LAN-Party

thumb|Das Bild zeigt einen Ausschnitt einer mittelgroßen LAN-Party mit 110 Teilnehmern. Eine LAN-Party ist eine Veranstaltung, die es den Teilnehmern mit Hilfe eines lokalen Netzwerks (Local Area Network, kurz LAN) ermöglicht, miteinander Computerspiele zu spielen oder Daten zu tauschen, wobei die Teilnehmer ihre Computersysteme meistens selbst mitbringen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

LAN-Partys entstanden in der Mitte der 90er Jahre, als es bei vielen Computerspielen möglich wurde, sich über ein Computernetzwerk mit anderen Spielern zu verbinden. Vorreiter und die ersten erfolgreichen Spiele, die diese Technik nutzten, waren unter anderem Doom, Quake, Duke Nukem 3D und Starcraft. Seither hat sich in vielen Ländern der Welt eine LAN-Party-Szene entwickelt, mit eigenen Websites, Moden und Idolen. Länder mit einer ausgeprägten LAN-Party-Szene sind Deutschland, USA,Schweiz, Schweden und Südkorea.

Öffentliche und private LAN-Partys

Grundsätzlich kann man zwischen privaten und die öffentlichen LAN-Partys unterscheiden. Die private LAN-Party ist ein Treffen unter Freunden in den eigenen Räumen mit ausschließlich eigenem Equipment. Die öffentliche LAN-Party ist meist kostenpflichtig und geht über mehrere Tage (üblicherweise ein Wochenende) mit 50 bis zu mehreren tausend Teilnehmern. Deswegen stellt der Veranstalter fast immer auch Schlafräume zur Verfügung, sorgt für das Catering, den Strom und das Computernetzwerk. Die Organisation einer solchen Veranstaltung wird mit zunehmender Teilnehmeranzahl immer schwieriger und komplexer. Nicht nur der Bedarf an Strom und speziellem Netzwerkequipment (wie einem schnellen Gigabit-Backbone) steigt, es treffen die Veranstalter in zunehmenden Umfang auch rechtliche Vorschriften wie z.B. ausreichend breite Fluchtwege oder einem Sanitätswachdienst. Problematisch auf öffentlichen LAN-Parties kann auch die Einhaltung des Jugendschutzes sein: Während auf privaten Parties oftmals auch Minderjährige Spieler anzutreffen sind, die Spiele ohne entsprechende Alterseinstufung spielen, müssen die Organisatoren offizieller Parties für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes sorgen.

Neben dem einfachen Computerspielen im Netzwerk werden auch verschiedene Turniere in verschiedenen Spielen abgehalten. Dabei wird entweder im Team (Clan) oder auch einzeln gegeneinander gespielt. Danach folgt für gewöhnlich eine Siegerehrung und das Ende der LAN-Party.

Der spielerische Wettkampf und das Treffen mit Freunden und Gleichgesinnten, aber auch das teilweise illegale Tauschen von Filmen, Computerspielen und Musik sind die Hauptmotivation für den Besuch von LAN-Partys. Der Teilnehmer ist dabei grundsätzlich selbst für sich und seine Daten verantwortlich.

Entwicklung

In Deutschland sind LAN-Partys spätestens seit dem Amoklauf von Erfurt in die öffentliche Diskussion gelangt (siehe auch Gewalt in Computerspielen). Durch teilweise einseitige Berichterstattung der Medien (siehe Agenda Setting) ist die LAN-Party in den Augen der Öffentlichkeit in Verruf geraten. Dabei muss jedoch in Betracht gezogen werden, dass LAN-Partys verhältnismäßig friedlich ablaufen. Dennoch kämpfen viele Veranstalter mit zurückgehender Unterstützung durch Gemeinden oder Vereine, die häufig Räume zur Verfügung stellen.

Mit der wachsenden Beliebtheit von LAN-Partys wuchsen auch die Ausmaße. Waren es Anfangs noch kleine Partys unter Freunden, sind es nun mehr und mehr große Events die von Organisatoren ("Orgas") geleitet werden. Ein gutes Beispiel ist die Schweizer LAN-Party Szene, wo sich die größten Organisatoren unter Friendly-LAN vereinigt haben.

Extreme

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LAN-Card Classic für Einlasssystem des DarkBreed e.V.

Das Streben nach immer größeren Veranstaltungen spielte in der Frühphase der LAN-Party-Szene eine wichtige Rolle. Die erste Überschreitung der 1000-Teilnehmer-Grenze vollzog die "Gamers Gathering" im Dezember 1999 mit 1600 Teilnehmern in Duisburg. Der DarkBreed e.V. hatte im Jahre 2000 deutschlandweit den Rekord mit seiner Veranstaltung "Breaking Normality" auf 2460 Teilnehmer gebracht. Dieser Rekord wurde erst nach über 4 Jahren von der Firma innovaLAN Entertainment GmbH eingestellt. Die bisher größte deutsche LAN-Party war somit die Northern LAN Convention Winter 2004 mit 3150 Teilnehmern.

Doch im europäischen Vergleich liegt Deutschland noch weit zurück. Mit jeweils über 5000 Teilnehmern sind die beiden LAN-Partys The Gathering in Norwegen und Dreamhack in Schweden die wohl größten Veranstaltungen dieser Art, welche allerdings ihren Ursprung in der Demoszene und nicht in der für LAN-Party üblichen E-Sport-Szene haben. Laut Guinness-Buch der Rekorde hält derzeit die Dreamhack Winter 2004 mit insgesamt 5852 Rechner im Netzwerk den alleinigen Weltrekord.

LAN-Partys als Ausdruck von Jugendkultur

LAN-Partys nehmen mittlerweile einen wichtigen Teil innerhalb der Jugendkultur ein, v.a. der männlichen. LAN-Partys sind oft Ausdruck einer jugendlichen Subkultur, die einen eigenen Jargon entwickelt hat (Computerjargon). LAN-Partys tragen wesentlich dazu bei, gewisse Trends unter Jugendliche zu tragen, hauptsächlich natürlich im Bereich der Computerspiele, aber auch der Filme und der Musik. Nicht selten spielt dabei illegaler Datenaustausch während der LAN-Party eine Rolle.

Literatur

Weblinks

Community Seiten

Informationen für Organisatoren

Equipment Verleih

Intranetsysteme

LAN-Partys verschiedener Länder

See also: LAN-Party, 1990er, Agenda Setting, Amoklauf von Erfurt, Backbone, Catering, Clan (E-Sport), Computerspiel, DOTLAN, Demoszene