Læsø
Læsø, auch Laesoe oder Vor Frue Land ist die nördlichste Kattegat-Insel Dänemarks. Der Name Læsø rührt von dem sagenhaften Riesen Lær her, "ø" bedeutet Insel, also Insel des Lär.
Im Zuge der Landhebung nach der letzten Eiszeit tauchte die Insel bereits vor Christi Geburt aus dem Meer auf, versank aber wieder. Zur Völkerwanderungszeit tauchte sie erneut auf und hob sich seitdem immer weiter. Das Klima ist anders als auf dem Festland. Zusammen mit Anholt gehört Læsø zum dänischen Wüstengürtel, da die Sommer vergleichsweise trocken sind. Während der Sommermonate sind die Niederschläge so gering, dass Bäche und Teiche teilweise bis auf den Grund austrocknen.
Im Mittelalter war die Insel durch die Salzgewinnung berühmt. Dies liegt an einer geologischen Besonderheit, dem salzhaltigen Grundwasser, das bis über 15 Prozent Salzgehalt erreichen kann. Die flachen Salzwiesen der so genannten Rönner auf der Südseite der Insel werden regelmäßig bei den Winterstürmen überflutet. Im Sommer wird das salzige Grundwasser durch Sonne und Trockenheit konzentriert. Das salzhaltige Grundwasser wurde in hunderten Salzsiederhütten eingedampft und nach Viborg geliefert. Der Holzverbrauch war hoch, so dass die Insel im späten Mittelalter völlig entwaldet war und Sandstürme Dörfer verschütteten. Daraufhin wurde das Salzsieden verboten.
Seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts werden als Projekt experimenteller Archäologie sowie für den Tourismus Salzsiedehütten wieder aufgebaut und betrieben.
Koordinate: 57° 15′ 26" n. Br., 11° 1′ 31" ö. L.
