L.A. Confidential

L.A. Confidential ist ein Film des US-amerikanischen Regisseurs Curtis Hanson und basiert auf James Ellroys komplexen Roman Die Stadt der Teufel, der kritisch das Los Angeles der 1950er Jahre portraitiert. Das Drama wird allgemein dem film noir zugeordnet und gilt neben Roman Polanskis Chinatown als einer der besten Vertreter dieses Genres.

Filmdaten
Originaltitel: L.A. Confidential
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1997
Länge: 132 Minuten
Originalsprache: englisch
Altersfreigabe: FSK ab 16 Jahren
Crew
Regie: Curtis Hanson
Drehbuch: Brian Helgeland, Curtis Hanson und James Ellroy (Roman)
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Dante Spinotti
Schnitt: Peter Honess
Produktion: Arnon Milchan, Curtis Hanson und Michael G. Nathanson
Darsteller
Sergeant Jack Vincennes: Kevin Spacey
Officer Wendell "Bud" White: Russell Crowe
Det. Lt. Edmund Jennings Exley: Guy Pearce
Captain Dudley Liam Smith: James Cromwell
Lynn Bracken: Kim Basinger
Sid Hudgens: Danny DeVito
Pierce Morehouse Pratchett: David Strathairn
Inhaltsverzeichnis

Handlung des Films

Los Angeles, 1953 - Mickey Cohen, der gefürchtetste Gangster-Boss in Hollywood, wandert wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern. Der Weg für Cohens ehemalige Handlanger das große Geschäft mit Drogen, Pornos und Prostitution zu machen scheint frei, doch wird einer nach dem anderen von einem geheimnisvollen Unterweltboss aus dem Weg geräumt. Als auf der Männertoilette des The Nite Owl-Cafés in Hollywood sechs Menschen tot aufgefunden werden, darunter ein Polizist, machen sich drei Ermittler des LAPD daran den Mord aufzuklären, die unterschiedlicher nicht sein können: Detective Leutnant Ed Exley (Guy Pearce) ist vom Ehrgeiz zerfressen und will schnell seinen hochdekorierten verstorbenen Vater bei der Polizei von Los Angeles beerben; der geltungssüchtige Sergeant Jack Vincennes (Kevin Spacey) bessert sein Gehalt u. a. als technischer Berater einer Polizei-TV-Serie und geheimer Informant für das Skandal-Magazin Hush-Hush auf, während sich der impulsive Officer Wendell "Bud" White (Russell Crowe) einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn einverleibt hat und häufig Frauen von ihren gewalttätigen Ehemännern befreit. Die Ermittlungen in dem Fall, der als Nite-Owl-Massaker im ganzen Land bekannt wird, erweisen sich auf den zweiten Blick nicht ganz so leicht und die Mörder sind den drei Polizisten immer einen Schritt voraus. Bei ihren Nachforschungen dringen Exley, Vincennes und White immer tiefer in den Hexenkessel von Los Angeles vor, einem Sumpf aus Mord, Drogen und Korruption, in dem sie die Bekanntschaft mit dem undurchsichtigen Geschäftsmann Pierce Pratchett (David Strathairn) machen, der einen Prostitutionsring mit Doppelgängerinnen namhafter Hollywood-Schauspielerinnen betreibt, darunter auch das Veronica-Lake-Double Lynn Bracken (Kim Basinger).

Entstehungsgeschichte

Die Verfilmung von James Ellroys komplexer Romanvorlage war ein langgehegtes Wunschprojekt von Regisseur Curtis Hanson, der zuvor durch seine Thriller Die Hand an der Wiege (1992) und Am wilden Fluß (1993) aufgefallen war. Hanson wurde dabei als Koproduzent das Privileg eingeräumt L.A. Confidential frei nach seinen eigenen Vorstellungen zu drehen, ohne besondere Auflagen oder die Verpflichtung von obligatorischen Stars. "Ich hatte bislang keine Freiheit, die Filme so zu besetzen, wie ich wollte, ich mußte Szenen schneiden, andere Musik nehmen, mitansehen, wie Marketing-Leute den Film falsch verkauften.", so Hanson. Hauptdarsteller Russell Crowe wurde aufgrund seiner Schauspielleistung in dem australischen Drama Romper Stomper (1992) ausgewählt. Sowohl Crowe als auch sein australischer Landsmann Guy Pearce wurden gegen die Einwände des Filmstudios Warner Bros engagiert, die für die Besetzung eines kalifornischen Sittengemäldes der 1950er Jahre amerikanische Schauspieler favorisiert hatten.

Interpretation

Wegen seines am klassischen Film Noir orientierten Stils ist L.A. Confidential für heutige Verhältnisse schon fast ungewöhnlich, nichtsdestotrotz gilt er bei Filmkritikern als einer der besten Filme der 1990er Jahre. Ähnlich wie Roman Polanskis Chinatown setzt L.A. Confidential auf Zeitkolorit, ein intelligentes, doppelbödiges Drehbuch, exakte Charakterzeichnungen und eine klassische Inszenierung. Der 35 Mio. US-Dollar teure Film spielte zwar allein in den USA mehr als das doppelte der Produktionskosten wieder ein, wurde aber allgemein als finanzieller Flop betitelt. Für die damals noch unbekannten australischen Schauspieler Russell Crowe und Guy Pearce war L.A. Confidential das Sprungbrett nach Hollywood.

Anekdoten

Auszeichnungen

1998 zählte L. A. Confidential mit neun Nominierungen zum Favoritenkreis der Oscar-Verleihung, zog aber gegen James Camerons Mammutprojekt Titanic den Kürzeren. Trotzdem gewann der Film zwei Oscars, darunter Kim Basinger die für ihr Portrait einer Edelprostituierten mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde und den Preis für das beste adaptierte Drehbuch aus der Feder von Curtis Hanson und Brian Helgeland.

Oscar 1998

Nominiert in den Kategorien

BAFTA-Award 1998

Nominiert in den Kategorien

Golden Globe 1998

Nominiert in den Kategorien

Weitere

Internationale Filmfestspiele von Cannes 1997

Bodil Awards 1998

Boston Society of Film Critics Awards 1997

Chicago Film Critics Association Awards 1998

Directors Guild of America 1998

Edgar Allan Poe Awards 1998

Empire Awards 1998

Florida Film Critics Circle Awards 1998

Golden Satellite Awards 1998

Nominiert in den Kategorien

Las Vegas Film Critics Society Awards 1998

London Critics Circle Film Awards 1998

Los Angeles Film Critics Association Awards 1997

National Board of Review 1997

National Society of Film Critics Awards 1998

New York Film Critics Circle Awards 1997

Online Film Critics Society Awards 1998

Nominiert in der Kategorie

Screen Actors Guild Awards 1998

Nominiert in der Kategorie

Weblinks

L.A. Confidential L.A. Confidential Kategorie:Literaturverfilmung

See also: L.A. Confidential, 1997, 1998, BAFTA-Award, Bodil Awards, Bond-Girl, Chinatown (Film), Danny DeVito, Directors Guild of America