Theorie der Kunst
Als Theorie der Kunst können alle Versuche verstanden werden, das Wesen von Kunst (im weiten Sinne: Literatur, Musik, bildende Kunst) theoretisch oder wissenschaftlich zu beschreiben. Die Kunstgeschichte beschreibt dagegen die Ausprägungen einzelner Stile und Formen der bildenden Kunst im geschichtlichen Wandel.
Kunsttheorie beschäftigt sich dabei eher als die Kunstgeschichte mit der zeitgenössischen Kunst.
Kunsttheorie in der bildenden Kunst umfasst Fragen wie die nach dem Kunstbegriff, nach ästhetischen Strategien und Ausdrucksformen, Autorenschaft, nach den Ideen hinter den Bildwerken, aber auch nach dem Bild an sich, nach einem (gelenkten) Blick (Blickachse, Perspektive, Inszenierung), der Aura des Künstlers, des Kunstwerks und des Ausstellungsortes, dem historischen, technischen oder soziologischen Kontext, in dem künstlerische Arbeiten stehen, nach Ikonologie und Ikonographie.
Es bestehen Verwandtschaften und Überschneidungen zur Ästhetik, zur Kunstkritik, zur Philosophie und neuerdings zu den Kulturwissenschaften, aber auch zur Psychologie, Medientheorie und zur Wahrnehmungsforschung.
Historische Kunsttheorie findet man beispielsweise in Texten von Immanuel Kant (Kritik der Urteilskraft). Künstler wie Kasimir Malewitsch oder Cezanne verfassten selber Theorien ihrer Kunst. Einige bekannte Kunsttheoretiker des 20. Jahrhunderts sind Bazon Brock, Susan Sontag, Clement Greenberg oder Daniel Buren.
Literatur
Michael Hauskeller: Was ist Kunst? Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto. 2002 (ISBN 3406459994)
Siehe auch:
- Kunst
- Ästhetik
- Wahrnehmung
- Kunstphilosophie
- Kunstwissenschaft
- Kunstbegriff
- Kunst im öffentlichen Raum
