrettich soll zuerst als Heilpflanze und dann erst als Gewürz eingesetzt worden sein. Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die er verabreicht wurde, etwa Vergiftungen, Ohrenweh und Dreitagefieber. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten. Er wirkt blutkreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Bei Blasen und Nierenleiden soll man keinen Meerrettich essen, da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen können. Meerrettich eignet sich auch nicht für Patienten mit Magengeschwüren oder Schilddrüsenfehlfunktionen.
Weblinks
- Küchenkunde: Meerrettich
- Inhaltsstoffe des Meerrettichs
- Meerrettich-Monographie (Komission E, Bundesgesundheitsamt Berlin)
Siehe auch: Liste der Küchenkräuter und Gewürze
