L.A. Confidential
L.A. Confidential ist ein Film des US-amerikanischen Regisseurs Curtis Hanson und basiert auf James Ellroys komplexen Roman Die Stadt der Teufel, der kritisch das Los Angeles der 1950er Jahre portraitiert. Das Drama wird allgemein dem film noir zugeordnet und gilt neben Roman Polanskis Chinatown als einer der besten Vertreter dieses Genres.
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| Inhaltsverzeichnis |
Handlung des Films
Los Angeles, 1953 - Mickey Cohen, der gefürchtetste Gangster-Boss in Hollywood, wandert wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern. Der Weg für Cohens ehemalige Handlanger das große Geschäft mit Drogen, Pornos und Prostitution zu machen scheint frei, doch wird einer nach dem anderen von einem geheimnisvollen Unterweltboss aus dem Weg geräumt. Als auf der Männertoilette des The Nite Owl-Cafés in Hollywood sechs Menschen tot aufgefunden werden, darunter ein Polizist, machen sich drei Ermittler des LAPD daran den Mord aufzuklären, die unterschiedlicher nicht sein können: Detective Leutnant Ed Exley (Guy Pearce) ist vom Ehrgeiz zerfressen und will schnell seinen hochdekorierten verstorbenen Vater bei der Polizei von Los Angeles beerben; der geltungssüchtige Sergeant Jack Vincennes (Kevin Spacey) bessert sein Gehalt u. a. als technischer Berater einer Polizei-TV-Serie und geheimer Informant für das Skandal-Magazin Hush-Hush auf, während sich der impulsive Officer Wendell "Bud" White (Russell Crowe) einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn einverleibt hat und häufig Frauen von ihren gewalttätigen Ehemännern befreit. Die Ermittlungen in dem Fall, der als Nite-Owl-Massaker im ganzen Land bekannt wird, erweisen sich auf den zweiten Blick nicht ganz so leicht und die Mörder sind den drei Polizisten immer einen Schritt voraus. Bei ihren Nachforschungen dringen Exley, Vincennes und White immer tiefer in den Hexenkessel von Los Angeles vor, einem Sumpf aus Mord, Drogen und Korruption, in dem sie die Bekanntschaft mit dem undurchsichtigen Geschäftsmann Pierce Pratchett (David Strathairn) machen, der einen Prostitutionsring mit Doppelgängerinnen namhafter Hollywood-Schauspielerinnen betreibt, darunter auch das Veronica-Lake-Double Lynn Bracken (Kim Basinger).
Entstehungsgeschichte
Die Verfilmung von James Ellroys komplexer Romanvorlage war ein langgehegtes Wunschprojekt von Regisseur Curtis Hanson, der zuvor durch seine Thriller Die Hand an der Wiege (1992) und Am wilden Fluß (1993) aufgefallen war. Hanson wurde dabei als Koproduzent das Privileg eingeräumt L.A. Confidential frei nach seinen eigenen Vorstellungen zu drehen, ohne besondere Auflagen oder die Verpflichtung von obligatorischen Stars. "Ich hatte bislang keine Freiheit, die Filme so zu besetzen, wie ich wollte, ich mußte Szenen schneiden, andere Musik nehmen, mitansehen, wie Marketing-Leute den Film falsch verkauften.", so Hanson. Hauptdarsteller Russell Crowe wurde aufgrund seiner Schauspielleistung in dem australischen Drama Romper Stomper (1992) ausgewählt. Sowohl Crowe als auch sein australischer Landsmann Guy Pearce wurden gegen die Einwände des Filmstudios Warner Bros engagiert, die für die Besetzung eines kalifornischen Sittengemäldes der 1950er Jahre amerikanische Schauspieler favorisiert hatten.
Interpretation
Wegen seines am klassischen Film Noir orientierten Stils ist L.A. Confidential für heutige Verhältnisse schon fast ungewöhnlich, nichtsdestotrotz gilt er bei Filmkritikern als einer der besten Filme der 1990er Jahre. Ähnlich wie Roman Polanskis Chinatown setzt L.A. Confidential auf Zeitkolorit, ein intelligentes, doppelbödiges Drehbuch, exakte Charakterzeichnungen und eine klassische Inszenierung. Der 35 Mio. US-Dollar teure Film spielte zwar allein in den USA mehr als das doppelte der Produktionskosten wieder ein, wurde aber allgemein als finanzieller Flop betitelt. Für die damals noch unbekannten australischen Schauspieler Russell Crowe und Guy Pearce war L.A. Confidential das Sprungbrett nach Hollywood.
Anekdoten
- Ursprünglich war für die Rolle der Lynn Bracken das Ex-Bond-Girl Izabella Scorupco vorgesehen, sie lehnte die Rolle jedoch ab.
- Eigentlich war Komponist Elmer Bernstein für die Kreation der Filmmusik vorgesehen, doch er wurde später durch seinen Kollegen Jerry Goldsmith ersetzt.
- 2003 sollte L. A. Confidential vom TV-Sender HBO mit Kiefer Sutherland in der Rolle des Jack Vincennes für das Fernsehen verfilmt werden. Von der geplanten dreizehnteiligen Serie wurde nur der Pilotfilm verwirklicht, der nie im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Auszeichnungen
1998 zählte L. A. Confidential mit neun Nominierungen zum Favoritenkreis der Oscar-Verleihung, zog aber gegen James Camerons Mammutprojekt Titanic den Kürzeren. Trotzdem gewann der Film zwei Oscars, darunter Kim Basinger die für ihr Portrait einer Edelprostituierten mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde und den Preis für das beste adaptierte Drehbuch aus der Feder von Curtis Hanson und Brian Helgeland.
Oscar 1998
- Beste Nebendarstellerin (Kim Basinger)
- Bestes adaptiertes Drehbuch
Nominiert in den Kategorien
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Ton
- Beste Musik
- Bester Schnitt
- Beste Kamera
- Beste Ausstattung
BAFTA-Award 1998
- Bester Schnitt
- Bester Ton
Nominiert in den Kategorien
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Hauptdarsteller (Kevin Spacey)
- Beste Hauptdarstellerin (Kim Basinger)
- Bestes adaptiertes Drehbuch
- Beste Musik
- Beste Kamera
- Beste Ausstattung
- Beste Kostüme
- Bestes Make-Up/Haarstyling
Golden Globe 1998
- Beste Nebendarstellerin (Kim Basinger)
Nominiert in den Kategorien
- Bester Film (Drama)
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
- Beste Filmmusik
Weitere
Internationale Filmfestspiele von Cannes 1997
- nominiert für die Goldene Palme als bester Film
- Bester amerikanischer Film
Boston Society of Film Critics Awards 1997
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Nebendarsteller (Kevin Spacey)
- Bestes Drehbuch
Chicago Film Critics Association Awards 1998
- Bester Film
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
Directors Guild of America 1998
- nominiert für die beste Regie
Edgar Allan Poe Awards 1998
- Bester Film
Empire Awards 1998
- Bester Hauptdarsteller (Kevin Spacey)
Florida Film Critics Circle Awards 1998
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
Golden Satellite Awards 1998
- Bestes Drehbuch
Nominiert in den Kategorien
- Bester Film (Drama)
- Beste Regie
- Bester Hauptdarsteller (Russell Crowe)
- Beste Kamera
- Beste Ausstattung
- Beste Filmmusik
- Bester Schnitt
Las Vegas Film Critics Society Awards 1998
- Bestes Drehbuch
London Critics Circle Film Awards 1998
- Bester Film des Jahres
- Beste Regie des Jahres
- Bestes Drehbuch des Jahres
Los Angeles Film Critics Association Awards 1997
- Bester Film
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
- Beste Kamera
National Board of Review 1997
- Bester Film
- Beste Regie
National Society of Film Critics Awards 1998
- Bester Film
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
New York Film Critics Circle Awards 1997
- Bester Film
- Beste Regie
- Bestes Drehbuch
Online Film Critics Society Awards 1998
- Bester Film
- Bestes Drehbuch
Nominiert in der Kategorie
- Beste Regie
Screen Actors Guild Awards 1998
- Beste Nebendarstellerin (Kim Basinger gemeinsam mit Gloria Stuart für Titanic)
Nominiert in der Kategorie
- Bestes Schauspielensemble
Weblinks
L.A. Confidential L.A. Confidential Kategorie:Literaturverfilmung
