Kürten

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140px|Position von Kürten in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Landkreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Geografische Lage: 51° 03' n. B.
07° 16' ö. L.
Höhe: 150–300 m ü. NN
Fläche: 67,5 km²
Einwohner: 20.060
(Juni 2004)
Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 51515
(alt: 5067)
Vorwahl: 02268 und 02207
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 012
Gemeindegliederung: XX Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktfeld 1
51515 Kürten
Website: www.kuerten.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@kuerten.de
Politik
Bürgermeister: Ulrich Iwanow (parteilos)

Kürten ist eine Gemeinde im Osten des Rheinisch-Bergischen Kreises, ca. 25 km östlich von Köln. Die Flächengemeinde verfügt über eine Gesamtgröße von 67,5 qkm; sie erstreckt sich über eine Nord-Süd-Ausdehnung von 11,2 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 10,8 km.

Benachbarte Städte sind Wipperfürth, Bergisch Gladbach, Wermelskirchen, Rösrath, Leverkusen, Leichlingen, benachbarte Gemeinden sind Odenthal, Overath, Lindlar, Engelskirchen.

Inhaltsverzeichnis

Ortschaften, Dörfer, Weiler

Ahlendung - Bechen - Biesenbach - Biesfeld - Bilstein - Blissenbach - Bornen - Breibach - Broch - Broich - Broichhausen - Burgheim - Busch - Dahl - Delling - Dörnchen - Dorpe - Duhr - Dürscheid - Eichhof - Eisenkaul - Enkeln - Forsten - Furth - Hachenberg - Hahn - Heidergansfeld - Hembach - Herrscherthal - Herweg - Höchsten - Hungenbach - Hutsherweg - Jähhardt - Junkermühle - Kochsfeld - Kohlgrube - Laudenberg - Linde - Miebach - Müllenberg - Nassenstein - Nelsbach - Oberbersten - Oberbörsch - Oberkollenbach - Oeldorf - Offermannsberg - Offermannsheide - Olpe - Olperhof - Petersberg - Richerzhagen - Schanze - Schnappe - Schwarzeln - Selbach - Spitze - Sülze - Sürth - Unterbersten - Unterbörsch - Unterossenbach - Viersbach - Waldmühle - Weiden - Weier - Wolfsorth.

Partnerstädte

Seit Beginn des Jahres 1999 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen der Gemeinde Kürten und der italienischen Gemeinde Rodengo Saiano.

Einwohnerentwicklung

Kürten gehört zu den historisch langsam gewachsenen Orten im Bergischen Land. Erst seit den 1960er Jahren erfolgte ein signifikanter Anstieg der Einwohnerzahl.

Jahr Einwohnerzahl
1829
2.373
1925
2.329
1938
2.684
1946
3.903
1953
3.617
1979
16.243
1983
16.919
2001
20.005
2004
20.060

Geschichte

Herkunft des Ortsnamens

Noch bis 1930 wurde der Ortsname Kürten mit "C" geschrieben. Für die Herkunft dieses Ortsnamens gibt es zwei Deutungen. Die herkömmliche Version besagt, dass der Name aus dem mittellateinischen "curtis" für Hof, Fronhof und Hofstelle entstanden ist: In der Sprache der mittelalterlichen, bis ins 14. Jahrhundert hinein lateinisch geschriebenen Urkunden bezeichnet das spätlateinische "Curtis" den freien Platz innerhalb eines eingefriedeten Hofes, auf dem sich die Schöffen versammelten und das Hofgericht abhielten. Vermutlich verdankt Kürten seine Entstehung einem solchen Fron- und [Herrenhof], der nachweislich zum Kölner Domkapitel gehörte und dessen Probst in Kürten das Patronatsrecht ausübte. Diesem Herrenhof zugewiesen waren auch die Kapellengemeinden Biesfeld und Offermannsheide. Ein solches vom Patronatsherrn geführtes Gericht, der sein Amt als Schöffe ausübte, ist für Kürten noch im Jahr 1699 belegt. Die hofhörigen Kötter siedelten sich um den Herrenhof an: So entstand allmählich das Dorf.

Der ortsansässige Heimatkundler Theo Stockberg vertritt hingegen nach langjährigen vergleichenden etymologischen Forschungen von Siedlungs- und Flurnamen im Bergischen Land mittlerweile die Auffassung, dass sich Kürten ableite aus "Op de Corte", was sinngemäß bedeutet: "Auf dem kurzen (Wasserlauf)". Tatsächlich existiert im ursprünglichen Siedlungsgebiet eine Quellmulde, aus der ein (heute verrohrter) Bach auf Höhe des Schulzentrums in die Sülz fließt.

Archiv der Gemeinde

Das Kürtener Gemeindearchiv enthält überwiegend Verwaltungsakten, beginnend zur Zeit der Verwaltungsstrukturierung nach dem Code Civil unter napoleonischer Herrschaft (ab 1804). Bestand 1 umfasst die Akten von 1804 bis 1918, Bestand 2 verweist auf die Sammlung vom Ende des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges; ab 1945 beginnt Bestand 3. Aufgrund mangelnder schriftlicher Zeugnisse aus der Zeit vor Napoleon kann das Archiv also lediglich Auskunft geben über die historischen Verhältnisse vor Ort während der vergangenen 200 Jahre. Im Jahr 2000 gelangte ein Konvolut von 160 weitaus älteren Schriftstücken in das Gemeindearchiv: Neun Original-Akten aus dem 16. Jahrhundert, zum einen Kirchenakten aus Olpe, zum anderen Lehensgerichtsprotokolle. Dabei handelt es sich um Originalunterlagen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und insbesondere aus der Zeit um 1780. Das älteste Dokument in der betreffenden Sammlung, ein Gerichtsprotokoll, stammt sogar aus dem Jahre 1572.

Zeittafel

1171 Erste Erwähnung von Olpe: Erzbischof Philipp von Heinsberg beurkundet einen Verkauf von Grundbesitz des Reinald von Olpe und seiner Gattin an das Kölner Kloster St. Ursula.

1175 Erste Erwähnung von Bechen: Erzbischof Philipp von Heinsberg beurkundet die Übertragung des Grundbesitzes eines Reinhard von Kenten in "Bechen jenseits des Rheines" an die Kirche.

1308 Erste urkundliche Erwähnung von Kürten: Der Liber Valoris verzeichnet den Ort "Curtine" als Standort für eine Kirche.

1300 Die Grafen (und späteren Herzöge) von Berg führen eine Ämterverfassung ein, die 500 Jahre lang Gültigkeit hat.

1555 Hinweis auf das alte Siegel der Kürtener "Landgeding" (Landgericht). - Das Amt Steinbach, dem Kürten zugeordnet ist, verfügt über 12 Kataster und Grundbuchämter.

1806 tritt Kurfürst Max Joseph von Kurpfalz-Bayern das Herzogtum Berg an Napoleon ab. 1808 wird ein Großherzogtum unter Joachim Murat gebildet und die Verwaltung reformiert (Mairies = Bürgermeistereien).

1815 werden Kürten und Olpe preussisch.

1929 werden Kürten (bestehend aus den Spezial-Gemeinden Kürten und Bechen) und Olpe (bestehend aus den Spezial-Gemeinden Olpe und Wipperfeld) zusammengelegt.

1947 wird die Gemeinde Teil des neu gebildeten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Flüchtlinge aus ehemaligen deutschen Ostgebieten führen zu einem deutlichen Bevölkerungszuwachs.

1975 bei der Gebietsreform wird die Spezialgemeinde Wipperfeld an die Stadt Wipperfürth abgegeben. Im Gegenzug kommt die Ortschaft Dürscheid die neue Gemeinde Kürten.

Wappen

"In geteiltem Schild oben in Silber ein zwiegeschwänzter, blau bewehrter und gekrönter roter Löwe, unten in Rot ein silberner Fischreiher, der einen silbernen Fisch im Schnabel trägt."

Politik

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2004 Ulrich Iwanow (BFB), die CDU erreichte 31,5 % (13 Sitze), die Bürger für Bürger BFB 41,6 % (9 Sitze) , die SPD 12,5 % (5 Sitze), die FDP 10.9 % (5 Sitze) und Bündnis 90/Die Grünen 3,6 % ( 2 Sitze).

Wirtschaft, Industrie und Infrastruktur

Der Zuzug zahlreicher Familien nach Kürten brachte in den letzten Jahren einen großen Bevölkerungswachstum. Obwohl Kürten jedoch lediglich eine Wohngemeinde ist und die meisten Menschen nicht in Kürten arbeiten gab es einige Anstöße für das Gewerbetreiben, vorzugsweise für die Entwicklung von Handwerksbetrieben: mit einigen neugegründeten Unternehmen sind Firmen insbesondere aus den Bereichen Bau, Holzverarbeitung sowie Fahrzeugtechnik vertreten. Die Zahl an Fachgeschäften und Einkaufsmärkten stieg in der letzten Zeit zwar auch, es ist aber in Anebtracht der zersplitterung der Gemeinde in verschiedene gleichgroße Kirchdörfer immer noch keine flächendeckende Versorgung erreicht.

Die Gemeinde Kürten bemüht sich um ein gute Standortfaktoren für neue Industrie und verfügt über einige Gewerbeflächen. Die bereits gewachsenen - und noch wachsenden - Gewerbegebiete finden sich in der Industriestraße (Kürten-Waldmühle) und in Herweg-Clief (Kürten-Bechen, Richtung Herrscherthal). Ein besonderer Standort entwickelt sich derzeit in Unterossenbach: Hier fördert das NRW-Umweltministerium ein ökologisches Gewerbegebiet als landesweites Agenda-Projekt.

Verkehrsanbindungen

Zwar liegt Kürten abseits der Hauptverkehrswege, aber der Ort befindet sich mitsamt seinen angegliederten Teilgemeinden inmitten des Bergischen Landes sehr zentral im Einzugsgebiet mehrerer Städte: So sind Bergisch Gladbach, Leverkusen, Wermelskirchen und Wipperfürth schnell zu erreichen. Auch Köln, Bonn, Düsseldorf, Solingen, Remscheid, Wuppertal und Gummersbach liegen in Reichweite. Zu den Autobahnen A1, A3 und A4 gelangt man innerhalb von 15 bis 30 Minuten; mit öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt die Fahrzeit beispielsweise nach Köln weniger als eine Stunde. Köln-Bonn ist der nächstgelegenen Flughafen.

Autobahn

Eisenbahn

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Bergisch Gladbach.

Bus- und Bahnverbindungen

Folgende Linien verkehren nur an Schultagen:

Bildung, Erziehung, kulturelle Einrichtungen

Kirchengemeinden, religiöse Gemeinschaften

Angegliedert sind vier katholische öffentliche Büchereien.

Jugend und Erziehung

Kürten verfügt über elf kirchliche, kommunale und private Kindergärten, über fünf Grundschulen, eine Gesamtschule und eine private Ersatzschule für Erziehungshilfe bzw. Kinderdorf ("Die gute Hand") in Biesfeld. Hinzu kommen sieben Jugendzentren.

Schulen im Gemeindegebiet:

Zielorte für Schülerinnen und Schüler der Gemeinde, die weiterführende Schulen besuchen, sind darüber hinaus Herkenrath, Lindlar, Wipperfürth oder Bergisch Gladbach. Die nächstliegende berufsbildende Schule befindet sich in Bergisch Gladbach.

Kultur und Bildung

Im Jahre 2002 gibt es in Kürten 21 kirchliche und außerkirchliche Chöre und Musikvereine, 17 Sportvereine, drei Schützenvereine und drei Karnevalsvereine. Darüber hinaus existieren noch über ein Dutzend weiterer offizieller Vereinigungen, Verbände, Interessengemeinschaften und soziale Organisationen.

Literatur

Weblinks

See also: Kürten, 1171, 1175, 1300, 1308, 1555, 1806, 1815