Kurznasenbär
Der Kurznasenbär oder auch Riesen-Kurzschnauzenbär (Arctodus simus) war ein für heutige Begriffe riesenhafter Vertreter der Bärengattung, der zum Ende des Pleistozäns, bzw. vor 44.000 bis zu 20.000 Jahren, während einer Übergangsperiode vor dem erneuten und letzten Vorstoß der Eisfelder auf dem nordamerikanischen Kontinent am Rande der arktischen Tundra im Gebiet des heutigen Alaskas und Kanadas am Yukon lebte, um später mit Ausnahme der heutigen südwestlichen USA auch das gesammte Grasland zu beherrschen.
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Anatomie
Er war vermutlich eines der größten, wenn nicht gar das riesigste Raubsäugetier, das jemals auf der Erde gelebt hat.
Ein männliches Exemplare konnte nach Schätzungen bis zu 1000 kg wiegen und war damit etwa dreimal so schwer wie ein Grizzly. Die Schulterhöhe betrug nach den Skelettfunden rund 1,5 m und aufgerichtet erreichte er eine Größe von 3,40 m.
Zur Gattung der Bären gehörend wies seine Anatomie neben der besonders kurzen Schnauze, der er seinen Namen verdankte, weitere Besonderheiten auf. Für einen Bären unverhältnismäßig lange Gliedmaße weisen daraufhin, dass er als Läufer weitaus schneller und ausdauernder gewesen muss als selbst heutige Bären, die auf kurze Entfernungen durchaus die Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes erreichen. Eine besonders abfallenden Rückenlinie und und zwei markante Schulterhöcker erinnern an den Körperbau einer Hyäne, wobei seine Fortbewegungs- und Ernährungsart als Aasfresser durchaus ähnlich gewesen sein kann.
Lebensweise
Mit seinem übergroßen Riechorgan hätte er einen Kadaver eines Großsäugers der damaligen Eiszeit wie dem Mammuthus primigenius schon aus großer Entfernung gewittert, um ihn dann mit seinen kräftigen Kiefern aufzubrechen, die Knochen zu zermalmen und das proteinhaltige Knochenmark zu bevorzugen.
Als Jagd- und Nahrungskonkurrent war er wahrscheinlich ein bedrohlicher Gegner für die ersten Menschen der Prä-Clovis oder Clovis-Kultur, die in jene Breiten kamen. Mit dem Aussterben der anderen Großsäugetiere zum Ende der Eiszeit fand sich auch für ihn keine adäquate Nahrung mehr und ging somit etwa 11.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung dem gleichen Ausgang entgegen.
Verwandtschaft
Sein heute noch lebender nächste Verwandte ist der Brillenbär in Südamerika. Ihr Aussterben begünstigte im Übrigen ihre kleineren und schwächeren Verwandten, die Braunbären, die sich nun weiter ausbreiten konnten.
Krypotzoologie
In Kamtschatka glauben die einheimischen Jäger der Korjaken an das Existieren eines riesenhaften Bären, den sie Irkulyen (= heiliger Bär) nennen, und der nach Spekulationen der Zoologen Paul Ward und Stan Bergman eventuelle ähnliche Ausmaße wie Arctodus simus haben könnte.
Literatur
- Tankersly, Kenneth: In Search of the Ice Age Americans, Gibbs Smith 2002
- White, Adam: Wildes Amerika. Zeugen der Eiszeit, Egmont vgs, ISBN 3-8025-1558-7
Weblinks
- Forschungsbericht über Ausgrabungen der University of Arkansas
- Vistaverde: Braunbär vs. Arctodus simus
- N24 - Die Jagd auf den Irkulyen
Kategorie:Raubtiere
