Kurt Hiller
Kurt Hiller (gelegentliche Pseudonyme Keith Lurr und Klirr (Thule), * 17. August 1885 in Berlin, † 1. Oktober 1972 in Hamburg), war ein deutscher Schriftsteller und Publizist.
Nach dem Abitur am Askanischen Gymnasium in Berlin (1903) studierte Hiller in Berlin und Freiburg im Breisgau Rechtswissenschaften und Philosophie. 1907 promovierte er in Heidelberg zum Dr. jur. mit einer Dissertation zur Kriminalistischen Bedeutung des Selbstmordes. Im Anschluss lebte er in Berlin als Freier Schriftsteller. Dort wurde er zu einem der Pioniere des Expressionismus, gründete das Neopathetische Cabaret, den Neuen Club und das Cabaret Gnu. Für die Zeitschriften Pan und der Der Sturm schrieb er zahlreiche Beiträge; die Zeitschrift Die Aktion gründete er zusammen mit Franz Pfemfert.
Nach der Novemberrevolution gründetet er 1918 den "Politischen Rat geistiger Arbeiter, 1926 die "Gruppe Revolutionärer Pazifisten". Während der Weimarer Republik war er regelmäßig Autor für die Die Weltbühne.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Hiller in der Konzentrationslagern Brandenburg und Oranienburg inhaftiert und dort misshandelt. 1934 gelang ihm die Flucht nach Prag. 1938 floh er weiter nach London. Im Exil gründete er den Freiheitsbund Deutscher Sozialisten und die Gruppe Unabhängiger Deutscher Autoren.
1955 kehrte Hiller nach Deutschland zurück, wo er sich in Hamburg niederließ. In der Folge versuchte er weitgehend ohne Echo, unabhängige Zeitschriften (vgl. "lynx") und den "Neusozialistischen Bund" zu gründen.
Werke
- Unnennbar Brudertum. Verse 1904-1917, Wolgast 1918
- Geist werde Herr. Kundgebungen eines Aktivisten vor, in und nach dem Kriege, Berlin 1920
- Logokratie; oder Ein Weltbund des Geistes, Leipzig 1921
- § 175: die Schmach des Jahrhunderts!, Hannover 1922
- Verwirklichung des Geistes im Staat. Beiträge zu einem System des logokratischen Aktivismus, Leipzig 1925
- Der Sprung ins Helle. Reden, Offne Briefe, Zwiegespräche, Essays, Thesen, Pamphlete gegen Krieg, Klerus und Kapitalismus, Leipzig 1932
- Der Unnennbare. Verse 1918-1937, Peking 1938
- Profile. Prosa aus einem Jahrzehnt, Paris 1938
- Köpfe und Tröpfe. Profile aus einem Vierteljahrhundert, Hamburg, Stuttgart 1950
- Rote Ritter. Erlebnisse mit deutschen Kommunisten, Gelsenkirchen 1951
- Der Aufbruch zum Paradies. Ein Thesenbuch, München 1952
- Ratioaktiv. Reden 1914-1964, Wiesbaden 1966
- Leben gegen die Zeit, Band.1: Logos, Reinbek 1969
- Leben gegen die Zeit, Band.2: Eros, Reinbek 1973
Literatur
- Kurt Hiller 1885-1972. Ein Schriftsteller mischt sich in die Politik. Begleitheft zur Ausstellung der Universitätsbibliothek Leipzig. Redigiert von Ulrich Hohoff, Till Böttger, Dorothea Kirchberg und Angelika Weise, Leipzig 1997
- Rolf von Bockel: Kurt Hiller und die Gruppe Revolutionärer Pazifisten (1926-1933). Ein Beitrag zur Geschichte der Friedensbewegung und der Szene linker Intellektueller in der Weimarer Republik, Hamburg 1990
- Juliane Habereder: Kurt Hiller und der literarische Aktivismus. Zur Geistesgeschichte des politischen Dichters im frühen 20. Jahrhundert, Frankfurt, Bern 1981
Weblinks
Hiller, Kurt Hiller, Kurt
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hiller, Kurt |
| ALTERNATIVNAMEN | Lurr, Keith - Klirr (Thule) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 17. August 1885 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 1. Oktober 1972 |
| STERBEORT | Hamburg |
