Lebensreform
Die Lebensreform ist eine seit Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschland und der Schweiz ausgehende geistige Bewegung. Als Gegenbewegung zur nervösen modernen Welt mit ihrer Zersplitterung propagierte sie ein "Zurück zur Natur". Siedlungsexperimente wie der Monte Verità und Gartenstädte wie Hellerau waren eine Folge der Lebensreform.
Sie propagiert eine gesunde, naturnahe Lebensweise, vollwertige Ernährung, Reformkost, Reformkleidung, natürliche Heilverfahren etc. und reagiert damit auf Phänomene wie fortschreitende Industrialisierung, Vermassung und neuerdings Umweltverschmutzung. Entsprechende Produkte werden im Reformhaus gehandelt.
Die Lebensreform war eine hauptsächlich bürgerlich dominierte Bewegung, bei der auch viele Frauen mitmachten. In der Körperkultur ging es darum, den Leuten viel frische Luft und Sonne zu verschaffen - dies in einer Zeit, in der die Industrialisierung eingesetzt hatte. Ein berühmter Künstler der Lebensreformbewegung war Fidus (Hugo Höppener).
Verwandte Bewegungen waren FKK (Freikörperkultur), die Sanatoriumsbewegung und die Fitnessbewegung. Es bestehen auch enge Kontakte zur Bodenreformbewegung, zur Freiwirtschaftsbewegung sowie zu anderen sozialreformerischen Bewegungen.
Literatur
- Die Lebensreform. Entwürfe zur Neugestaltung von Leben und Kunst um 1900. herausgegeben von Kai Buchholz, Rita Latocha, Hilke Pechmann und Klaus Wolbert. Katalog zur Ausstellung im Institut Mathildenhöhe Darmstadt. Häusser Verlag und anabas Verlag, Darmstadt 2001, ISBN 3-89552-081-0
Bekannte Lebensreformer:
Weblinks
- http://www.lebensreform.ch/ Wiki-Projekt zur Geschichte der Lebensreform.
