KZ Niederhagen

Das KZ Niederhagen war ein deutsches Konzentrationslager am Ortsrand von Büren-Wewelsburg. Die Häftlinge wurden ab Mai 1939 für den Ausbau der Wewelsburg eingesetzt, die nach dem Endsieg Mittelpunkt der Welt werden sollte. Die ersten Häftlinge stammten aus dem KZ Sachsenhausen.

Zu den rund 3.900 Häftlingen zählten Bibelforscher, politische Häftlinge, Sinti und Roma, Homosexuelle, Juden, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Frankreich, Niederlande und Belgien. Ein Drittel von ihnen überlebte den Aufenthalt nicht.

Nachgewiesen sind 1.290 Menschen, die hier umkamen. Sie starben an Hunger, Kälte, Krankheiten und den Folgen von Mißhandlungen. 1942 wurde ein eigenes Krematorium gebaut.

Als Exekutionsstätte für die Gestapo genutzt, wurden hier insgesamt 56 Menschen, darunter Frauen und Kinder, aus Westfalen-Lippe auf Befehl des Reichsführers SS hingerichtet.

In der Zeit von 1. September 1941 bis 1. Mai 1943 war das Lager selbstständig. Vorher war es dem KZ Sachsenhausen, danach dem KZ Buchenwald unterstellt. Ab 1943 waren nur noch etwa 50 Häftlinge im Lager. Am 2. April 1945 wurden die Häftlinge befreit.

Vom Lager ist wenig erhalten. In der Lagerküche ist das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht, das Torhaus ist heute ein Zweifamilienhaus.

Weblinks

Niederhagen Kategorie:Kreis Paderborn

See also: KZ Niederhagen, 1939, 1941, 1942, 1943, 1945, 2. April, Belgien, Bibelforscher, Büren