Lageanomalie des Hodens
Als Lageanomalie des Hodens wird die Position eines Hodens bezeichnet, der vorübergehend oder dauernd außerhalb des Skrotums (Hodensack) liegt.
Diese Lageanomalie kann Folge einer unvollständigen Wanderung in das entsprechende Skrotalfach oder einer Richtungsabweichung sein. Im letzteren Fall spricht man von einer Hodenektopie.
Kommt es zu einem Wanderungsstopp entlang der physiologisch vorgegebenen Wanderungsbahn, werden entsprechend des Wanderungsendes unterschieden:
- Kryptorchismus: entsprechend der griech. Bedeutung von kryptos (verborgen) ist der Hoden nicht auffindbar und liegt in der Regel in der Bauchhöhle - Retentio testis abdominalis)
- Leistenhoden: Der Abstieg des Hodens aus dem Bauchraum ist im Leistenkanal zum Stillstand gekommen - Retentio testis inguinalis)
- Gleithoden: Der Hoden lässt sich wohl durch sanften Druck in das Skrotum verlagern, nimmt seine ursprüngliche Position im Leistenkanal aufgrund eines zu kurzen Samenstranges sofort wieder ein.
- Pendelhoden: Der Hoden befindet sich abwechselnd im Leistenkanal und im Skrotum.
Die medizinische Bedeutung dieser Lageanomalien liegt in der Tatsache begründet, dass die Wahrscheinlichkeit einer malignen Entartung wie einer Infertilität gesteigert ist, und zwar umso mehr, je früher der Abstieg dess Hodens zum Stillstand gekommen ist.
Therapeutisch wird vor Ende des 2. Lebensjahres eine Kombination zweier Hormone - Gonadoliberin und humanes Choriongonadotropin (hCG) - eingesetzt. Die operativen Maßnahmen unterscheiden sich je nach Lage des Hodens.
Kategorie:Urologie
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