Kurt Beyer
Kurt Beyer (* 27. Dezember 1881 in Dresden; † 9. Mai 1952 in Dresden)
Kurt Beyer wurde am 27. Dezember 1881 in Dresden geboren. Er schloss sein Bauingenieur-Studium an der Dresdner Technischen Hochschule 1905 mit Auszeichnung ab, ebenso wie nur zwei Jahre später seine Promotion über das Eigengewicht, wirtschaftliche Grundmasse und geschichtliche Entwicklung der Auslegerbrücken..
August 1908 bis Juni 1914 hat Beyer als Sektionsingenieur der siamesischen Staatsbahnen bei großen Projekten in Siam (heute: Thailand) seine Spuren hinterlassen - unter anderem beim Bau der Bondora-Brücke über den Menon, beim Bau der ersten Hafenanlage von Bangkok und bei der Planung des Königspalastes. Zahlreiche Eisenbetonbrücken auf der Malaischen Halbinsel hat Beyer entworfen und gebaut.
Der erste Weltkrieg verschlug den Kriegsfreiwilligen Beyer als Kämpfer nach Galizien und in die Bukowina; später ging er als Regierungsbaumeister des deutschen Feldeisenbahnchefs in die Türkei, um Werkstätten für die Anatol- und Bagdadbahn zu bauen.
Am 1. Februar 1919 erfolgte seine Berufung als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Statik der Baukonstruktionen und Technische Mechanik für Bauingenieure an die Technische Hochschule Dresden. Er war 1920 bis 1922, 1930 bis 1932 und 1941 bis 1945 Vorstand der Bauingenieurabteilung.
Beyer hat zahlreiche grundlegende wissenschaftliche Arbeiten herausgegeben, unter anderem und vor allem “Die Statik im Eisenbetonbau” (1927). Bemerkenswert ist die in sein Buch aufgenommene Systematik zur Lösung linearer Gleichungssysteme. Neben der direkten Lösung von Gleichungssystemen behandelt er auch deren iterative Lösung. Die Weiterentwicklung der iterativen Lösung von Gleichungssystemen führte später zum Cross-Verfahren und zum Verfahren von Kani. Auch der Begriff Matrix, der uns heute bei der Formulierung baustatischer Zusammenhänge geläufig ist, wurde bei der Lösung linearer Gleichungssysteme schon von Beyer eingeführt.
Beyers Maxime, die Wissenschaft der Praxis dienstbar zu machen, fand ihren Niederschlag in seinem Ingenieurbüro, in dem er die Besten seiner Schüler versammelte. Als Sachverständiger der Bergwerksgesellschaften unterstützte die Entwicklung und Herstellung von Abraumförderbrücken, Eimerkettentiefbagger, Schaufelradbagger und anderen Geräten, die der aufblühende Braunkohlebergbau in Mitteldeutschland benötigte.
Vor den Toren Dresdens zeichnete Beyer 1928 bis 1930 für den Entwurf und den Bau des Pumpspeicherwerks Niederwartha verantwortlich.
Der im Wissenschaftsbereich unumstrittene Kurt Beyer war als Mensch weniger leicht zu nehmen. Sein berufliches Ideal war, “wissenschaftliche Erkenntnis und Bauerfahrung zu verknüpfen und damit das Ziel meines Lebens zu erreichen. Ich habe aber auch nie Zeit für Erholung und Vergnügen gefunden und jede freie Stunde wochentags wie sonntags am Schreibtisch verbracht. Nur diesem rücksichtslosen Einsatz der eigenen Person ist wohl der Erfolg meines Lebens zu danken gewesen.” (Zitat aus unveröffentlichten Erinnerungen Beyers), und in einem Aufsatz zu seinem 50. Todestag schreiben die Bauingenieur-Professoren Bernd Möller und Wolfgang Graf: “Beyer galt einerseits als streng und dabei manchmal gar als etwas rauhbeinig, andererseits war er für seine Menschlichkeit, Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft, Güte und große Arbeitsintensität bekannt.“
Kurt Beyer starb am 9. Mai 1952 in Dresden. Das von Martin Dülfer entworfene Gebäude, in dem seit 1913 die Bauingenieure der Technischen Universität Dresden forschen und lehren, trägt seit 1953 den Namen “Beyer-Bau”.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beyer, Kurt |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ingenieur und Professor |
| GEBURTSDATUM | 27. Dezember 1881 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 9. Mai 1952 |
| STERBEORT | Dresden |
