Kriechversuch

Im Kriechversuch wird eine Probe bei konstanter (erhöhter) Temperatur einer konstanten Belastung ausgesetzt und die zeitabhängige Dehnung (Kriechverformung) sowie die Zeit bis zum Bruch gemessen. Die erhöhte Temperatur ist erforderlich, da im Material ablaufende Vorgänge mit Diffusion zusammenhängen und diese thermisch aktiviert ist. Je nach dominierendem Mechanismus unterscheidet man zwischen Versetzungs- und Diffusionskriechen.

Ausgehend von den Ergebnissen werden dann Kriechkurven und Zeitstandschaubilder erstellt.

Kriechkurven stellen für gegebene Spannung die Dehnung als Funktion der Zeit dar.

Dehngrenzlinien (bzw. die Zeitbruchgrenzlinie) geben dagegen für gegebene Dehnung (bzw. für den Bruch) die zulässige Spannung als Funktion der Zeit an, die das Material bis zum Erreichen der betreffenden Dehnung (bzw. bis zum Bruch) halten soll.

Ein verwandter Versuch ist der Relaxationsversuch, bei dem bei konstanter Dehnung die zeitliche Abnahme der Spannung erfaßt wird. Kategorie:Werkstoffkunde

See also: Kriechversuch, Belastung (Physik), Bruch, Dehnung, Diffusion, Funktion (Mathematik), Spannung (Mechanik), Temperatur, Zeit, Relaxationsversuch