Kyrillisches Alphabet

Hinweise zur Schreibweise kyrillischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Kyrillisch-Namenskonventionen.


Das kyrillische Alphabet (Asbuka, Azbuka) ist eine Buchstabenschrift, die für zahlreiche, vor allem slawische Sprachen in Europa und Asien verwendet wird. Sie ist nach Kyrill von Saloniki benannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

[[Bild:Azbuka.png|thumb|eckige Glagoliza (blau) – runde Glagoliza (grün) – Kyrilliza (rot)]]

Die Schriftzeichen wurden im 10. Jahrhundert am Hof des bulgarischen Zaren Simeon des Großen durch Clemens (Kliment) von Ohrid, einen Schüler Kyrills von Saloniki, entwickelt.

Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) übernommen oder abgeleitet. Für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagolica) verwendet, die etwas früher vom griechischen Mönch Konstantin, der später den Namen Kyrill annahm, entwickelt worden war. Nach ihm wurde die kyrillische Schrift benannt, obwohl sie sich sehr von der glagolitischen Schrift unterscheidet.

Die ursprünglich einheitliche Schrift hat in den verschiedenen Sprachen, die das Kyrillische nutzen, teilweise unterschiedliche Entwicklungen genommen. Die der Ausgangsform am nächsten kommende Variante findet sich im Kirchenslawischen wieder. Mehrere Buchstaben der alten kyrillischen Schrift werden heute nicht mehr verwendet. Das heutige Buchstabeninventar der einzelnen Sprachen wird in den Artikeln zu den jeweiligen Sprachen behandelt.

Um 1700 wurde die kyrillische Schrift im Russischen Reich im Zuge der Reformen Peters des Großen vereinfacht und optisch an die lateinische Schrift angepasst. Diese latinisierten Buchstabenformen, die zur Unterscheidung von der kirchenslawischen Schrift als Bürgerliche Schrift bezeichnet wurden, wurden zur Grundlage der normativen Orthographie des Russischen. In der Folge fanden sie unter russischem Einfluss auch in den außerhalb des Russischen Reiches gelegenen Regionen Verbreitung, in denen die kyrillische Schrift verwendet wurde.

Im 19. Jahrhundert erhielten auch das Bulgarische und das Serbische eine normierte kyrillische Orthographie. Während die bulgarische Kyrilliza sich in der Form der Buchstaben weitgehend an die russische anlehnte und in der Orthographie zunächst zum großen Teil etymologischen Kriterien folgte, wurde die serbische Kyrilliza durch Vuk Karadžić radikal reformiert, um eine konsequent phonologische Schreibweise des Serbischen zu ermöglichen. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch die kyrillische Orthographie des Ukrainischen und das Weißrussischen einheitlich normiert, wobei die Alphabete dieser Sprachen jeweils viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Abweichungen von dem des Russischen aufweisen. Während und unmitelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde schließlich in Jugoslawien ein eigenes, vorwiegend dem Vorbild des Serbischen folgendes kyrillisches Alphabet für das Mazedonische normiert.

Für das Rumänische, eine romanische Sprache, die in einem Land überwiegend orthodoxen Glaubens gesprochen wird und seit dem 16. Jahrhundert kyrillisch geschrieben worden war, wurde hingegen 1865 das kyrillische Alphabet zugunsten des lateinischen abgeschafft.

1917 wurde unter Lenin die kyrillische Schreibweise des Russischen erneut reformiert, wobei einige infolge der Lautentwicklung nicht mehr notwendige Schriftzeichen abgeschafft wurden. Eine ähnliche Reform erfolgt nach dem Zweiten Weltkrieg für das Bulgarische. Die Schreibweise der übrigen kyrillisch geschriebenen slawischen Sprachen hat sich hingegen seit ihrer ersten modernen Normierung, die bereits zum großen Teil phonologischen Kriterien folgte, nicht mehr wesentlich verändert.

Bereits zur Zeit des Zarenreiches wurde das kyrillische Alphabet zur erstmaligen Verschriftlichung einiger kleinerer Sprachen in den zu diesem gehörenden Gebieten Osteuropas und Sibiriens genutzt. Zu sowjetischer Zeit wurde in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zunächst das lateinische Alphabet als Mittel zur Verschriftlichung von Sprachen propagiert, die bisher schriftlos waren oder zuvor das von offizieller Seite als rückständig angesehene arabische oder das mongolische Alphabet vewendet hatten. Ende der 1930er Jahre wurde dann jedoch die Orthographie aller dieser Sprachen auf das kyrillische Alphabet umgestellt. Von der allgemeinen Einführung der Kyrilliza für die Sprachen der Sowjetunion ausgenommen blieben lediglich das Armenische und das Georgische, die ihre eigenen traditionellen Schriften beibehielten, sowie die Sprachen der baltischen Republiken und von Minderheitengruppen mittel- oder westeuropäischer Herkunft, die weiterhin in lateinischer Schrift geschrieben wurden. Nach dem Vorbild der Sowjetunion führte auch die Mongolische Volksrepublik die kyrillische Schrift ein. Zur Schreibung der nichtslawischen Sprachen der Sowjetunion wurde das kyrillische Alphabet in der für das Russische üblichen Form in den meisten Fällen um weitere, meist neugeschaffene Buchstaben erweitert, um alle Laute der jeweiligen Sprache wiedergeben zu können.

Heutige Verbreitung

Heute werden Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und das moderne Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in Osteuropa, Sibirien, dem nördlichen Kaukasus und Zentralasien (Kasachisch, Kirgisisch, Mongolisch und Tadschikisch) mit kyrillischen Zeichen geschrieben.

Die Alphabete der einzelnen Sprachen sind im Wesentlichen gleich und unterscheiden sich nur durch einige wenige Zeichen. Manche Sprachen verwenden Sonderzeichen (ähnlich den Umlauten in der lateinischen Schrift). Allerdings werden in der kyrillischen Schrift im Gegensatz zur Lateinschrift nur selten beigefügte Akzente, Punkte, Cedillen oder ähnliches verwendet, sondern eher ganz neue Buchstabenformen eingeführt. Die kirchenslawische Schrift enthält eine ganze Reihe von Zeichen, die in den modernen Schriften nicht mehr üblich sind.

Eine Besonderheit des kyrillischen Alphabets ist, dass sich die kursiven Formen der Kleinbuchstaben teilweise stark von den aufrechten Formen unterscheiden, etwa vergleichbar dem unterschiedlichen Erscheinungsbild der Majuskeln und Minuskeln des lateinischen Alphabets (wohingegen die kyrillischen Minuskeln meist wie kleinere Versionen der entsprechenden Majuskeln aussehen). Im Bulgarischen und Serbischen werden diese alternativen Formen oft auch für die aufrechte Schrift verwendet – was regelmäßig zur Ratlosigkeit von Touristen führt, da in Deutschland gedruckte Lexika fast immer nur die Standard-Druckschrift verwenden.

Wiedergabe mit lateinischen Buchstaben

Für die graphische Wiedergabe der kyrillischen Schrift mit lateinischen Buchstaben gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. die wissenschaftliche Transliteration, für die es eine internationale Norm gibt, die graphisch auf dem Tschechischen beruht.
  2. die Transkription, für die jede Kombination von Ausgangs- und Zielsprache jeweils ihre eigene Norm hat. Bei der Transkription wird versucht, mit den in den einzelnen Zielsprachen vorhandenen Möglichkeiten zur graphischen Darstellung von Lauten möglichst nahe an die Aussprache in der Ausgangssprache (Russisch, Bulgarisch, Ukrainisch usw.) heranzukommen.
  3. im Serbischen bietet sich außerdem die Verwendung der offiziellen lateinschriftlichen Schreibung an, da in dieser Sprache beide Schriften gleichberechtigt nebeneinander stehen.

In der Literatur und der Tagespresse findet man oft falsche Transkriptionen, die aus Unkenntnis der russischen Sprache (oder einer anderen Sprache mit kyrillischen Buchstaben) entstanden sind. Da eine exakte Wiedergabe der Aussprache ohne Kenntnis der Originalsprache oft auch gar nicht möglich ist, sollte man beim Schreiben von Texten – je nach Zielgruppe – entweder die genau definierte wissenschaftliche Transliteration, die eine exakte Rückübertragung in kyrillische Buchstaben ermöglicht, oder die offizielle Transkription der jeweiligen Zielsprache (also Deutsch, Englisch usw.) verwenden.

Eine Besonderheit bei der Transliteration und Transkription stellt das Serbische dar, da es offiziell in beiden Schriften, das heißt Lateinschrift und kyrillischer Schrift, geschrieben wird. Daher sollte man hier für die Umschreibung immer die offizielle lateinschriftliche Variante verwenden. Für das Mazedonische hat sich aufgrund der langen Zugehörigkeit des Landes zu Jugoslawien ebenfalls eine an die serbische und kroatische Lateinschrift angelehnte Transliteration und Transkription eingebürgert. In Weißrussland ist neben dem kyrillischen Alphabet auch eine lateinische Umschrift (Łacinka) verbreitet, die an das Polnische angelehnt ist. Diese hat jedoch derzeit keinen offiziellen Status und wird zur Transkription des Weißrussischen in fremdsprachigem Kontext nur selten verwendet

Beispiele für die Transliteration/Transkription von Namen

Transliteration Transkription
deutsch englisch französisch
Aleksandr Solženicyn Alexander Solschenizyn / Solshenizyn ~ Solzhenitsyn ~ Soljenitsyne
Michail Zoščenko / Mihail Zoŝenko ~ Soschtschenko / Sostschenko Mikhail Zoshchenko ~ Zochtchenko
Michail Gorbačëv / Mihail ~ Gorbatschow Mikhail Gorbachev ~ Gorbatchev
Boris Nikolaevič El'cin ~ Nikolajewitsch Jelzin ~ Nikolayevich Yeltsin ~ Nikolaïevitch Eltsine
U: Ruslana Lyžyčko ~ Lyschytschko / Lyshytschko ~ Lyzhychko Rouslana Lyjytchko
R: Ruslana Lyžičko ~ Lyschitschko / Lyshitschko ~ Lyzhichko Rouslana Lyjitchko

Rechts vom Schrägstrich: bei Deutsch DDR-Transkriptionen, bei Transliteration die strengere, neuere ISO, die jedem kyrillischen genau ein lateinisches Zeichen zuordnet.

Kirchenslawisches kyrillisches Alphabet

Die Buchstaben des alten kyrillischen Alphabets werden in Kirillica Nova wie folgt dargestellt:
Bild:Early Cyrillic letter Azu.pngBild:Early Cyrillic letter Buky.pngBild:Early Cyrillic letter Viedi.pngBild:Early Cyrillic letter Glagoli.pngBild:Early Cyrillic letter Dobro.pngBild:Early Cyrillic letter Yesti.pngBild:Early Cyrillic letter Zhiviete.pngBild:Early Cyrillic letter Dzelo.pngBild:Early Cyrillic letter Zemlia.pngBild:Early Cyrillic letter Izhe.pngBild:Early Cyrillic letter I.pngBild:Early Cyrillic letter Kako.pngBild:Early Cyrillic letter Liudiye.pngBild:Early Cyrillic letter Myslite.pngBild:Early Cyrillic letter Nashi.pngBild:Early Cyrillic letter Onu.pngBild:Early Cyrillic letter Pokoi.pngBild:Early Cyrillic letter Koppa.pngBild:Early Cyrillic letter Ritsi.pngBild:Early Cyrillic letter Slovo.pngBild:Early Cyrillic letter Tvrido.pngBild:Early Cyrillic letter Uku.pngBild:Early Cyrillic letter Fritu.pngBild:Early Cyrillic letter Khieru.pngBild:Early Cyrillic letter Otu.pngBild:Early Cyrillic letter Tsi.pngBild:Early Cyrillic letter Chrivi.pngBild:Early Cyrillic letter Sha.pngBild:Early Cyrillic letter Shta.pngBild:Early Cyrillic letter Yeru.pngBild:Early Cyrillic letter Yery.pngBild:Early Cyrillic letter Yeri.pngBild:Early Cyrillic letter Yati.pngBild:Early Cyrillic letter Yu.pngBild:Early Cyrillic letter Ya.pngBild:Early Cyrillic letter Yusu Maliy.pngBild:Early Cyrillic letter Yusu Maliy Yotirovaniy.pngBild:Early Cyrillic letter Yusu Bolshiy.pngBild:Early Cyrillic letter Yusu Bolshiy Yotirovaniy.pngBild:Early Cyrillic letter Ksi.pngBild:Early Cyrillic letter Psi.pngBild:Early Cyrillic letter Fita.pngBild:Early Cyrillic letter Izhitsa.pngBild:Early Cyrillic letter Izhitsa Okoviy.pngBild:Early Cyrillic letter Ye.pngBild:Early Cyrillic letter Dierv.pngBild:Early Cyrillic letter Tvrido Otu.pngBild:Early Cyrillic letter O.png

Erscheinungsformen in einzelnen modernen Sprachen

Bulgarisch

Buchstabe wissenschaftliche
Transliteration
Transkription IPA
üblich ISO deutsch englisch
А а A a A a a
Б б B b B b b
В в V v W w V v v
Г г G g G g g
Д д D d D d d
Е е E e E e ɛ
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh)1 Zh zh ʒ
З з Z z S s Z z z
И и I i I i i
Й й J j J j Y y j
К к K k K k (ks: x)2 K k k
Л л L l L l l
М м M m M m m
Н н N n N n n
О о O o O o ɔ
П п P p P p p
Р р R r R r r
С с S s S s (ss)3 S s s
Т т T t T t t
У у U u U u u
Ф ф F f F f f
Х х Ch ch4 H h Ch ch Kh kh x
Ц ц C c Z z Ts ts ts
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch
Ш ш Š š Sch sch Sh sh ʃ
Щ щ Št št Ŝ ŝ Scht scht Sht sht ʃt
Ъ ъ Ă ă 5 A a6 A a ə
Ь ь ' (weich) ( - ) (J j)7 (Y) (y) ʲ (palatal)
Ю ю Ju ju Û û Ju ju Yu yu ju
Я я Ja ja  â Ja ja Ya ya ja

Hinweise:
1. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden.
2. Falls die kyrillische Buchstabenverbindung кс aus einem griechischen oder lateinischen x hervorgegangen ist, wird oftmals bei der „Rücktranskription“ wieder ein x benutzt. Bei Namen wie Alexandra, die auch in lateinisch-schriftlichen Regionen als Aleksandra existieren, kann jedoch keine allgemein empfehlenswerte Transkription erfolgen.
3. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
4. Gelegentlich wird auch H bzw. h verwendet.
5. Gelegentlich wird auch  (Â) bzw. â (â) verwendet. Man beachte, dass dieser Buchstabe im Bulgarischen ein normaler Vokalbuchstabe ist, nicht ein Härtezeichen wie im Russischen.
6. Früher war auch die Transkription mit u gebräuchlich.
7. Weichheitszeichen: Kommen nur vor den Vokalen и und о vor und wird am besten mit ji und jo transkribiert statt ein Apostroph zu benutzen.

Kasachisch

Kasachische Kyrilliza Kasachische Lateinschrift Deutsche Transkription
А а A a A a
Ә ә Ä ä Ä ä
Б б B b B b
В в V v W w
Г г G g G g
Ғ ғ Ğ ğ Gh gh
Д д D d D d
Е е E e E e (Je je)
Ё ё Yo yo Jo jo (O o)
Ж ж J j Sch sch
З з Z z S s
И и Ï ï I i
Й й Y y I i / J j 1
К к K k K k
Қ қ Q q Q q
Л л L l L l
М м M m M m
Н н N n N n
Ң ң Ñ ñ Ng ng
О о O o O o
Ө ө Ö ö Ö ö
П п P p P p
Р р R r R r
С с S s S s (ss)
Т т T t T t
У у W w U u
Ұ ұ U u Û û
Ү ү Ü ü Ü ü
Ф ф F f F f
Х х X x Ch ch
Һ һ H h H h
Ц ц C c Z z
Ч ч Ç ç Tsch tsch
Ш ш Ş ş Sch sch
Ы ы I ı Y y
İ і İ i Î î
Э э E e E e
Ю ю Yu yu Ju ju
Я я Ya ya Ja ja

1: Am Wortende und vor folgendem Konsonanten I i, vor folgendem Vokal J j.

Mazedonisch

Buchstabe Transliteration und
Transkription
IPA
А а A a a
Б б B b b
В в V v v
Г г G g g
Ѓ ѓ Gj gj, Đ đ 1 ɟ, dʑ
Д д D d d
Е е E e ɛ
Ж ж Ž ž ʒ
З з Z z z
Ѕ ѕ Dz dz, DZ / Dz dz 3 dz
И и I i i
Ј ј J j j
К к K k k
Ќ ќ Kj kj, Ć ć 2 c, tɕ
Л л L l l
Љ љ Lj lj, LJ / Lj lj 3 ʎ
М м M m m
Н н N n n
Њ њ Nj nj, NJ / Nj nj 3 ɲ
О о O o ɔ
П п P p p
Р р R r r
С с S s s
Т т T t t
У у U u u
Ф ф F f f
Х х H h x
Ц ц C c ts
Ч ч Č č
Џ џ Dž dž, DŽ / Dž dž 3
Ш ш Š š ʃ

Hinweise:
1. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ist auch die am serbischen und kroatischen Lateinalphabet orientierte Transkription Đ (Đ) đ (đ) üblich …
2. … ebenso Ć (Ć) ć (ć).
3. In Unicode gibt es aus Kompatibilitätsgründen für die Digraphen eigene Codes, die aber nur in Ausnahmefällen verwendet werden sollten: DZ (DZ) oder Dz (Dz) dz (dz); LJ (LJ) oder Lj (Lj) lj (lj); NJ (NJ) oder Nj (Nj) nj (nj); DŽ (DŽ) oder Dž (Dž) dž (dž).

Mongolisch

Kyrillisch Deutsche Transkription Wissenschaftliche Transliteration
А а A a A a
Б б B b B b
В в W w V v
Г г G g G g
Д д D d D d
Е е Je je E e
Ё ё Jo jo Jo jo
Ж ж Dsch dsch Ž ž
З з Z z Z z
И и I i I i
Й й I i J j
К к K k K k
Л л L l L l
М м M m M m
Н н N n N n
О о O o O o
Ө ө Ö ö Ö ö
П п P p P p
Р р R r R r
С с S s S s
Т т T t T t
У у U u U u
Ү ү Ü ü Ü ü
Ф ф F f F f
Х х Ch ch Ch ch
Ц ц Ts ts C c
Ч ч Tsch tsch Č č
Ш ш Sch sch Š š
Щ щ Schtsch schtsch Šč šč
Ъ ъ (fällt weg) - -
Ы ы Y y Y y
Ь ь J j ’ ’
Э э E e Ė ė
Ю ю Ju ju Ju ju
Я я Ja ja Ja ja

Russisch

Buchstabe Transliteration Transkription SAMPA-Wert
üblich ISO deutsch englisch
А а A a A a /a/
Б б B b B b /b/
В в V v W w V v /v/
Г г G g G g (w)8 G g /g/
Д д D d D d /d/
Е е E e E e (Je je)1 E e (Ye ye)1 /jE/
Ё ё Ë ë Jo jo (O o)2 E e (auch Yo yo) /jO/
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh)3 Zh zh /Z/
З з Z z S s Z z /z/
И и I i I i11 /i/
Й й J j I i ( - )4 Y y /j/
К к K k K k5 K k /k/
Л л L l L l /l/
М м M m M m /m/
Н н N n N n /n/
О о O o O o /o/
П п P p P p /p/
Р р R r R r /r/
С с S s S s (ss)5, 10 S s /s/
Т т T t T t /t/
У у U u U u /u/
Ф ф F f F f /f/
Х х Ch ch H h Ch ch Kh kh /x/
Ц ц C c Z z Ts ts /ts/
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch /tS/
Ш ш Š š Sch sch Sh sh /S/
Щ щ Šč šč Ŝ ŝ Schtsch schtsch (Stsch stsch)9 Shch shch /Sj/
Ъ ъ " ( - ) (hart) ( - )6 -
Ы ы Y y Y y /1/, IPA: /i/
Ь ь ' (weich) ( - ) (J j)7 (Y) (y) /j/ - palatal
Э э Ė ė È è E e /E/
Ю ю Ju Ju Û û Ju ju Yu yu /ju/
Я я Ja ja  â Ja ja Ya ya /ja/

Hinweise:
1. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang und nach ь sowie ъ wird mit je bzw. Je (engl. ye bzw. Ye) transkribiert, sonst mit e. Beispiel: Ельцин -> Jelzin. Wenn im Russischen für Е е auch Ё ё geschrieben werden kann, wird Е е wie Ё ё wiedergegeben.
2. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang, nach den meisten Konsonanten und nach ь sowie ъ wird mit jo bzw. Jo transkribiert; nur nach ж (sch/sh), ч (tsch), ш (sch), und щ (schtsch/stsch) jedoch mit o. Beispiel: Горбачёв -> Gorbatschow
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden. In der Wikipedia wird jedoch aus Gründen der Einheitlichkeit die Schreibung mit sch verwendet.
4. Der Duden schreibt: „й wird nach и und nach ы nicht wiedergegeben“ und „й = i am Wortende sowie zwischen russischem Vokalbuchstaben und russischem Konsonantenbuchstaben“. Beispiele: Горький -> Gorki, Андрей -> Andrei, Чуйков -> Tschuikow.
5. Der Duden schreibt vor, dass „in allen Fällen“ кс als x transkribiert werden soll. In der Wikipedia wenden wir diese Regel nur dann an, wenn es um Wörter griechischen oder lateinischen Ursprungs geht (Алексей -> Alexei), in echt russischen Wörtern wie etwa dem Ortsnamen Выкса wird die Schreibung mit ks verwendet (also Wyksa).
6. Härtezeichen: Hebt die Palatalisierung des voranstehenden Konsonanten auf. Wird i. A. nicht transkribiert. Siehe aber 1.
7. Weichheitszeichen: Palatisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Beispiel: Gorki statt Gor'ki. Ausnahmen sind die Verbindungen ьи und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
8. In der Genitivendung der Adjektive -ого/-его jedoch (im Einklang mit der Aussprache) w: -owo/-(j)ewo.
9. In der DDR war auch die Transkription stsch üblich.
10. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
11. Siehe aber Ь ь und 7.
12. Es kann auch der kleingeschriebene Großbuchstabe verwendet werden.

Serbisch

Buchstabe serbische
(und kroatische)
Lateinschrift
IPA
А а A a a
Б б B b b
В в V v v
Г г G g g
Д д D d d
Ђ ђ Đ đ 1
Е е E e ɛ
Ж ж Ž ž ʒ
З з Z z z
И и I i i
Ј ј J j j
К к K k k
Л л L l l
Љ љ Lj lj 2 ʎ
М м M m m
Н н N n n
Њ њ Nj nj 2 ɲ
О о O o ɔ
П п P p p
Р р R r r
С с S s s
Т т T t t
Ћ ћ Ć ć
У у U u u
Ф ф F f f
Х х H h x
Ц ц C c z
Ч ч Č č
Џ џ Dž dž 4
Ш ш Š š ʃ

Hinweise:
1. Kann bei typographischen Problemen auch durch Dj bzw. dj ersetzt werden.
2. Werden auch in lateinischer Schreibweise als jeweils nur ein Buchstabe betrachtet.

Ukrainisch

 Buchstabe   wissenschaftliche Transliteration   Transkription 
 kursiv   üblich   ISO   deutsch   englisch 
А а A a A a
Б б B b B b
В в В в V v W w V v
Г г Г г H h G g H h
Ґ ґ G g Ǵ ǵ 1 G g
Д д Д д D d D d
Е е E e E e
Є Є Je je Ê ê Je je Ye ye
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh) Zh zh
З з Z z S s Z z
И и И и Y y I i Y y
І і I i Ì ì I i
Ї ї Ji ji Ï ï Ji ji Yi yi (Ï ï)
Й й Й й J j J j Y y
К к K k K k (ks: x) K k
Л л L l L l
М м M m M m
Н н N n N n
О о O o O o
П п P p P p
Р р R r R r
С с S s S s 2 S s
Т т Т т T t T t
У у U u U u
Ф ф F f F f
Х х Ch ch H h Ch ch Kh kh
Ц ц C c Z z Ts ts
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch
Ш ш Š š Sch sch Sh sh
Щ щ Šč šč Ŝ ŝ Schtsch schtsch (Stsch stsch) Shch shch
ь ' bzw. j 3 (weich) ( - ) bzw. j ( - ) bzw. y
Ю ю Ju Ju Û û Ju ju Yu yu
Я я Ja ja  â Ja ja Ya ya
' ' (Apostroph) 4 ( - ) ( - )

Hinweise:
1. In der entsprechenden ISO-Tabelle wird statt des Akuts (´) ein Gravis (`) verwendet.
2. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache auch ss.
3. Weichheitszeichen, nur nach Konsonanten; ein Großbuchstabe existiert nicht; palatisiert den vorangehenden Konsonanten; in der Transliteration j vor o, sonst (im Auslaut und vor Konsonanten) „'“; in der Transkription j vor o, sonst nicht wiedergegeben.
4. nur zwischen labialem Konsonanten und j + Vokal; in der Transkription gewöhnlich nicht wiedergegeben.

Weißrussisch

Kyrillischer Buchstabe Transliteration Transkription SAMPA-Wert
üblich ISO Łacinka deutsch englisch
А а A a A a /a/
Б б B b B b /b/
В в V v W w V v /v/
Г г H h G g H h H h /h\/
Ґ ґ G g Ǵ ǵ 1 G g G g /g/
Д д D d D d /d/
Дз дз Dz dz Dz dz, Dź dź 9 Ds ds Dz dz /dz/
Дж дж Dž dž Dsch dsch Dzh dzh /Z/
Е е E e Je je 6, ie 7, e 8 E e (Je je) 2 E e (Ye ye) 2 /jE/
Ё ё Ë ë Jo jo 6, io 7, o 8 Jo jo E e (auch Yo yo) /jO/
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh) 3 Zh zh /Z/
З з Z z Z z, Ź ź 9 S s Z z /z/
І і I i Ì ì I i, Ji ji 6 I i /i/
Й й J j J j Y y /j/
К к K k K k K k /k/
Л л L l Ł ł, L l 9 L l /l/
М м M m M m /m/
Н н N n N n, Ń ń 9 N n /n/
О о O o O o /o/
П п P p P p /p/
Р р R r R r /r/
С с S s S s, Ś ś 9 S s (ss) 4 S s /s/
Т т T t T t /t/
У у U u U u /u/
Ў ў Ŭ ŭ U u /ŭ/
Ф ф F f F f /f/
Х х Ch ch H h Ch ch Ch ch Kh kh /x/
Ц ц C c C c, Ć ć 9 Z z Ts ts /ts/
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch /tS/
Ш ш Š š Sch sch Sh sh /S/
Ы ы Y y Y y /1/, IPA: /i/
Ь ь ' (weich) ´ 9 ( - ) (J j) 5 (Y) (y) /j/ - palatal
Э э Ė ė È è E e E e /E/
Ю ю Ju ju Û û Ju ju 6, iu 7, u 8 Ju ju Yu yu /ju/
Я я Ja ja  â Ja ja 6, ia 7, a 8 Ja ja Ya ya /ja/

Hinweise:
1. In der entsprechenden ISO-Tabelle wird statt des Akuts ein Gravis verwendet.
2. Nach weißruss. Vokalen, am Wortanfang und nach ь wird mit je bzw. Je (engl. ye bzw. Ye) transkribiert, sonst mit e. Beispiel: Ельцін -> Jelzin.
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden. In der Wikipedia wird jedoch aus Gründen der Einheitlichkeit die Schreibung mit sch verwendet.
4. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
5. Weichheitszeichen: Palatisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Ausnahmen sind die Verbindungen ьі und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
6. Am Wortanfang oder nach Vokal benutzt Łacinka ja, je, jo, ju für я, е, ё, ю, nach Vokal auch ji für і.
7. Nach Konsonant außer Л л (L l) benutzt Łacinka ia, ie, io, iu für я, е, ё, ю.
8. Nach Л л fällt in Łacinka j bzw. i von я, е, ё, ю weg: a, e, o, u.
9. In Łacinka werden die palatalisierte Konsonanten bezeichnenden Buchstaben mit Akutakzent versehen, wenn die vor einem anderen Konsonanten oder am Wortende stehen: Дзь дзь = Dź dź; Зь зь = Ź ź; Нь нь = Ń ń; Сь сь = Ś ś; Ць ць = Ć ć. Das L hingegen erhält standardmäßig den Schrägstrich und verliert ihn, wenn in der Kyrilliza ein Weichheitszeichen oder einer der Vokalbuchstaben і, я, е, ё, ю folgt: Л л = Ł ł; Ль ль = L l.

Zeichenkodierung

Kyrillisch ist in Unicode in den Bereichen U+0400-U+04FF (Cyrillic) und U+0500-U+052F (Cyrillic Extensions, zur Zeit nur belegt mit speziellen Schriftzeichen für Komi) alloziert. Der Bereich Cyrillic ist weiter unterteilt in

Die verbreitetesten 8-Bit-Kodierungen für Kyrillisch sind ISO 8859-5, Microsoft Codepage 1251, Apple MacCyrillic, KOI8-R und KOI8-U.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Kodierung kyrillischer Zeichen in Unicode, als numerische Zeichenreferenzen (HTML, SGML, XML) und in den 8-Bit-Kodierungen.

  UnicodeHTML ISO 8859-5 CP1251 MacKOI8-R KOI8-U
А аU+0410 U+0430&1040; &1072;0xB0 0xD00xC0 0xE00x80 0xE00xE1 0xC10xE1 0xC1
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Tag der kyrillischen Schrift

Der Tag der kyrillischen Schrift ist der 24. Mai. An diesem Tag werden zum Beispiel am Denkmal für Kyrill und Method auf dem Slawjanskaja-Platz in der Nähe des Moskauer Kreml Blumen niedergelegt und in den Kirchen Gottesdienste abgehalten.

Weblinks

See also: Kyrillisches Alphabet, 10. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, 1700, 1865, 19. Jahrhundert, 1917, 1920er, 1930er, 20. Jahrhundert