Landkreis Teltow
Der Landkreis Teltow ist ein ehemaliger Landkreis in Brandenburg und bestand als preußisch-deutscher Landkreis in der Zeit zwischen 1816 und 1952.
Der Landkreis Teltow umfasste am 1. Januar 1945:
- die 6 Städte Königs Wusterhausen, Mittenwalde, Teltow, Teupitz, Trebbin und Zossen
- sowie 105 weitere Gemeinden
- und 4 Gutsbezirke (Forsten).
| Inhaltsverzeichnis |
Verwaltungsgeschichte
Königreich Preußen
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand 1816 der Kreis Teltow im Regierungsbezirk Potsdam in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“ –.
Das Landratsamt war in Berlin.
Der nördliche, an Berlin grenzende Teil des Kreises Teltow gehörte bis zum 1. Januar 1822 zum Regierungsbezirk Berlin, der mit diesem Tage aufgelöst wurde. Damit unterstand nunmehr das gesamte Kreisgebiet dem Regierungspräsidenten in Potsdam.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich/Großdeutsches Reich
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Im südlichen Umfeld der Hauptstadt des neuen Deutschen Reiches entwickelten sich seit den 1870er Jahren die folgenden Stadtgemeinden so stürmisch, dass sie den Rahmen des Kreises Teltow sprengten und zu eigenen Stadtkreisen erklärt wurden:
- 1. Januar 1877: Charlottenburg,
- 1. April 1899: Schöneberg, ab 1912: Berlin-Schöneberg,
- 1. Mai 1899: Rixdorf, ab 1912: Neukölln,
- 1. April 1907: Deutsch Wilmersdorf, ab 1912: Berlin-Wilmersdorf.
Mit dem „Groß-Berlin“-Gesetz wurden zum 1. Oktober 1920 neben den Stadtkreisen Berlin-Schöneberg, Berlin-Wilmersdorf, Charlottenburg und Neukölln aus dem Kreis Teltow in den neuen Stadtkreis Berlin eingegliedert:
- die Stadtgemeinde Cöpenick,
- die Landgemeinden Adlershof, Alt Glienicke, Berlin-Britz, Berlin-Friedenau, Berlin-Grunewald, Berlin-Johannisthal, Berlin-Lankwitz, Berlin-Mariendorf, Berlin-Marienfelde, Berlin-Niederschöneweide, Berlin-Schmargendorf, Berlin-Steglitz, Berlin-Stralau, Berlin-Tegel, Berlin-Tempelhof, Berlin-Treptow, Berlin-Weißensee, Berlin-Wittenau, Blankenfelde, Bohnsdorf, Buckow, Grünau, Lichtenrade, Müggelheim, Rudow, Schmöckwitz, Wannsee und Zehlendorf,
- die Gutsbezirke Berlin-Dahlem, Blankenfelde, Buch, Cöpenick, Forst, Falkenberg, Frohnau, Grünau-Dahmer Forst, Grunewald, Forst, Heerstraße, Hellersdorf mit Wuhlgarten, Klein Glienicke, Forst und Pfaueninsel.
Zum 30. September 1929 fand im Kreis Teltow entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.
Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Teltow entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.
Ab 1. April 1939 erhielt der Stadtkreis Potsdam vom Lankreis Teltow Teile der Stadt Babelsberg und der Gemeinde Drewitz.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.
Sowjetische Besatzungszone/deutsche Demokratische Republik
Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 verlor der Landkreis Teltow 1 Gemeinde an den Landkreis Luckau, 4 Gemeinden an den Landkreis Luckenwalde und 1 Gemeinde an den Landkreis Zauch-Belzig.
Am 23. Juli 1952 wurde der Landkreis Teltow aufgelöst. Das Kreisgebiet wurde zwischen den neugebildeten Kreisen Königs Wusterhausen und Zossen aufgeteilt, ein kleiner Teil um die Stadt Teltow wurde dem Landkreis Potsdam zugeordnet.
Bundesrepublik Deutschland
Der heutige Landkreis Teltow-Fläming entstand zum 6. Dezember 1993 aus den drei Landkreisen Jüterbog, Luckenwalde und Zossen.
Kommunalverfassung bis 1945
Die Landkreis Teltow gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigen Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.
Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Mittenwalde, Nowawes, Teltow, Teupitz, Trebbin und Zossen führten jetzt die Bezeichnung Stadt.
Königs Wusterhausen erhielt erst ab 1935 die Bezeichnung Stadt.
Seit 1938 hieß Nowawes – nach Eingliederung der Gemeinde Neubabelsberg – Babelsberg und wurde 1939 Potsdam zugeteilt.
Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.
Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Ortsnamen
Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden im wesentlichen bis heute beibehalten.
Allerdings wurden noch vor dem Ersten Weltkrieg eine Reihe von Berliner Vorortgemeinden umbenannt (Berlin-Zusatz):
- Britz: Berlin-Britz,
- Dahlem: Berlin-Dahlem,
- Friedenau: Berlin-Friedenau,
- Grunewald: Berlin-Grunewald,
- Johannisthal: Berlin-Johannisthal,
- Lankwitz: Berlin-Lankwitz,
- Marienfelde: Berlin-Marienfelde,
- Nieder Schöneweide: Berlin-Niederschöneweide,
- Schmargendorf: Berlin-Schmargendorf,
- Steglitz: Berlin-Steglitz,
- Tempelhof: Berlin-Tempelhof,
- Treptow in Berlin-Treptow
In den 1930er Jahren wurden weitere Namen geändert:
- Dergischow: Horstfelde,
- Großbesten: Bestensee,
- Gütergotz: Güterfelde,
- Jachzenbrück: Lindenbrück,
- Mellen: Mellensee,
- Neuendorf b. Trebbin: Wiesenhagen,
- Nowawes: Babelsberg,
- Rotzis: Rotberg,
- Schenkendorf b. Großbeeren:Schenkendorf (Kr. Teltow),
- Sputendorf b. Töpchin: Sputenberge,
- Wendisch Wilmersdorf: Märkisch Wilmersdorf.
Weblinks
- http://www.literad.de/geschichte/teltow.html - Historische Daten
Angermünde | Beeskow-Storkow | Brandenburg an der Havel | Calau | Cottbus (Stadt) | Cottbus (Land) | Crossen | Eberswalde | Forst | Frankfurt (Oder) | Guben (Stadt) | Guben (Land) | Jüterbog-Luckenwalde | Königsberg Nm. | Landsberg (Warthe) (Stadt) | Landsberg (Warthe) (Land) | Lebus | Luckau | Lübben | Meseritz | Niederbarnim | Oberbarnim | Osthavelland | Ostprignitz | Oststernberg | Potsdam | Prenzlau | Rathenow | Ruppin | Schwerin (Warthe) | Soldin | Sorau | Spremberg (Lausitz) | Teltow | Templin | Westhavelland | Westprignitz | Weststernberg | Wittenberge | Zauch-Belzig | Züllichau-Schwiebus
Teltow
