Le nozze di Figaro

Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro oder Figaros Hochzeit) ist eine Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Das italienische Libretto stammt von Lorenzo Da Ponte und basiert auf der Komödie La folle journée ou Le mariage de Figaro von Beaumarchais aus dem Jahr 1781, dessen Aufführung verboten war, da in dem Stück die unerträglichen Verhältnisse im vorrevolutionären Frankreich deutlich aufgezeigt wurden. Die Fassung von Da Ponte und Mozart konnte jedoch unbeanstandet aufgeführt werden, da der (italienische) Text moderater war, obwohl von dem für die damalige Zeit brisanten Inhalt keine Abstriche gemacht wurden.

Uraufführung: 1. Mai 1786 im Wiener Burgtheater

Inhaltsverzeichnis

Personen

Ort und Zeit: Schloss des Grafen Almaviva, Sevilla, um 1780

Handlung

Die Handlung der Oper ist die direkte Fortsetzung von Beaumarchais’ Le barbier de Seville (Der Barbier von Sevilla). Rosina ist nun die Gräfin Almaviva; ihr Mann, kein Muster an Tugend, bemüht sich um die Liebe von Antonios Tochter Barbarina. Als er entdeckt, dass der frühere Page Cherubino sein Rivale ist, versucht er ihn loszuwerden, indem er ihm ein Offizierspatent verschafft. Figaro ist in den Dienst des Grafen getreten und trifft gerade die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Rosinas Mündel Susanna. Die Rolle des Cherubino wird von einer Frau gesungen (eine so genannte Hosenrolle).

1. Akt

Ein Zimmer im Schloss. Figaro misst den Raum aus, um die Möbel zu stellen. Susanna probiert vor dem Spiegel einen Hut an (Heutzutage wird, um der französischen Vorlage näher zu kommen, der Hut durch einen Brautschleier ersetzt) (Duett: "Cinque, dieci, venti, trenta, trentasei, quarantatre" - "Fünf, zehn, zwanzig, dreißig, sechsunddreißig"). Sie reden über die Zukunft (Duett: "Se a caso madama la notte ti chiama." - "Sollt' einstens die Gräfin des Nachts dir schellen"). Susanna ärgert sich über Almavivas Galanterie, wird aber durch Figaro beruhigt (Arie: "Se vuol ballare Signor Contino" - "Will einst das Gräflein ein Tänzchen wagen"). Dr. Bartolo tritt auf, der von Marcellina, der Haushälterin, engagiert wurde, um Klage gegen Figaro vorzubringen, der ihr zuvor die Ehe versprochen habe, um eine Schuld abzulösen (Bartolos Arie: "La vendetta, oh, la vendetta! - Süsse Rache, du gewährest hohe Freuden"; Duett zwischen Marcellina und Susanna: "Via resti servita, Madama brillante" - "Nur vorwärts, ich bitte, Sie Muster von Schönheit"). Cherubino erscheint und bittet Susanna um Fürsprache beim Grafen, weil er das Schloss nicht verlassen will (Arie: "Non so più cosa son, cosa faccio" - "Neue Freuden, neue Schmerzen"). Als der Graf und Basilio auftreten, versteckt er sich, und Susanna täuscht eine Ohnmacht vor; in dem Durcheinander springt Cherubino auf einen Stuhl und versteckt sich unter einem Kleid (Terzett: "Cosa sento! Tosto andate, e scacciate il seduttor" - "Wie? Was hör' ich? Unverzüglich geh und jage den Bösewicht gleich fort"). Der Graf entdeckt ihn, und er wird nur durch den Auftritt der Landleute von einer Bestrafung verschont (Chor: "Giovani liete, fiori spargete" - "Muntere Jugend, streue ihm Blumen"). Der Graf zwingt Cherubino, sich auf den Weg zur Armee zu machen, und Figaro gibt ihm gute Ratschläge mit auf den Weg (Arie: "Non più andrai, farfallone amoroso" - "Dort vergiss leises Flehn, süsses Wimmern").

2. Akt

Zimmer der Gräfin. Die Gräfin beklagt des Grafen Untreue

(Arie: "Porgi, amor, qualche ristoro" - "Heil'ge Quelle reiner Triebe"). Susanna lässt Cherubino herein, und sie fahren fort, ihn in Frauenkleider zu stecken, damit er so die Hochzeit abwarten kann (Arie des Cherubino: "Voi che sapete che cosa è amor" - "Ihr, die ihr Triebe des Herzens kennt"). Sie frisieren seine Haare


(Susannas Arie: "Venite, inginocchiatevi" - " Komm näher, knie hin vor mir").


Der Graf kommt an, Cherubino flieht in das Nachbarzimmer, in das der Graf ebenfalls hinein will, nachdem er jemanden darin gehört hat. Die Gräfin sagt, es sei nur Susanna, und der Graf verlässt mit der Gräfin die Bühne, nachdem er alle Türen abgeschlossen hat, um auf einem anderen Weg ins Nachbarzimmer zu gelangen (Terzett: "Susanna, or via, sortite, sortite, io così vo'" - "Nun, nun, wird's bald geschehen? Susanna, komm heraus", Duett: "Consorte mia, giudizio" - "Frau Gräfin, darf ich bitten?"). Susanna befreit Cherubino (Duett: "Aprite, presto, aprite; aprite, è la Susanna" - "Geschwind die Tür geöffnet, geschwind, ich bin Susanna!"), der aus dem Fenster springt, und sie betrifft den Raum, aus dem er geflohen ist. Graf und Gräfin kommen zurück. Er denkt, Cherubino habe sich versteckt, findet aber zu seinem Erstaunen nur Susanna vor (Finale: "Esci omai, garzon malnato, sciagurato, non tardar" - "Komm heraus, verworfner Knabe! Unglücksel'ger, zaudre nicht!"). In der Zwischenzeit versucht Figaro, der die Zudringlichkeiten des Grafen fürchtet, ihn durch einen anonymen Brief vom Erscheinen auf seiner Hochzeit abzuhalten, aber von der Gräfin befragt, gesteht er, dass er der Verfasser ist. Als der Gärtner Antonio einen Brief bringt, von dem er sagt, er sei von einem Mann fallen gelassen worden, der aus dem Fenster floh, behauptet Figaro, dass er bei Susanna gewesen sei. Das Dokument erweist sich jedoch als Cherubinos Ernennung zum Offizier, und Figaro gelangt aus der Klemme, indem er es dem Grafen präsentiert, damit dieser sein noch fehlendes Siegel anbringt. Marcellina, Bartolo und Basilio treten auf und Marcellina bringt ihre Klage über Figaro vor. Die Hochzeit wird verschoben, damit der Graf den Vorwurf untersuchen kann.

3. Akt

Der Festsaal. Der Graf ist aufgrund der vorangegangenen Ereignisse verwirrt, und auf Bitte der Gräfin stimmt Susanna zu, ihn im Garten zu treffen. Zuvor jedoch tauscht sie mit der Gräfin die Kleidung (Duett: "Crudel! Perché finora farmi languir così?" - "So lang' hab' ich geschmachtet"). Susanna flüstert Figaro zu, dass der Erfolg nun sicher sei und sein Rechtsstreit gewonnen. Der Graf ist verärgert (Arie: "E un ben ch'invan desio" - "Ich soll ein Glück entbehren"). Es folgt die Szene im Hof, in der sich herausstellt, dass Figaro der uneheliche Sohn von Marcellina und Bartolo ist, so dass er die Haushälterin gar nicht heiraten kann (Sextett Almaviva, Figaro, Don Curzio, Bartolo, die Gräfin und Susanna: "Riconosci in questo amplesso" - "Lass mein liebes Kind

4. Akt

Im Garten (vorher manchmal eine Szene im Korridor). Den Anweisungen im Brief folgend, hat der Graf Barbarina mit der Nadel geschickt, die sie aber verloren hat (Arie: "L'ho perduta... me meschina" - "Unglücksel'ge kleine Nadel"). Figaro erfährt dessen Bedeutung von Barbarina. Aus Eifersucht bringt er Bartolo und Marcellina dazu, auch in den Garten zu kommen, um bei dem Gespräch zwischen dem Grafen und Susanna anwesend zu sein. Marcellina informiert Susanna über diesen Plan (Arien: "Giunse alfin il momento" und "Deh, vieni, non tardar, oh gioia bella" - "Endlich naht sich die Stunde" und " O säume länger nicht, geliebte Seele"). Die Gräfin erscheint in Susannas Kleid; Cherubino versucht die vermeintliche Susanna zu küssen wird aber zurückgehalten durch die Intervention des Grafen, der mit der Hand nach Cherubino zielt, aber irgendwie den immer präsenten Figaro trifft. Der Graf verfolgt die vermeintliche Susanna, die ihm geschickt aus dem Weg geht, als die richtige Susanna in den Kleidern der Gräfin auftritt. Figaro berichtet ihr von des Grafen Absichten und erkennt seine Braut. Er spielt die Komödie mit, indem er ihr Ehre als Gräfin erweist, und bekommt erneut eins auf die Ohren. Die beiden schließen Frieden und er spielt weiterhin seine Rolle. Als der Graf erscheint, erklärt er seine Liebe und sinkt vor ihr auf die Knie. Der Graf ruft nach Waffen und seinen Leuten. Lichter werden angezündet und ein allgemeines Wiedererkennen löst die Verwirrung des Grafen ab, der keine Entschuldigung mehr vorbringen kann (Finale: "Pian pianin le andrò più presso" - "Still, nur still, ich will mich nähern")

Weblinks


Nozze di Figaro

See also: Le nozze di Figaro, 1781, Beaumarchais, Hosenrolle, Italienische Sprache, Komödie, Libretto, Lorenzo Da Ponte, Oper, Wolfgang Amadeus Mozart