Kulturschock
Der Begriff Kulturschock bezeichnet die Schwierigkeiten beim Zusammentreffen einer fremden Kultur mit seiner eigenen kulturellen Prägung. Der Begriff wurde erstmals vom US-amerikanischen Anthropologen Kalvero Oberg eingeführt.
Oberg prägte den Begriff Kulturschock (cultural shock) in zweifachem Sinne. Zum einen für den schockartigen Sturz aus der Euphorie in das Gefühl, fehl am Platze zu sein. Zum anderen verwendet Oberg das Wort auch für den gesamten Prozess der Kulturkrise (den eigentlichen Schock und die Überwindung dieses Schocks).
"Schock" ist dabei nur eine illustrative Sammelbezeichnung für eine ganze Reihe psychischer Reaktionen:
1. Stress aufgrund der Belastung, die notwendigen psychischen Anpassungsleistungen zu erbringen;
2. ein Gefühl des Verlustes in bezug auf Freunde, Status, Beruf und Besitztümer;
3. ein Gefühl der Ablehnung, weil man sich von Mitgliedern der neuen Kultur abgelehnt fühlt oder diese selbst ablehnt;
4. Verwirrung über die eigene Rolle, über die Rollenerwartungen anderer, über Werte, über die eigenen Gefühle und die eigene Identität;
5. Überraschung, Angst und Empörung, nachdem man sich des vollen Ausmaßes der kulturellen Unterschiede bewusst wird;
6. Ohnmachtsgefühl, weil man meint, mit der neuen Umgebung nicht zurechtzukommen.
Kulturschock am Beispiel der deutschen Wiedervereinigung
