Lechquellengebirge

Als Lechquellengebirge bezeichnet man die westliche Fortsetzung der Lechtaler Alpen westlich des Flexenpasses. Es ist damit Teil der Nördlichen Kalkalpen, und zwar, wenn man vom südlich der Arlberglinie gelegenen Rätikon absieht, deren westliches Ende.

Das Hochgebirge mit Gipfeln bis über 2700 Meter ist teilweise verkarstet und bildet daher ein zusammenhängendes, ausgedehntes Quellgebiet des Flusses Lech. Ob das Lechquellengebirge neben den Lechtaler Alpen eine eigene Gruppe darstellt oder nur deren westlichen Ausläufer, darüber sind die Meinungen geteilt. Früher wurde es häufig auch als "Klostertaler Alpen" bezeichnet. right|350px|Lechquellengebirge

Inhaltsverzeichnis

Geografische Abgrenzung

Das Lechquellengebirge wird im Süden von der Arlberglinie (Klostertal) und im Osten vom Flexenpass sowie vom Lechtal zwischen Lech und Warth begrenzt. Im Nordosten bildet der Hochtannberg die Pass-Grenze gegen die Allgäuer Alpen. Im Nordwesten geht das Lechquellengebirge in mehreren Absätzen in die Vorberge des Bregenzer Waldes über. Eine eindeutige Abgrenzung ist schon deshalb nicht möglich, weil der Bregenzer Wald als solcher kein Gebirge, sondern eine Landschaft, ja eine Talschaft ist.

Brauchbar und üblich sind die Abgrenzung durch eine Linie, die durch das Großwalsertal und den Schadonapass gebildet wird, oder das Lineament des Laternser Tals, der Furka und Damüls sowie des Tals der Bregenzer Ache zwischen Schröcken und Au. Ebenso könnte man eine Abgrenzung nicht anhand der Täler vornehmen, sondern der Landschaftsformen und der ihr zugrundeliegenden Geologie: dann würde das Lechquellengebirge bis zu jener Linie reichen, die die Voralpen von den Hochalpen trennt, also von Bludenz ins Marultal, über den Bettlertritt und die Gadenalpe zum Metzgertobel und schließlich über das Braunarl-Fürggele zum Hochtannbergpass.

Politisch gehört das Lechquellengebirge ganz zu Vorarlberg und damit zu Österreich.

Landschaft

Landschaftlich wird das 'Lechquellengebirge geprägt vom Gegensatz zwischen dem eher sanften, nach Nordosten geneigten und zur Donau entwässernden oberen Lechtal und den tiefen und zum Teil schroffen zum Rhein hin entwässernden Tälern. Die Wasserscheide verläuft hufeisenförmig um die Lechquellen herum, und das größere Gefälle zum Rhein hin führt dazu, daß (in geologisch relativ kurzen Zeiträumen) immer mehr Bäche vom Rhein angezapft werden und damit die Wasserscheide laufend gegen die Lechquellen hin verschoben wird.
Ein ähnliches Phänomen tritt auch südlich und westlich der Donauquellen (durch die Wutach ein.

Die hufeisenförmige Wasserscheide trägt zugleich die höchsten Gipfel, wobei die Gipfelflur allerdings von Südosten nach Nordwesten gegen den Bregenzer Wald abfällt.

Das Klima der Region ist niederschlagsreich und kühl, die Berge sind außerordentlich schneereich und oft noch bis weit in den Hochsommer hinein schneebedeckt. Trotzdem gibt es fasr keine Gletscher mehr. Die Gegend ist im Winter ideal zum Skifahren - siehe Lech am Arlberg.

Der Bewuchs durch Bäume ist eher spärlich. Es dominieren Kiefern, Krüppelkiefern und die gegen Lawinen sehr resistenten Erlen. Die Waldgrenze liegt niedrig, etwa bei 1700 - 1800 m. Vereinzelt wachsen die Bäume bis etwa 1900 m. Bemerkenswert ist die sehr vielseitig Blumenpracht.

Die Täler wurden von den sog. Walsern besiedelt - eine Bezeichnung, die sich in vielen Tiroler Familiennamen findet. Historisch dominiert die Almwirtschaft, heute der Tourismus, insbesondere der Skitourismus in Lech und den kleineren Orten Zürs, Stuben und Damüls.

Gipfel und Geologie

Die höchsten Gipfel reichen bis in eine Höhe von 2750 m, die meisten in eine Höhe von 2550 - 2650 m, was keine nennenswerte Vergletscherung mehr erlaubt. Die Gipfel sind eher klein, aber dafür sehr zahlreich - und die Landschaft insgesamt kleinräumig und abwechslungsreich. Eine Ausnahme stellt die Rote Wand dar, einer der markantesten Berge der Nördlichen Kalkalpen und zugleich deren Endpunkt nördlich der Arlberglinie. Zwischen den Gipfeln liegen zum Teil ausgedehnte Karstfelder (Gschröf).

Die höchsten Gipfel sind:

Geologisch besteht das Lechquellengebirge großenteils aus Hauptdolomit und Kalkgestein (Oberrätkalk), sowie aus Lias- und Flecken-Mergeln.

Das Lechquellengebirge ist wenig erschlossen, sieht man von einigen Skiliften und Bahnen unmittelbar bei Lech und Zürs ab. In die Täler führen schmale Mautstraßen, von Lech besteht im Sommer ein Pendelbusverkehr an die Lechquellen. Dagegen ist die Erschließung für Wanderer ideal - durch ein System von Hütten, die durch einen Höhenweg verbunden sind. Er folgt dem gesamten "Hufeisen" der Gipfel, setzt aber - zumindest bis zum Beginn des Hochsommers - einige alpine Erfahrung voraus.

Dem Südrand des Lechquellengebirges folgt die Westrampe der Arlbergbahn. Deren Strom wird mit Wasserkraft aus dem überstauten Spullersee gewonnen, der 700 m hoch über dem Klostertal im südlichen Teil des Lechquellengebirges liegt.

Siehe auch:

See also: Lechquellengebirge, Allgäuer Alpen, Almwirtschaft, Arlberg, Arlbergbahn, Berghütte, Bettler, Bewuchs, Bludenz, Blumen