Lactoseintoleranz

Bei Lactoseintoleranz (auch als Milchzuckerunverträglichkeit, Kohlenhydratmalabsorption, Lactosemalabsorption, Lactasemangelsyndrom oder Alactasie bezeichnet) wird der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker (Laktose), als Folge von fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Lactase, nicht richtig verdaut. Das Enzym Lactase wird von allen Säugetieren während der Stillzeit gebildet, es spaltet den Milchzucker in die für den Menschen verwertbaren Zuckerarten Galaktose und Glukose. Gelangt ungespaltener Milchzucker in tiefere Darmabschnitte, wird er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren. Die Gärungsprodukte führen u. a. zu Blähungen und osmotischer Diarrhoe (Durchfall). Das Fehlen des Enzyms geht allerdings nicht immer mit diesen Symptomen einher. In diesem Fall spricht man von Hypolaktasie oder genauer von Lactosemaldigestion (Lactose-Fehlverdauung), Abbauprodukte der Bakterien verursachen dann andere Symptome.

Die Lactoseintoleranz als passiver Enzymmangel darf nicht mit der selteneren Milchallergie verwechselt werden, bei der es sich um eine aktive Immunreaktion aufgrund einer echten Allergie gegen Kuhmilcheiweiß handelt.

Da in Westeuropa, Australien und Nordamerika die Zahl der Menschen mit Lactoseintoleranz sehr gering ist, wird sie dort oft fälschlicherweise als Krankheit angesehen. Ähnliche Symptome bei Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose) zeigt die Fruktosemalabsorption. Eine Reihe von Patienten mit Symptomen des Reizdarmsyndroms leidet, ohne es zu wissen, unter Kohlenhydratmalabsorption.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Lactasemangel kann verschiedene Ursachen haben:

Auswirkungen

Bei Lactoseintoleranz gelangen nach dem Konsum von Milch und Milchprodukten größere Mengen Milchzucker, die eigentlich im Dünndarm verarbeitet werden sollten, in den Dickdarm und werden dort von der Darmflora als Nährstoff fermentiert. In der Folge kommt es zu Völlegefühl, Blähungen, krampfartigen Bauchschmerzen und häufig auch zu Durchfällen. Anhaltende Lactosebelastung führt zur Reizung der Darmschleimhaut mit erhöhter Infektionsgefahr und Störung der Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Möglichkeiten zur Feststellung

Für die Diagnose der Lactosintoleranz gibt es einige teilweise leicht durchführbare Möglichkeiten:

Behandlung

Physiologischer (natürlicher) Lactasemangel und der angeborene Lactasemangel ist nicht behandelbar. Die Auswirkungen können jedoch z. B. durch Umstellung der Ernährung auf milchzuckerarme bzw. -freie Kost auf ein Minimum reduziert werden (hier muss allerdings einem möglichen Kalziummangel vorgebeugt werden). Dazu existieren im Fachhandel zahlreiche Ratgeber, Lebensmittellisten und Kochbücher. Eine andere Möglichkeit ist die Lactasezufuhr von außen in Tabletten- oder Kapsel-Pulver-Form durch entsprechende pharmazeutische Produkte (z. B. BIOLABOR Laktase Kautabletten aus der Drogerie), doch diese Art der Behandlung ist nicht ideal, da die Tabletten nicht dosiert werden können und weiterhin Lactose in den Darmtrakt gelangt und diesen schädigt. Auch gibt es bereits immer mehr laktosefreie Milchprodukte auf dem Markt, unter anderem Milch, Käse, Joghurt, Quark und mehr.

Wird Lactoseintoleranz durch Erkrankungen des Verdauungssystem verursacht, so verschwindet der Lactasemangel nach der Behandlung der vorangegangen Krankheit ganz. In seltenen Fällen sind die lactaseproduzierenden Zellen so geschädigt, dass sie sich nicht mehr erholen.

Ist die Milchzuckerunverträglichkeit die Folge einer gestörten Darmflora, so kann sie durch eine Ernährungsumstellung (Vollwertkost), eine Entsäuerung (Übersäuerung) und Darmaufbau/Symbioselenkung (Symbiont) wieder geheilt werden. Auch wurde schon von Fällen berichtet, in denen die Milchzuckerunverträglichkeit psychosomatisch bedingt war und z.B. durch die Kinesiologie geheilt werden konnte.

Weblinks



Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Literatur

Ohne Milch und ohne Ei von Beate Schmitt, ISBN 3895661791

Gesund essen bei Laktoseintoleranz von Simone Maus, Britta-Marei Lanzenberger, ISBN 3774266492

See also: Lactoseintoleranz, Asien, Bakterien, Darmflora, Diarrhoe, Dickdarm, Dünndarm, Enzym, Ernährung