Land Rover
thumb|right|Restaurierter Land Rover Serie I von 1952 Land Rover ist einerseits eine ehemals staatliche, britische Herstellerfirma von zivilen und militärischen Geländewagen, die seit dem Jahr 2000 zur amerikanischen Ford-Gruppe gehört. Andererseits werden mit Land Rover (oder liebevoll "Landy") die von dieser Firma hergestellten legendären Geländewagen bezeichnet.
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Geschichte
Die Idee
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg lag die britische Wirtschaft am Boden. Die Regierung benötigte dringend Devisen und begann, Druck auf die Automobilindustrie auszuüben: billig zu produzierende Massen- und Serienautos sollten entwickelt und in die ganze Welt exportiert werden. Die Firma Rover hatte bisher vor allem Luxuswagen von hoher Qualität und hohem Prestige produziert - diese konnte sich nach dem Krieg jedoch kaum mehr jemand leisten.
Maurice Wilks, Chefingenieur bei Rover, hatte die richtige Idee: Wie andere Landbesitzer benutzte er auf seinem Gut einen ehemaligen Armee-Jeep und er sah, dass es für ein solches leichtes Nutzfahrzeug nicht nur in England eine Nachfrage und somit einen relativ großen Absatzmarkt gab. 1947 gab der Rover-Vorstand grünes Licht für die Entwicklung des "Land Rover".
Der erste Land Rover
Auf der Amsterdam Motor Show von 1948 wurde der erste Land Rover enthüllt: ein überaus belastbarer Stahlrahmen, eine rostfreie Aluminiumkarosserie und ein 1.6-Liter Rover-Motor. Die charakteristischen Züge (Aluminiumkarosserie und das Fahrgestell mit seinen Heavy Box Sections) werden noch heute fast unverändert beim Modell Defender verwendet.
Zu einer Zeit, als in Großbritannien Stahl nach wie vor rationiert war, suchte man nach einer Möglichkeit, Fahrgestelle möglichst billig (teilweise sogar aus Reststücken) zusammenzuschweissen. So entwickelte man ein Leiterrahmen-Chassis, das für den Land Rover typisch wurde und sich mit seinen Streben und Hohlräumen noch heute durch seine Stabilität auszeichnet.
Um die Produktion möglichst billig zu halten, wurde die Karosserie aus Aluminium gebaut, das - im Gegensatz zum Stahl - auf dem freien Markt zu vernünftigen Preisen erhältlich war. Dass Aluminium nicht rostet, war ein glücklicher Zufall. Die daraus resultierende Langlebigkeit wurde schnell zu einem Teil des Images von Land Rover. Mehr als die Hälfte aller "Pre-Production"-Landrover (also jener, die produziert wurden bevor das Modell auf den Markt kam) existieren noch heute!
Von 1948 bis 1958 wurde der "Serie I" produziert. Stark modifiziert kam anschließend der "Serie II" auf den Markt, und 1971 wurde er zum "Serie III". Obwohl sie sich in den Details und technologisch unterscheiden, haben die "Serie"-Land Rover alle den typischen "Land Rover-Look": viereckig, mit zurückgesetztem Kühlergrill und runden Lampen.
Heute ist kaum noch bekannt, dass die Hamburger Tempo GmbH von 1953 bis 1955 eine kleine Anzahl von Land Rovern in modifizierter Form als Lizenznachbau für den Bundesgrenzschutz fertigte.
Ab dem Jahr 1971 entwickelte und produzierte Land Rover (damals zu British Leyland gehörend) das Luxusmodell Range Rover, ein mit Schraubenfedern ausgerüstetes, luxuriös ausgestattetes Statussymbol auf vier Rädern mit permanentem Allradantrieb.
Der Range Rover erweiterte den Markt und das Image der Firma. Jedoch erst 1984 wurde der "Serie"-Land Rover unter dem Druck der japanischen Allradfahrzeuge Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol, die den europäischen Markt eroberten, weiterentwickelt und es entstand 1983 der 110 (One Ten). Optisch war er nur schwer von den letzten "Serie"-Land Rovern zu unterscheiden, technisch basierte er allerdings auf einem modifizierten Range Rover-Fahrwerk, inklusive dessen Schraubenfedern. 1985 erschien dann der kürzere 90 (Ninety), später dann auch der 127 mit besonders langem Radstand.
Der 1989 vorgestellte Discovery brachte Land Rover in die Marktsegmente der japanischen Geländewagen.
Um die klassischen Land Rover 90/110/127 vom Range Rover und dem Discovery abzusetzen, wurde die Baureihe in Defender umgetauft. Der 127 erhielt offiziell die Bezeichnung Defender 130, obwohl der Radstand bis heute 127 Zoll beträgt.
Diese Entwicklungen brachten für Rover große Umwälzungen mit sich:
- 1983 wurden 90% aller Land Rover in Entwicklungsländer exportiert
- 1993 war die Situation gerade umgekehrt: 90% der Landys verkauften sich in der westlichen Welt, wo die Kundschaft natürlich ganz andere Ansprüche an einen Geländewagen stellt
Mit der Lancierung der zweiten und dritten Generation Range Rover und Discovery und mit der Markteinführung des Freelanders im Jahre 1997 (der sich gleich bei der Einführung an die Spitze des Marktes setzte) hat Land Rover seine Position auf dem 4x4-Markt weltweit stärken können.
Modelle
- Series I
- Series II und IIA
- Series III (und Stage One)
- Forward Control (101 und 109)
- 90(Ninty)/110(OneTen)/127
- Defender
- Range Rover
- Discovery
- Freelander
Weblinks
- Geschichte des Land Rover
- Land Rover Club
- Tempo-Land Rover
- Deutscher Land Rover Club e. V.
- Land Rover Stammtische, "Landyparade", Events...
