Brugg AG

Wappen
98px|Wappen von Brugg
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4095
PLZ: 5200
Koordinaten: 47° 29' n. Br.
8° 12' ö. L.
Höhe: 352 m ü. M.
Fläche: 5.58 km²
Einwohner: 9212 (31. Dezember 2004)
Website: www.stadt-brugg.ch
Karte
299px|Karte von Brugg

Brugg ist eine Stadt im Kanton Aargau der Schweiz und ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirkes. 1901 wurde Altenburg eingemeindet, Lauffohr im Jahr 1970.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Gebiet der an der Aare liegenden Stadt Brugg ist sehr langgezogen und erstreckt sich von Südwesten nach Nordosten; es ist über sechs Kilometer lang und maximal etwas mehr als einen Kilometer breit.

Ganz im Südwesten liegt das Gebiet „Im Steiger“ zwischen dem östlichen Flussarm der Aare und dem Fuss des Wülpelsberg, auf dem das Schloss Habsburg thront. Nach rund zwei Kilometern vereinigen sich die beiden durch die flache Schacheninsel getrennten Flussarme bei Altenburg. Weiter östlich liegt in einer flachen Ebene auf der rechten Seite der Aare das Stadtzentrum.

Nach der Altstadt, die an der engsten Stelle des Flusses errichtet wurde, folgt links der Aare das breite Aufeld, an dessen Südseite die zur Gemeinde Windisch gehörende Insel Geissenschachen liegt. Rund einen Kilometer östlich der Insel mündet die Reuss in die Aare.

Im Aufeld konzentriert sich die Besiedlung auf ein schmales Band entlang der steilen Südostflanke des Bruggerbergs (516 Meter). Ganz im Nordosten liegt der Ortsteil Lauffohr, an einer Engstelle zwischen dem rund 500 Meter hohen Reinerberg und der Mündung der Limmat in die Aare. Der Mündungsbereich von Aare, Limmat und Reuss wird auch Wasserschloss der Schweiz genannt.

Die Fläche der Gemeinde beträgt trotz seiner beachtlichen Längenausdehnung nur 558 Hektaren, davon sind 167 Hektaren bewaldet und 270 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle ist der Bruggerberg, der tieftsgelegene Punkt liegt an der Limmatmündung auf 328 Metern.

Nachbargemeinden sind Rüfenach und Stilli im Norden, Untersiggenthal und Gebenstorf im Nordosten, Windisch im Osten, Hausen im Süden, Habsburg und Schinznach-Bad im Südwesten, Villnachern und Umiken im Westen sowie Riniken im Nordwesten. Brugg ist mit Windisch und Umiken vollständig zusammengewachsen.

Geschichte

thumb|left|Altstadt von Brugg Zur Zeit der Römer lag Brugg im unmittelbaren Einzugsgebiet des Legionslagers Vindonissa; es bestand eine Holzbrücke über die Aare, bei Altenburg ein Kastell (ab 375). Die Stadt wurde 1064 erstmals urkundlich erwähnt, als der Graf von Habsburg dem Kloster Muri seine Besitztümer bestätigte. Die Habsburger hatten ihren Stammsitz umweit der Stadt auf einem Hügel (siehe Habsburg (Burg).

Um 1200 erhielt Brugg das Marktrecht. 1242 wurde die Stadt bei Auseinandersetzungen innerhalb der Habsburger-Familie geplündert. König Rudolf I. von Habsburg verlieh Brugg im Jahre 1284 das Stadtrecht. Bis ins 14. Jahrhundert blieb Brugg mit den Habsburgern verbunden. Häufig sammelten die Heerführer Österreichs hier ihre Streitkräfte, so auch zum Beispiel vor der Schlacht von Sempach im Jahr 1386.

Brugg wurde im Jahr 1415 durch Bern kampflos erobert. Während des Alten Zürichkriegs wurde Brugg am 30. Juli 1444 (die sogenannte "Brugger Mordnacht") von Anhängern Österreichs geplündert und niedergebrannt. 1528 wurde in Brugg die Reformation eingeführt. Die aus habsburgischer Zeit stammende Schule wurde zur obrigkeitlichen Lateinschule. Da hier viele hervorragend geschulte Kleriker ausgebildet wurden, erhielt Brugg den Übernamen Prophetenstadt.

1798, bei der Gründung der Helvetischen Republik war der revolutionäre Eifer in Brugg besonders hoch, die französischen Befreier wurden mit Jubel begrüsst. 1803 soll Napoléon Bonaparte die Stadt persönlich zur Hauptstadt des Kanton Aargaus erhoben haben, überlegte es sich dann aber anders und verlegte diese nach Aarau.

Im 19. Jahrhundert wurde Brugg zu einem wichtigen industriellen Standort, die Bevölkerungszahl vervielfachte sich. Da das Stadtgebiet eher klein war und das Wachstum behinderte, wurde es in drei Schritten erweitert. 1863 kaufte man den Windischern alle Gemeindegebiete westlich der Bahnlinie Bern-Zürich ab; heute stehen hier der Bahnhof, das Einkaufszentrum "Neumarkt" und zahlreiche Industriebetriebe. 1901 wurde die Gemeinde Altenburg mit Brugg fusioniert, 1970 die Gemeinde Lauffohr.

Die erste Eisenbahnlinie durch Brugg wurde 1856 eröffnet, die Bözbergbahn nach Basel 1875, die Aargauische Südbahn 1882. Die Industrialisierung erfolgte zunächst nur zaghaft; nach dem Bau eines städtischen Elektrizitätswerks im Jahre 1892 erfolgte jedoch der Durchbruch.

1938 wurde auf der Aareinsel Geissenschachen ein Waffenplatz der Schweizer Armee eröffnet (Pioniertruppen). Der Durchgangsverkehr, der sich durch die Altstadt quälte, wurde 1980 auf eine neue Umfahrungsstrasse (mitsamt Aarebrücke und Tunnel) umgeleitet. Die Altstadt wurde dadurch weitgehend vom Automobilverkehr befreit; viele Hausbesitzer nahmen dies zum Anlass, die schönen Altstadthäuser zu renovieren.

Sehenswürdigkeiten

thumb|Hofstatt mit Zeughaus

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1803 604
1850 1142
1900 2339
1930 4502
1950 5508
1960 6683
1970 8635
1980 8911
1990 9482
2000 9143

Am 31. Dezember 2004 lebten 9212 Menschen in Brugg, der Ausländeranteil betrug 24,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 40,7 % reformiert, 33,4 % römisch-katholisch, 2,8 % christlich-orthodox und 7,2 % moslemisch. 2,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 83,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,9 % Italienisch, 2,4 % Serbokroatisch, 1,9 % Albanisch, 1,2 % Französisch, 1,1 % Türkisch, 0,9 % Portugiesisch, je 0,8 % Englisch und Spanisch.

Behörden

Legislative

Anstelle einer Gemeindeversammlung vertritt der von den Stimmberechtigten gewählte Einwohnerrat die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des Geschäftsberichts und der Kredite. Er kann auch Reglemente erlassen. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Einwohnerrat wird im Proporzwahlverfahren gewählt.

Bei den Wahlen im November 2001 erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden, sowie das Initiativrecht zu.

Exekutive

Ausführende Behörde ist der Stadtrat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die 5 Stadträte sind:

Judikative

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Riniken, Umiken und Villnachern verantwortlich ist.

Wirtschaft

In Brugg gibt es rund 600 Gross- und Kleinbetriebe im Industrie- und Dienstleistungsbereich, die zusammen etwa 6000 Arbeitsplätze anbieten. Die bekanntesten sind der Radiosender Argovia, die Kabelwerke Brugg, das Sekretariat des Schweizerischen Bauernverbandes und der Internet-Provider green.ch.

Verkehr

Brugg liegt sehr verkehrsgünstig. Am SBB-Bahnhof halten Schnellzüge nach Basel, Bern und Zürich; eine weitere Eisenbahnlinie führt nach Lenzburg. Brugg ist Endstation der Linie S12 der Zürcher S-Bahn.

Der Bahnhof von Brugg ist einer der bedeutendsten Knotenpunkte des schweizerischen Postautonetzes. Es verkehren Linien nach Birr, Dättwil, Döttingen, Frick, Hottwil, Laufenburg, Linn, Mellingen, Mönthal, Remigen, Scherz, Thalheim, Unterwindisch und Zurzach.

Rund vier Kilometer südlich von Brugg liegt der Anschluss Birrfeld der Autobahn A3.

Bildung

Es gibt fünf Schulhäuser in Brugg, in denen alle Volksschulstufen bis hinauf zur Bezirksschule angeboten werden. Weitere Schulen in Brugg sind die Berufsschule, die kaufmännische Handelsschule, die Volkshochschule und die Kantonale Schule für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung (Seminar). Brugg ist einer von vier Standorten der Fachhochschule Aargau; hier wird vor allem im Sozialbereich unterrichtet. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau, Baden und Wettingen.

Partnerstadt

Siehe auch

Weblinks



See also: Brugg AG, 1064, 1200, 1242, 1284, 1386, 14. Jahrhundert