Küste

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[[Bild:Vaxholm.jpg|thumb|Schärenküste in Schweden]] thumb|Sandküste auf den Malediven thumb|Küstenformen von der Insel Helgoland (1890-1990) thumb|Kreidefelsen an der Küste von Rügen [[Bild:Moenchgut wiki2.jpg|thumb|Die Boddenküste Mönchgut]] [[Bild:07-07-2004-0004a.JPG|thumb|Strandküste auf ]]

Mit Küste bezeichnet man die Zone, die sich see- und landwärts entlang der Berührungslinie (Küstenlinie) von Land und Wasser eines Meeres oder Ozeans erstreckt. Der landwärtige Teil der Küste heißt Ufer, ist er flach, spricht man von einem Strand.
Bei Flüssen und Seen wird die Kontaktzone von Wasser und Land als Ufer bezeichnet.

Der Küstenverlauf ändert sich durch die Wirkung der Gezeiten, globale (eustatische) Meeresspiegelschwankungen, Mündungsdeltas der Flüsse, durch die erosive Kraft der Meeresbrandung, der Gletscher und des Windes und nicht zuletzt durch tektonische Prozesse (Landhebung und -senkung). Man unterscheidet die Küstenform an hervorstechenden Merkmalen, wie zum Beispiel Flach- und Steilküste (je nach Querprofil), Hebungs- und Senkungsküsten (je nach Schwankung des Meeresspiegels), Längs- und Querküsten (je nach geologischer Struktur) oder glatte und gebuchtete Küsten (je nach Verlauf). Die Entstehung des jeweiligen Landschaftsraumes führt zu spezifischen Küstentypen, die sich aus den genannten Hauptgruppen ableiten lassen: Ausgleichsküsten, Boddenküsten, Schärenküsten und Fjordküsten.

An einer Küste befinden sich meistens typische Küstenstädte mit Häfen und Küstendörfer, deren Bewohner traditionell von der Fischerei leben oder lebten. Aufgrund des wachsenden Trends in küstennähe zu wohnen und sich zu erholen, sind die Küstenökosysteme stark belastet. Auf der Erde gibt es über eine Millionen Kilometer Küstelinien, da die Erde zum größten Teil (71 Prozent) aus Wasser besteht. Jedoch sind die Küsten, geologisch gesehen, nur eine Momentaufnahme. Da sie ständig im Wandel sind bzw. der Meeresspiegel schwankt. Küsten werden anthropogen beeinflusst durch Häfen, Seeverkehr sowie die wirtschaftliche Nutzung der Küsteregion für Fischfang und Fremdenverkehr.

Die Küste lässt sich entsprechend ihrer Nutzung in eine küstenferne und in eine küstennahe Zone sowie das küstenferne Festland gliedern. Entfernt von der Küste im Schelf findet Bergbau, Ölförderung, Fischfang, Sandgewinnung, Entsorgung von Abwasser statt, an Korallenriffen wird Kalk abgebaut, Fischfang betrieben und Tourismus findet statt. Zudem wird die küstenferne Zone durch Bebauung zum Schutz der Küste verwendet. Die küstennahen Zonen, in denen Sand- oder Kiesstrände anzutreffen sind, werden zur Erholung, zum Sand- und Kiesabbau genutz, meist ist eine Infrastruktur für den Tourismus vorhanden, Strandsiedlugen und Küstenschutz. In Watt- und Marschgebieten sind Aquakulturen und Naturschutzgebiete zu finden. In Dünen findet Erholung, Camping, Sport (Golfplätze) statt. Es sind Gebäude, Naturreservate, Manövergebiete und Anlagen zur Wassergewinnung vorhanden. Im küstenferneren Festland sind Häfen, Industrieanlagen, Wohnsiedlungen, Tourismusgebiete, Agrarland.

Es werden verschiedene Küstentypen unterschieden:

Inhaltsverzeichnis

Küstenformen der Ostsee

Die Küstenformen der Ostsee sind ein Resultat eiszeitlicher Gletscherbewegungen und nach-eiszeitlicher Geländehebung im nördlichen und -absenkung im südlichen Bereich der Ostsee, die bis heute fortdauern. Beeinflusst werden die Küsten außerdem durch die Lage in der Westwindzone, wodurch von Westen her beständig Sedimente angeschwemmt werden. Unterschieden werden folgende Erscheinungsformen:

Fjordküste

Auch an der Ostsee finden sich Fjorde: Sie kommen vor allem an den Küsten des Kattegats, das heißt in Dänemark und Südwestschweden vor. Im Unterschied zu den norwegischen Fjorden sind sie weniger tief eingegraben, da die Eisdecke hier nicht so mächtig war.

Schärenküste

Die schwedische und finnische Küste in der zentralen, nördlichen und östlichen Ostsee ist fast ausschließlich eine Schärenküste; ab und zu findet man noch vereinzelte Fjorde (Fjord-Schären-Küste). Schären sind der Küste vorgelagerte, kleine und kleinste felsige Inseln, die durch den Abschleifeffekt der Gletscher eine charakteristische Kuppenform aufweisen. Da die Ostsee nur sehr geringe Gezeiten aufweist, sind sie über die letzten Jahrtausende praktisch unverändert geblieben. Das flach abfallende Gelände wurde beim Abschmelzen des Eispanzers überflutet und die Kuppen ragten fortan als Inseln heraus; durch die Geländehebung sind mit der Zeit weitere, vorgelagerte Schären entstanden.

Kliffküste

In einigen Fällen, zum Beispiel auf Gotland oder Bornholm, haben sich Kliffküsten gebildet. Diese ragen als Steilküsten schroff hervor und markieren Geländebrüche im geologischen Untergrund. Kliffkanten finden sich auch unterhalb des Meeresspiegels. Auch die Nordküste Estlands zum Finnischen Meerbusen hin ist durch solch eine Bruchlinie geprägt. Von West nach Ost rückt dieses Kliff immer näher an die aktuelle Küstenlinie heran und erreicht bei Sillamäe immerhin knapp 60 Meter.

Fördenküste

In Schleswig-Holstein, etwa von Flensburg bis Lübeck, ist der Küstenabschnitt durch Förden gekennzeichnet.Förden sind die Flensburger Förde, die Schlei, die Eckernförder Bucht und die Kieler Förde. Diese sind bei der Entstehung der Ostsee durch den Anstieg des Meeresspiegels "vollgelaufene" ehemalige Gletschertäler. Der Unterschied zu Fjorden besteht darin, dass die Gletscher sich nicht vom Land zur See bewegten, sondern umgekehrt der Eispanzer über der heutigen Ostsee Gletscher vorantrieb, die nach dem Abschmelzen eine Rinne übrig ließen, die sich mit Seewasser füllte.Die Schleswig-Holsteinischen Förden werden von den Landschaften Angeln, Schwansen und Dänischer Wohld getrennt. Zwischen der Kieler Förde und der ihr vorgelagerten Kieler Bucht einerseits und der Lübecker Bucht als Teil der Mecklenburger Bucht andererseits liegt die Probstei und die Halbinsel Wagrien mit der Insel Fehmarn. Der Hemmelsdorfer See bei Timmendorfer Strand ist ebenfalls eine alte Förde. Er ist wesentlich tiefer als die durch eine eiszeitliche Landbarriere abgeschnittene, davorliegende "Lübecker Bucht".

Boddenküste

Die mecklenburgische und vorpommersche Küste ist durch Boddenlandschaften geprägt. Bodden sind dadurch entstanden, dass vormalige Inseln durch stetige Zuführung von Material, hauptsächlich Sand, durch schmale Brücken miteinander verbunden worden sind. Die rückwärtigen Gewässer, die Bodden, sind dadurch größtenteils von der Ostsee abgetrennt worden und mit ihr nur noch durch Rinnen verbunden.

Ausgleichsküste

Diese Küstenform bestimmt die Küstenlinie Polens von Stettin bis kurz vor Danzig und die lettische Küste. Hier sind die typischen reich gegliederten glazialen Küstenformen durch die Anströmung und den Sedimenttransport von Westen her ausgeglichen worden, so dass der Verlauf fast gerade ist. Dies ist möglich geworden, weil die von der Nordsee hereinströmenden Wassermassen auf eine Küstenlinie treffen, die von Südwest nach Nordost verläuft und dadurch alles Transportmaterial anlagert.

Haffküste

Die Haff- oder Nehrungsküste ist im Küstenabschnitt zwischen Danzig und Klaipėda entstanden. Außerdem wird das Stettiner Haff ebenfalls hinzu gezählt. Haffs entstehen vor Flussmündungen als Brackwasserreservoire, die durch schmale Landzungen, die Nehrungen, von der übrigen Ostsee größtenteils abgetrennt wurden. Durch die ständige Zufuhr von Flusswasser schließen sich die Nehrungen nicht, sondern bleiben als langgestreckte Halbinseln bestehen, die eine Rinne zum Meer offen lassen. Bekannteste Haffe sind das Kurische und das Frische Haff. Eine (unvollständige) Nehrung bildet auch der Haken von Hela bei Zoppot.

Vergleiche

See also: Küste, Amrum, Angeln (Gebiet), Ausgleichsküste, Bergbau, Bewohner, Bodden, Brandung, Côte d'Ivoire