Lazarett
Ein Lazarett ist ein Militärkrankenhaus. Die Erfindung des Lazaretts wird Florence Nightingale zugesprochen.
Das Wort Lazarett dürfte sich auf den Bericht des Evangelisten Johannes im Neuen Testament beziehen, der das Wunder schildert, dass Jesus den bereits toten Lazarus wieder auferstehen lässt.
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Krankenhäuser
Moderne Streitkräfte verfügen im allgemeinen über eigene Krankenhäuser, die auch als Lazarett bezeichnet werden. Das Lazarettpersonal besteht meist aus Sanitätssoldaten. Sie sind reguläre Militärangehörige, haben im Ernstfall aber aufgrund der Genfer Konvention nicht den Status eines Kombattanten, auch wenn sie zur Selbstverteidigung eine Handfeuerwaffe führen, sofern sie diese nicht zum unprovozierten Angriff benutzen. Sie gehören nicht zu den Kriegsgefangenen, können aber zur medizinischen Versorgung der Kriegsgefangenen herangezogen werden. Das Sanitätspersonal ist verpflichtet, jedem verwundeten Soldaten Hilfe zu leisten, egal ob Freund oder Feind. Das anerkannte Schutzzeichen der Sanitätstruppen ist das Rote Kreuz oder der rote Halbmond.
In der Bundeswehr werden die festen Lazarette als Bundeswehrkrankenhäuser bezeichnet. Sie unterstehen dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr. Bewegliche Einrichtungen heißen hingegen Feldlazarett. Auch im österreichischen Bundesheer wird die Bezeichnung Lazarett nur für Feldlazarette verwendet, ein Lazarett in Form eines Krankenhauses wird als Militärspital bezeichnet.
Feldlazarette
Meistens ist mit dem Begriff Lazarett ein Feldlazarett gemeint, eine provisorisch eingerichtete Sammel- und Versorgungstelle für Verwundete in der Nähe der Kriegsfront (ältere Bezeichnung dafür: Etappe). Es ist zugleich ein Wirkungsbereich des Medizinischen Dienstes einer Armee, bestehend aus Ärzten, Sanitätern und Sanitätsfahrern im Kriegsfalle. Das Lazarett als Feldkrankenhaus ist außerdem in der Lage, Operationen von Geschädigten auszuführen. Je nach Schweregrad der Verletzung wird entschieden, ob die Operation dort oder in einem landesinneren Krankenhaus/Lazarett ausgeführt wird. Dafür sind die Truppenärzte verantwortlich. Häufig ist aber an einem Konzentrationspunkt von Verletzten und Infizierten, wie es ein solches Lazarett ist, die Gefahr des Ausbruches von Epidemien sehr hoch. Dieses wirkt wiederum auf die Morbidizität (Sterblichkeitsrate) ein. Man richtet daher diese Einrichtungen wie auch die Verbandplätze nach septischen (ansteckend) und aseptischen (nichtansteckend) Geschädigten sowie Moribunden (Unheilbare) ein, um diese Gefahr zu minimieren. Diese liegen in Sanitätszelten voneinander getrennt.
Entsprechend der Gliederung von Armeen in ihre Truppenteile gibt es zunächst mehrere Verbandplätze so z.B. Regimentsverbandplatz und Divisionsverbandplatz. Hier wird nach Bergung der Geschädigten aus dem unmittelbaren Kampfbereich dafür gesorgt, dass sie für einen weiteren Transport in die Lazarette oder anderer im Landesinneren befindlichen Krankenhäusern "stabilisiert" werden. Vor der Bergung werden zumeist im Kampfgebiet sog. "Geschädigtennester" angelegt (häufig in Sprengkratern), die als solche mit weißen Fahnen mit oder auch ohne rotem Kreuz kenntlich gemacht werden.
Laut Genfer Konvention dürfen so gekennzeichnete Geschädigtennester ebensowenig wie Krankentransportfahrzeuge und deren Personal beschossen werden. Die Realität sah und sieht allgemein jedoch leider oft anders aus. Umgekehrt dürfen Lazarette oder Geschädigtennester eben wegen des ihnen nach der Genfer Konvention zukommenden besonderen Status auch nicht als "Schutzschild" für andere militärische Einheiten mißbraucht werden. Krankentransportfahrzeuge dürfen ebenfalls nicht für Truppenverlegungen und Ähnliches genutzt werden. Es ist weiterhin nicht statthaft, das Lazarett im selben Gebäude unterzubringen wie den Stab, der ein legitimes Ziel feindlicher Angriffe wäre.
Lazarettschiffe
Außer den Lazaretten an Land gibt es auch Lazarettschiffe. Ihr Status ist ebenfalls in der Genfer Konvention genau geregelt. So müssen auch auf Lazarettschiffen Verwundete von Freund und Feind behandelt werden. Auch die Verwundeten aus dem eigenen Land dürfen nach ihrer Genesung von Bord nicht zur Truppe zurück gesandt werden, sondern müssen über ein neutrales Land in ihre Heimat reisen. Lazarettschiffe müssen mit dem roten Kreuz gekennzeichnet sein und dürfen keine Waffen und keine Schlüsselmittel mitführen.
Auf Grund dieser Auflagen vermeiden die meisten Nationen den Einsatz von Lazarettschiffen. Statt dessen statten sie Kriegsschiffe oder Hilfsschiffe mit Lazaretteinrichtungen aus, verzichten aber auf den völkerrechtlichen Schutz. In der Deutschen Marine gibt es Versorgungsschiffe mit umfangreichen Lazaretten. Bekannt wurde der Einsatz des Versorgungsschiffes Berlin bei der Tsunamihilfe vor Indonesien im Jahr 2005. Während des Vietnamkrieges hatte die Bundesrepublik Deutschland das Seebäderschiff Helgoland als reguläres Lazarettschiff vor die vietnamesische Küste entsandt.
Katastrophenschutz
Auch im Katastrophenschutz werden Behelfskrankenhäuser als Lazarette bezeichnet, wie sie beispielsweise vom Roten Kreuz bei Erdbeben oder bei anderen Katastrophen errichtet werden.
Das Lazarett in Kunst, Literatur und Film
Im Antikriegsroman MASH verarbeitete Richard Hooker seine Erfahrungen in einem Mobile Army Surgical Hospital (Feldlazarett) im Korea-Krieg auf satirische Weise. Der Roman wurde von Robert Almann als M*A*S*H verfilmt und diente später als Grundlage für die Fernsehserie M*A*S*H.
Weblinks
- http://www.stsg.de/main/zeithain/geschichte/lazarett/
- http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?ID=1018646270087&BandNr=15
