Kurische Sprache
Die kurische Sprache (litauisch kuršių kalba) zählt zu den indogermanischen Sprachen, genauer zu den baltischen Sprachen. Sie wurde ursprünglich in Kurland (Süd-Lettland) und im nördlichen Ostpreußen gesprochen. Es ist nicht klar, ob Kurisch zur west- oder zur ostbaltischen Gruppe der baltischen Sprachen gehört, nach einer nicht unumstrittenen Meinung handelte es sich vormals um eine westbaltische Sprache, die später durch den Einfluss ostbaltischer Sprachen zum ostbaltischen Typus wechselte. Noch im 17. Jahrhundert war Kurisch eine sehr lebendige Sprache, wurde aber zunächst durch deutsche, dann durch russische und schließlich litauische Invasoren verdrängt. Um 1930 wurde Kurisch noch von 9500 Sprechern auf der Kurischen Nehrung und im deutschen Memelbecken verwendet, bedingt durch Krieg und Vertreibung in Ostpreußen gab es bereits im Jahr 1950 nur mehr 2500 Sprecher.
Zukunft
Um die Sprache zu erhalten, wurden von den letzten Kurisch-Sprechenden (2004: acht Personen) eine Reihe von Kurisch-Lehrbüchern herausgegeben, ferner das „Deutsch-Kurische Wörterbuch“ oder das zweisprachige Buch „Fischerleben auf der Kurischen Nehrung“.
Entwicklung der Sprecherzahl im Laufe der Zeit
| Jahr | Sprecherzahl |
|---|---|
| 1620 | etwa 150.000 |
| 1871 | 16.842 |
| 1905 | 14.987 |
| 1930 | 9.500 |
| 1950 | 2.500 |
| 2004 | etwa 8 |
