Krösus
Krösus (griech. Kroisos, lat. Croesus; * um 595 v. Chr.; † um 547 v. Chr.) war der letzte König Lydiens. Er regierte von 560 v. Chr. bis 547 v. Chr.
Krösus entstammte der Dynastie der Mermnaden und brachte große Teile Kleinasiens unter seine Oberhoheit. Der Überlieferung zufolge führte ihn die Weissagung des Orakels von Delphi
- Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören.
dazu, das benachbarte Perserreich anzugreifen. Gegen dessen König, Kyros II., erlitt er aber eine schwere Niederlage und musste sich in seine Hauptstadt Sardes zurückziehen. Über seinen Tod gibt es widersprüchliche Aussagen: Der griechische Historiker Herodot berichtet von seiner Begnadigung durch Kyros, Tempelinschriften in Ephesos schreiben dagegen von seiner Hinrichtung.
Neben seiner Niederlage gegen Kyros ist Krösus auch durch seinen sagenhaften Reichtum in die Geschichte eingegangen, der sich durch den natürlichen Rohstoffreichtum Kleinasiens, vor allem das Gold aus dem Fluss Paktolos, und Tributzahlungen der griechischen Städte Ioniens historisch erklären lässt. Zwar war Krösus gemessen an der Zahl seiner Untertanen relativ reich, allerdings war sein Vermögen dem der persischen Könige nicht annähernd vergleichbar. Die Legende seines unermesslichen Reichtums lässt sich vielmehr auf die lydische Erfindung des Geldes zurückführen. Krösus' Siegel ziert die ältesten bekannten Münzen. In der gesamten damals bekannten Welt verbreitet, erweckten sie den Eindruck großen Reichtums. Auch durch seine Freigebigkeit gegenüber den Tempeln von Delphi, Ephesos und Didyma wurde Krösus berühmt.
In der deutschen Umgangssprache wird auch ein reicher, im Luxus lebender Mensch in Anlehnung an das historische Vorbild als Krösus bezeichnet.
