Kuhle Wampe

thumb|Plakat zu Kuhle Wampe Kuhle Wampe (Untertitel: Wem gehört die Welt?) war der erste und einzige offen kommunistische Film der Weimarer Republik. An seiner Erstellung arbeitet unter anderem Bertolt Brecht mit. Regisseur war der Bulgare Slatan Dudow, der kurz zuvor eine Art Dokumentarfilm über die Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft in Berlin gedreht hat (was unter anderem auch Anreiz für den Film war). Entstanden ist der Film unter massivem Zeitdruck und Repression (was dem Film jedoch keineswegs schadete).

Inhaltsverzeichnis

Drehbedingungen

Während der Dreharbeiten fehlte es an Geld. Die Produktionsgesellschaft Prometheus-Film ging kurz vor Beendigung der Dreharbeiten in den Konkurs. Ersatz fand man in der Zürcher Gesellschaft Präsens-Film. Bei den Aufnahmen zum Film mussten die Beteiligten von Sicherheitskräften der KPD beschützt werden, um den Standort vor der SA zu sichern.

Handlung

Der Film spielt im Berlin der 1920er. Schon früh zu Beginn des Filmes stürzt sich ein arbeitsloser, junger Mann aus Verzweiflung, nachdem er wieder den Tag damit verbracht hat, vergeblich nach Arbeit zu suchen, aus dem Fenster. Seiner Familie wird kurz darauf die Wohnung gekündigt. Sie ziehen in eine Art Gartenkolonie mit dem Namen "Kuhle Wampe" (leerer Bauch). Annie, die Tochter der Familie und einzige, die noch Arbeit hat, heiratet ihren Freund Fritz, der schon in der Hochzeitsnacht erklärt, dass ihm die Hochzeit aufgrund der Schwangerschaft der Tochter aufgezwungen wurde. Annie verlässt ihn nach dieser Erklärung und zieht zu ihrer Freundin. Sie nimmt später an einem Arbeitersportfest teil, wo sie wieder auf Fritz, der zuvor seine Arbeit verloren hat, trifft. Sie finden daraufhin wieder zueinander. Höhepunkt des Filmes bildet die Heimfahrt mit der Bahn nach Hause. In diesem streiten sich Annie, Fritz und ein paar Arbeiter mit einigen bürgerlichen und wohlhabenden Männern und Frauen über die Situation der Wirtschaftskrise. Einer der Arbeiter macht die Bemerkung, dass die Wohlhabenden die Welt sowieso nicht verändern werden, worauf einer der Wohlhabenden erwidert, wer denn die Welt verändern kann? Annie antwort: "Wir, die sie uns nicht gefällt." Der Film endet mit dem Singen des Solidaritätsliedes.

Zensur

Schon kurz nach seinem Erscheinen, 1932, wurde der Film verboten, weil er angeblich den Reichspräsidenten, die Justiz und die Religion beleidige (Reichspräsident, Justiz und Religion kommen im Film gar nicht vor!). Brecht, der an dem Drehbuch zum Film mitwirkte, machte dem Zensor das ironische Kompliment, dass er der einzige sei, der den Film wirklich verstanden hat. Das Verbot wurde später nach Protesten teilweise wieder aufgehoben.

Darsteller

Hertha Thiele, Ernst Busch, Martha Wolter, Adolf Fischer, Lilli Schoenborn, Max Sablotzki, Gerhard Bienert, Erwin Geschonneck, Alfred Schäfer, Martha Buchardi, Carlheinz Carell, Carl Dahmen, Fritz Erpenbeck, Josef Hanoszek, Richard Hilgert, Hugo Werner-Kahle, Hermann Krehan, Paul Kretzburg, Anna Müller-Lincke, Rudolf Nehls, Erich Peters, Olly Rummel, Willi Schur, Martha Seemann, Hans Sternberg, Karl Wagner

Neuauflage

Der Film wurde in einer Neuauflage mit englischen Untertiteln 1999 in England von Black & White als VHS wieder herausgegeben.

Weblinks

Kuhle Wampe

See also: Kuhle Wampe, 1920er, 1932, 1999, Berlin, Bertolt Brecht, Ernst Busch (Schauspieler), IMDb, Justiz