Langer Marsch (Rakete)

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Diagramm der CZ-2F Rakete

Langer Marsch (長征火箭, Chang Zheng) ist der Sammelname der chinesischen Raumfahrt-Raketen, der von dem militärischen Gewaltmarsch Mao Tse Tungs gegen die Regierung der Kuomintang abstammt.

Es gibt mehrere Modelle der Langer Marsch Raketen, die teilweise aus völlig unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen kommen. Die Raketen sind eine Eigenentwicklung Chinas, teilweise basierend auf der Technologie russischer Raketen der 1960er und 1970er Jahre. Ob der Technologietransfer offiziell oder durch Spionage erfolgte, ist offiziell nicht bekannt.

Bei zivilen Projekten wird die Einwegrakete "Langer Marsch" vom Xichang-Startplatz gestartet, der sich in Xichang (Sinkiang), Provinz Sichuan, befindet. Bei militärischer Benutzung steht außerdem der Startplatz Jiuquan in der Gansu-Provinz zur Verfügung. Die bemannte Raumkapsel Shenzhou (Schiff der Götter) wurde von dort gestartet.

Am 15. Oktober 2003 gelang es der Volksrepublik China mit dieser Raumkapsel und einer Raketenvariante (Langer Marsch CZ-2F), einen Taikonauten (Chinesische Bezeichnung für Astronaut) in eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen. Damit ist China der dritte Staat nach der Sowjetunion und den USA, der eigenständig bemannte Flüge mit selbstentwickelten Raketen betreibt.

Die derzeit stärkste Variante ist Langer Marsch 3B (CZ-3B oder auch LM-3B), die speziell zum Starten von Kommunikationssatelliten in die Geotransferbahn ausgelegt ist. Diese Rakete wird zu einem sehr günstigen Preis auf dem internationalen Satellitenstartmarkt angeboten, konnte allerdings bisher nur wenige Startaufträge ergattern, da die USA die Einfuhr von amerikanischer Satellitentechnik nach China verbieten. Ein anderer Grund ist der sich 1996 ereignete Fehlstart einer CZ-3B mit einem Intelsat-Satelliten, als die Rakete kurz nach dem Start in einem nahegelegenen Dorf einschlug, wo möglicherweise über 100 Menschen bei der Explosion des Raketentreibstoffs umkamen. Die Tatsache, dass China das tatsächliche Ausmaß des Vorfalls geheim hielt und keine westlichen Experten an den Unfallort ließ, schreckte damals viele Kunden ab.

Wesentlich abschreckender wirkte jedoch die radikale Verschärfung der Technologiesanktionen gegen die VR China durch die USA, die es für Jahre westlichen Kunden unmöglich machten ihre Satelliten mit Chang Zhengs in die Umlaufbahn bringen zu lassen, da fast alle US-Bauteile enthielten. Mittels dieser Sanktionen gelang es der US-Regierung den mißliebigen Konkurrenten für fast 10 Jahre kaltzustellen und gleichzeitig effektiv die sinoeuropäische Kooperation zu behindern. Allerdings schaffte es die VR China in enger Zusammenarbeit mit Frankreich am 12. April 2005 dennoch den komplett von Alcatel France gebauten Apstar 6 mit einer CZ-3B erfolgreich in GEO zu bringen. Dies war gleichzeitig der 42. gelungene Start einer Chang Zheng seit 20. Oktober 1996, damit gehört die Chang Zheng Raketenfamilie zu den zuverlässigsten Trägerraketen der letzten Jahre.

Zuständig für die Entwicklung und Koordination des Programms ist die China National Space Administration (CNSA).


See also: Langer Marsch (Rakete), 12. April, 15. Oktober, 1960, 1970, 1996, 20. Oktober, 2003, 2005, Bemannte Raumfahrt