Langzeitbelichtung
[[Bild:Langzeit-karussell.jpg|thumb|220px|Belichtungszeit: 20s, Karussell auf dem Weihnachtsmarkt ]][[Bild:P4030006b.jpg|thumb|220px|Typische Langzeitbelichtung (30s) Hesselberg im späten Abendlicht]]
Von Langzeitbelichtung wird gesprochen, wenn die Belichtungszeit mehr als etwa fünf Sekunden beträgt. Langzeitbelichtungen werden eingesetzt, um auch bei geringem Licht noch fotografieren zu können oder um Bewegungsabläufe aufzuzeigen, im technischen und künstlerischem Bereich.
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Bildwirkung
Langzeitbelichtungen zeigen einen Ausschnitt der Zeit, wie wir ihn normalerweise nicht wahrnehmen können. Im Gegensatz zu “normalen” Fotografien halten sie nicht einen kurzen Augenblick fest, sie bilden das Motiv in einem längeren Prozess ab. Bewegungen werden dabei verwischt, sie zerfließen in der Zeit.
Die ca. 2 jährigen Belichtungszeiten vom Potsdamer Platz durch Michael Wesley zeigen einen Horizont durch die neuen Gebäude hindurch, der schon vor der Bebauung des Platzes zu sehen war. Auch die Sonnenbahnen treten als helle Streifen sehr stark in den Vordergund.
Durch die lange Belichtungszeit ergibt sich bei bewegten Objekten eine große Bewegungsunschärfe, die als gestalterisches Mittel genutzt werden kann. Bewegte Objekte oder Personen verschwimmen und können sogar völlig "verschwinden", was bei z.B. Architekturaufnahmen genutzt wird. Im Dunklen hinterlassen helle Objekte (z.B. Scheinwerfer von Fahrzeugen) Lichtstreifen.
Durchführung
Die meisten Langzeitbelichtungen spielen sich im Rahmen von 5 Sek. bis hin zu mehreren Minuten ab. Der Belichtungszeit ist nach oben kaum eine Grenze gesetzt. Michael Wesley hat extreme Langzeitbelichtungen von bis zu 26 Monaten durchgeführt.
Eine korrekte Belichtung bei langen Zeiten kann durch verschiedene Mittel erreicht werden:
- Abblenden, z.B. auf Blende 32
- Verwendung eines Lichtunempfindlichen Filmes, z.B. ASA 50
- Graufilter am Objektiv
- Verringerung des Umgebungslichtes.
Soll nur ein sich bewegendes Objekt, nicht aber der Hintergrund verwackelt und verschwommen wiedergegeben werden, so muss die Kamera gegen Verwackeln gesichert werden z.B. durch ein stabiles Stativ.
Bei Kameras mit manueller Belichtungseinstellung oder Zeitvorwahl lassen sich lange Belichtungszeiten direkt einstellen. Auf den meisten Kameras ist die Funktion für die Langzeitbelichtung ab 30 Sekunden mit einem B gekennzeichnet, das für Bulb (engl. Blitzbirne) steht. Bei elektronisch gesteuerten Kameras wird die Belichtungszeit durch die Kapazität der Batterie begrenzt. (Bei einer Canon 3000N liegt beispielsweise das Maximum laut Hersteller bei etwa 6 Stunden.) Kameras mit mechanischem Verschluss erlauben nahezu unbegrenzte Belichtungszeiten.
In den Anfängen der Fotografie war die Langzeitbelichtung kein reines Gestaltungsmittel, sondern eine Notwendigkeit. Gründe dafür waren die geringe Empfindlichkeit des Fotomaterials und geringe Lichtstärke der Objektive.
Besonderheiten
Zu beachten ist, dass bei chemischem Filmmaterial durch den Schwarzschildeffekt längere Belichtungszeiten notwendig sind, als der Belichtungsmesser angibt. Diese Abweichung ist abhängig vom Filmmaterial. Bei digitalen Kameras entfällt diese Korrektur, dafür entsteht ein höheres Rauschen des Bildsensors, das zum Teil durch bestimmte "Entrauschungsverfahren" ausgeglichen werden kann. Bei modernen Digitalkameras wird im Anschluss an die Langzeitbelichtung ein Bild bei geschlossenem Verschluss als "Rauschmuster" aufgenommen. Dieses Muster wird benutzt um das Rauschen des aufgenommenen Bildes zu reduzieren.
Siehe auch
Weblinks
Webseite von Michael Wesley mit einigen Beispielbildern
