Landkreis Weißenfels (Provinz Sachsen)
Der preußisch-deutsche Landkreis Weißenfels mit seinem Vorgängerkreis Naumburg bestand in der Zeit zwischen 1816 und 1945.
Der Landkreis Weißenfels umfasste am 1. Januar 1945:
- 6 Städte,
- 174 Gemeinden.
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Verwaltungsgeschichte
Königreich Preußen
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurden zum 1. Oktober 1816 die Kreise Naumburg und Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet.
Das Landratsämter waren in Naumburg und Weißenfels.
Zum 1. Januar 1818 wurde der Kreis Naumburg, der bislang nur die Stadt Naumburg mit den Stadtteilen Domfreiheit und Vorstädte und die Dörfer Altenhof, Grochlitz, Pfortenhöfe, Schönburg und Wethau umfasst hatte, um weitere Gemeinden des Kreises Weißenfels vergrößert.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich/Großdeutsches Reich
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Am 28. März 1878 wurden die Landgemeinden Gieckau, Pohlitz, Rathewitz und Scheiplitz aus dem Kreis Weißenfels in den Kreis Naumburg eingegliedert.
Ab 1. April 1899 bildete die Stadtgemeinde Weißenfels einen eigenen Stadtkreis. Der bisherige Kreis Weißenfels führte dementspechend jetzt die Bezeichnung Landkreis.
Ab 1. April 1914 bildete die Stadtgemeinde Naumburg einen eigenen Stadtkreis. Der bisherige Kreis Naumburg führte dementspechend jetzt die Bezeichnung Landkreis.
Zum 30. September 1929 fand in den Landkreisen Naumburg und Weißenfels entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.
Mit dem 1. Oktober 1932 wurden die Landkreise Naumburg und Weißenfels zum neuen Landkreis Weißenfels mit dem Landratsamt in Weißenfels zusammengeschlossen.
Zum 1. August 1936 wurden Teile der Gemeinden Altenburg und Flemmingen aus dem Landkreis Weißenfels in den Stadtkreis Naumburg a. S. eingegliedert.
Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis seitdem zur neuen Provinz Halle-Merseburg, Regierungsbezirk Merseburg.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Alliierten Streitkräfte besetzt.
Kommunalverfassung
Die Landkreise Naumburg und Weißenfels gliederten sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständigen Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.
Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Hohenmölsen, Kösen (später: Bad Kösen), Osterfeld, Schkölen, Stößen und Teuchern führten jetzt die Bezeichnung Stadt.
Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.
Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Ortsnamen
Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden bis heute beibehalten. Kleinere Namensänderungen erfolgten in den 1920er/30er Jahren:
- Schulpforta: Schulpforte (1929),
- Kösen: Bad Kösen (1935),
- Cämmeritz: Kämmeritz (1937),
- Cleben: Kleben (1937).
Weblinks
Weßenfels (Provinz Sachsen)
