Kürbiskernöl

Kürbiskernöl (kurz „Kernöl“ genannt) ist eine steirische kulinarische Spezialität und wird aus den gerösteten Kernen der Kürbisse hergestellt. Es dient der Verfeinerung von Salaten und Suppen.

Es ist dickflüssig, von dunkelgrüner bis dunkelbrauner Farbe, die bei der Verwendung in Salaten in Zusammensetzung mit Joghurt oder Sahne ein giftiges Hellgrün ergibt. Kürbiskernöl hat ein ausgeprägtes Nussaroma. Es ist sehr gesund, da es einen hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält.

Hergestellt wird das Öl aus dem Steirischen Ölkürbis (lat. Cucurbita pepo var. styriaca, auch als var. oleifera bezeichnet), einer einzigartigen Variante, denn sie hat die verholzende Samenschale durch eine Mutation vor etwa 100 Jahren verloren - den Samenkern (Pflanzenembryo) schützt nur noch ein dünnes Silberhäutchen.

Angebaut wird der Kürbis ausschließlich im traditionellen Gebiet der südlichen Steiermark sowie dem südlichen Burgenland und den angrenzenden Gebieten der Nachbarländer und wird erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in größerem Umfang betrieben. Die etwa 8 bis 10 kg schweren Früchte reifen auf den sandig-lehmigen Böden bei einem besonderen Klima aus Wärme und Feuchtigkeit. Im Herbst, nachdem ihre Farbe von Grün nach Gelborange gewechselt ist, werden die bis zu 1000 Samen maschinell oder in kleinen Betrieben noch von Hand aus dem Fruchtfleisch gepult. Die Samen werden gewaschen und bei 50 °C getrocknet. Anschließend werden sie gemahlen. Um das Öl aus dem trockenen Mehl zu gewinnen, werden die gemahlenen Samen mit Wasser und Salz angerührt und ein zweites Mal geröstet, bis das Wasser verdunstet ist; dabei wird der Teig ständig gerührt. Der fertige Brei - auch Ölkuh genannt - wird nun gepresst. Früher wurde der Brei in einen ausgehöhlten Baumstamm gefüllt und das Öl mit einem Keil ausgeschlagen - daher nennt man die Leute, die das Öl pressen, heute noch Ölschläger. Das frische Öl lässt man noch einige Tage stehen, damit sich die Schwebstoffe absetzen. Kühl und dunkel gelagert hält sich das Öl höchstens ein Jahr. Um ein Liter Öl zu gewinnen, benötigt man 3 kg Kerne oder 35 kg Kürbisse.

Um regionale Spezialitäten vor unlauterer Nachahmung zu schützen, hat die EU Schutzsysteme geschaffen. „Steirisches Kürbiskernöl“ wurde von der EU geografisch geschützt und darf den Titel tragen: „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“

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