Laryngaltheorie

Die Laryngaltheorie hilft in erster Linie dem Indogermanisten zu erkennen wie Lautverschiebungen und Ablautreihen in Sprachen erfolgten, die nicht überliefert sind, sondern nur aus bekannten Sprachen im Rückschluß rekonstruiert werden.

Geschichte

Die Laryngaltheorie spielt in der Indogermanistik eine große Rolle und ist inzwischen weitgehend anerkannt. Aufgestellt hat sie in rein theoretischer Form Ferdinand de Saussure 1879. Saussure ging davon aus, daß die langen Vokale der Ablautreihe â - ô - a mit einem Laut entstanden sind, der in den überlieferten Sprachen keine Spuren hinterlassen hat. Verschwand dieser Vokal, dann wurde der Sonant bzw. Laryngal a oder i reflektiert.

Die Entzifferung des Hethitischen, der bislang ältesten uns bekannten, indogermanischen Sprache im Jahr 1929 bestätigte de Saussures Theorie in der Praxis. Seither wurde die Laryngaltheorie weiterentwickelt und verfeinert. Manche Indogermanisten gehen davon aus, dass sich die komplizierten Ablautsysteme (z. B. e-i-a: gehe, ging, gegangen) der belegten und der noch lebenden Sprachen aus wenigen, vielleicht sogar nur aus einem einzigen, Vokal herleiten lassen.

Wortbedeutung

Ein Laryngal ist ein Kehlkopflaut, d. h. ein Laut, der im Bereich des Kehlkopfes gebildet wird. Das Wort stammt von den griechischen Wörtern larynx, laryngos ab, die Kehle, Schlund bedeuten.

Literatur

See also: Laryngaltheorie, Ablaut, Ferdinand de Saussure, Hethitische Sprache, Indogermanistik, Laryngal, Lautverschiebung